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Witex-Gläubigerversammlung genehmigt Fortführungskonzept


Die Gläubigerversammlung von Witex hat am 20.10. einstimmig Wolfgang van Betteray als Insolvenzverwalter bestätigt und zugleich das Fortführungskonzept genehmigt.

Die seit dem 1. September in der Insolvenz befindliche Witex AG hat sich in den letzten Wochen bereits umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen unterzogen. Die Belegschaft wurde von 357 auf 210 gestutzt, das Sortiment bereinigt, die Produktion soll sukzessiv auf die Werke 1,2 und 3 konzentriert werden. Das im Besitz der Familie Windmöller befindliche Werk 5, in dem Witex eingemietet war, wurde bereits aufgegeben, Werk 4 wird geschlossen. Maschinen und Mannschaft sollen auf "das Niveau zurückgeführt werden, wie wir die Bedingungen am Markt vorfinden", sagte Dr. Hendrik Heerma als Vertreter des Insolvenzverwalters gegenüber BTH Heimtex.

Wichtigste Veränderung für die Kunden wird die Gründung einer neuen Vertriebsgesellschaft aus der Witex AG i.I. heraus sein. Dieses neue, insolvenzfreie Unternehmen soll zum 1. Januar 2004 starten, als Geschäftsführer wurden Hermann Pooth - bis vor zwei Jahren Vertriebsleiter bei Witex - und Jörg Freyer berufen. Für die Verkaufsleitung Nord bleibt Thomas Stock verantwortlich, Süddeutschland, die Niederlande, Österreich, Schweiz und Italien betreut Rudolf Herold.

Darüber hinaus geplant ist die Gründung einer separaten Produktionsgesellschaft, was allerdings erst noch weiterer Abstimmung bedarf.

Das Angebot beschränkt sich künftig auf Laminatböden, Parkett und Zubehör; Furnierböden und Kork werden aufgegeben.


2002 beliefen sich die Kapazitäten bei Witex auf 30 Mio. qm, der Umsatz wird auf 175 Mio. EUR in der AG beziffert. Für 2003 werden keine Zahlen genannt, nur so viel, dass die Planung vor der Insolvenz am 27. Mai 21 Mio. qm vorgesehen hatte. Für 2004 strebt man 81 Mio. EUR Umsatz und eine Produktion von 11 Mio. qm an, "mit einer gewissen Flexibilität nach oben und unten". Das Vertriebsziel liege etwas höher, sagte Pooth im Gespräch mit BTH Heimtex, etwa bei 14 Mio. qm. Dabei soll etwa die Hälfte unter der Marke Witex laufen, die andere Hälfe als OEM und Private Label.

Wer künftig das Ruder in Augustdorf übernehmen wird, ist zur Zeit noch unklar. Heerma teilte mit, dass derzeit mit mehreren Investoren verhandelt werde, "sowohl über eine komplette Übernahme, wie auch verschiedene kleinere Lösungen". Namen wollte er nicht nennen, offenbarte nur so viel, dass sich für eine ganzheitliche Lösung primär Finanzinvestoren interessierten; mit Familie Windmöller fänden allerdings keine konkreten Gespräche statt, wie in der Branche kolportiert wird.

Schon einen Schritt weiter sind offensichtlich die Verhandlungen über die 50%-Beteiligung an dem Werk in Malaysia, wo man mit dem dortigen Joint Venture-Partner "schon recht weit" sei.

Ein ausführlicher Bericht über die aktuelle Situation bei Witex folgt in der nächsten BTH Heimtex-Ausgabe.

aus BTH Heimtex 10/03 (Wirtschaft)