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Gesellschafterversammlung von Rigromont, Proma, Heimgro

Drei Kooperationen ziehen an einem Strang

Seit Anfang 2001 arbeiten die beiden Großhandels-Kooperationen Rigromont und Proma erfolgreich zusammen; mit der Heimgro ist zum 1. Januar 2003 die dritte Kollegenformation dazu gestoßen. Noch beschränken sich die gemeinsamen Aktivitäten auf Bodenbelags-Einkauf und den Treuhandbereich, doch werden weitere Synergie-Möglichkeiten geprüft. Dass die drei Verbundgruppen wie auch ihre Gesellschafter in ihren Aufgabenfeldern und Zielen weit übereinstimmen, zeigte die erste gemeinsame Gesellschafterversammlung in Göttingen, die ebenso harmonisch wie konstruktiv verlief. Claudia und Michael Steinert waren dabei.

Statt Dublin wurde es Göttingen: Zur ersten gemeinsamen Gesellschafterversammlung trafen sich die drei Großhandels-Kooperationen Rigromont, Proma und Heimgro in der zentral gelegenen niedersächsischen Studentenstadt, anstatt wie zuerst geplant zusammen nach Irland zu reisen - was mehr Zeit und Geld gekostet hätte. Aber: "In diesen schwierigen Zeiten muss man Zeichen setzen", war einstimmig befunden worden. So fanden sich die Gesellschafter der drei Verbundgruppen auf Einladung von Manfred Endres bei Ruhe & Co ein und erlebten dort eine gelungene Tagung, bei der in harmonischer, entspannter Atmosphäre konstruktive Gespräche geführt wurden. Gute Idee: Die Teilnehmer stellten ihr Unternehmen jeweils kurz persönlich vor.

Die Federführung bei dem Gemeinschaftsteil der Veranstaltung - die Kooperationen versammelten sich jeweils auch noch separat - hatte die Rigromont übernommen. Aufsichtsratsvorsitzender Eberhard Liebherr wertete in seinen Begrüßungsworten die Allianz der drei Verbünde als "bestes Zeichen" der fortschreitenden Strukturveränderungen in der Branche und deutete an, dass man mit weiteren Interessenten im Gespräch stehe: "Das müssen nicht immer komplette Kooperationen sein, sondern können auch einzelne Kollegen sein". (Anm. d. Redaktion: Zum 1. Juli hat sich die Farbe + Heimtex-Gruppe als vierte Kraft dem Dreier-Bund angeschlossen).

Liebherr betonte die einheitliche Ausrichtung und die Kompetenz aller Gesellschafter, deren Klammer die Bodenbeläge sind: "Wir sind alle als ausgesprochene Funktions-Groß-händler Partner für unsere Lieferanten und unsere Kunden aus den Raumausstatter-, Maler-, und Bodenleger-Gewerken sowie dem Fachhandel - keine Schreibtischtäter mit Garagen. Wir unterhalten leistungsfähige Betriebe, die deutlich mehr als homöopathische Mengen bewegen. Auf diese Charakterisierung lege ich besonderen Wert."

Nach einer informativen Firmenpräsentation von Ruhe & Co. durch den geschäftsführenden Gesellschafter Manfred Endres übernahm Rigromont-Geschäftsführer Claus Hoffmann die Vorstellung der drei Kooperationszentralen und präsentierte dabei beeindruckende Strukturdaten: Zusammen kommen die Verbundgruppen auf einen Außenumsatz von 750 Mio. EUR, beschäftigen über 2.500 Mitarbeiter, davon mehr als 430 im Außendienst, lassen über 400 Lkws auf den Straßen fahren, bedienen mehr als 60.000 Kunden und haben über 300.000 Kollektionen im Markt, davon ca. 160.000 im Bodenbelagsbereich. Das unterstreicht Hoffmanns Aussage: "Kooperationen haben Konjunktur - gerade in schwierigen Zeiten".

Rigromont GmbH
Konstruktiv und harmonisch: die erste gemeinsame Gesellschaftertagung von Rigromont, Proma und Heimgro bei Ruhe & Co in Göttingen.
Rigromont GmbH
Rolf Hattenhauer, Geschäftsführer Proma.
Rigromont GmbH
Klaus Brzeski, Geschäftsführer Heimgro.
Rigromont GmbH
Claus Hoffmann, Geschäftsführer Rigromont.
Rigromont GmbH
Florian Peters-Messer, geschäftsführender
Gesellschafter Peters sen.
Rigromont GmbH
Herbert Kreuer, Geschäftsführer Plasto.

Eine der Stärken der Rigromont sind die Eigenkollektionen unter dem Markennamen Casa Nova. "Mit Casa Nova decken wir das Großhandels-Sortiment komplett ab". Permanent wird an dem Programm gearbeitet. Dazu setzt sich mehrmals jährlich der Arbeitskreis Boden zusammen, dem Verkaufsleiter bzw. Produktmanager aller Gesellschafter angehören. Allein in diesem Jahr wurden mehrere Projekte und neue Kollektionen in Angriff genommen: Zum Frühjahr wurde unter dem Titel "Elements" ein Programm elastischer Designbeläge mit 0,3 mm Nutzschicht eingeführt, das für den Wohnbereich und den leichten Objekteinsatz geeignet ist. Im Juli kam ein neues Junior-Teppichbodenprogramm mit konsumigen Qualitäten auf den Markt. Stark ausgebaut worden ist das Thema Parkett + Laminat, das in der letzten Zeit kräftig zugelegt hat. Hier verweist Hoffmann unter anderem auf eine Komplett-Kollektion an leimlos verlegbaren Parkett- und Laminat-Bestsellern in attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch dem Segment Bautechnik hat sich die Rigromont gewidmet und bietet dort seit einigen Monaten unter der Eigenmarke Top eine Auswahl der bestverkauften Verlegewerkstoffe.

Für die Proma, die sich aus Teilen der ehemaligen PM-Gruppe zusammensetzt, spielen Bodenbeläge mit 30% eine große, aber nicht die wichtigste Rolle. Die Produktgruppen Tapeten und Farben sind ebenso wichtig. Auch hier wird eine Eigenmarken-Politik betrieben: Mit Carpetline und Proma sind die Anschlusshäuser der Kooperation im Markt vertreten.

Die Heimgro vereint stark heimtextilienorientierte Grossisten, die neben Bodenbelägen und teils Tapeten gut sortiert in den Bereichen Gardinen, Dekostoffe, Möbelstoffe und auch Bettwaren sind. Gerade neu erschienen ist unter dem Oberbegriff Lifestyle die Teppichboden-Hauskollektion Futura 2005.

Die Zusammenarbeit der drei Verbundgruppen ist zur Zeit auf Einkauf und Treuhandbereich beschränkt, die zentral über die Rigromont-Geschäftsstelle abgewickelt werden. Eine partielle Abstimmung findet auch bei Produkten, Lageraustausch und Erfa statt. Kollektionserstellung, Werbung und Marketing laufen dagegen völlig separat, auch bei der Informations-Technik geht jede Kooperation noch ihren eigenen Weg. Das soll und muss aber nicht so bleiben; es werden durchaus noch Ansätze für weitere Synergie-Effekt gesehen. Als erstes in Angriff genommen werden kurzfristig übergreifende Umsatzstatistik und Betriebsvergleiche. Weitere Möglichkeiten sollen dann sukzessiv geprüft werden.

aus BTH Heimtex 09/03 (Wirtschaft)