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Rohstoffmarkt

Indien stoppt Baumwollausfuhr


Stuttgart - Mitte Dezember des vergangenen Jahres ist in Indien, dem zweitgrößten Baumwollproduzenten nach China, die Frist für den Export von Baumwolle ausgelaufen. Nur die Hälfte des zulässigen Exportkontingents wurde im vorgesehenen Zeitraum verschifft. 'Der Ausfuhrstopp sorgt für einen erneuten Preisanstieg und schürt die Verunsicherung bei Abnehmern weltweit, ob die vertraglich vereinbarten Lieferungen überhaupt erfolgen können", kommentiert Gesamtmasche-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus Ostrop die neueste Hiobsbotschaft vom Rohstoffmarkt.

Vor vier Monaten hat die indische Regierung den Baumwollexport auf eine Höchstmenge von 5,5 Mill. Ballen (935.000 t) begrenzt und einen 45-tägigen Verschiffungszeitraum vom 1. November bis zum 15. Dezember festgelegt. Schätzungen zufolge wurden in diesem Zeitraum jedoch nur 2,5 bis maximal 3 Millionen Ballen verschifft. Durch den großen Andrang an den indischen Häfen, Ernteausfälle sowie wetterbedingte Verzögerungen und Qualitätsbeeinträchtigungen konnte die zulässige Höchstmenge so kurzfristig nicht auf den Weg gebracht werden. Bis zum Ablauf der Frist wurden für überdies nur 5,02 Mill. Ballen Exportgenehmigungen erteilt. Damit ist die Quote nur zu rund 90 Prozent ausgeschöpft. Schnelles Handeln lehnt die indische Regierung jedoch ab. Sie argumentiert, nur auf der Basis gesicherter statistischer Daten über die noch nicht verschifften Liefermengen entscheiden zu wollen.

Auch bei der Verschiffung des Garnkontingents wird es mehr als eng. Die Ausfuhr aller registrierten Garne bis zum 15. Januar, dem von der Regierung festgelegten Termin, ist kaum zu bewerkstelligen. Außerdem kamen erhebliche Liefermengen, die Kunden im Ausland bereits zugesagt wurden, erst gar nicht in den Genuss der erforderlichen Registrierung. Die großen indischen Garnexporteure ringen indessen am Verhandlungstisch um eine Lockerung der Auflagen. Dabei haben die Spinnereien einen schweren Stand: Nach Angaben des indischen Textilverbandes CITI liegt die Erntemenge um eine halbe Million Tonnen, das heißt rund zehn Prozent niedriger als erwartet. Diese Korrektur nach unten dürfte das Textilministerium in seinem rigiden Kurs bestärken.


Der Gesamtverband der deutschen Maschenindustrie e. V. (Gesamtmasche) vertritt die Interessen der deutschen Hersteller von Maschenbekleidung, Dessous und Maschenstoffen auf nationaler und internationaler Ebene. Weitere Informationen zur Branche unter www.gesamtmasche.de.

aus Haustex 02/11 (Fasern, Garne)