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Forbo International SA

CVC erhöht Übernahme-Angebot für Forbo, Forbo-Verwaltungsrat erlaubt Due Dilligence


BTH Heimtex hat bereits in der letzten Ausgabe prophezeit, dass bei dem Übernahme-Poker zwischen Forbo und der britischen Investmentgesellschaft CVC noch nicht das letzte Wort gesprochen ist - und prompt kam kurz nach der Drucklegung des Heftes die Nachricht, dass die britische Investmentgesellschaft ihr Kaufangebot erhöht hat: von 330 auf 350 bis 370 CHF pro Aktie.

Zugleich teilte CVC mit, dass man bei einem Zustandekommen der Transaktion beabsichtige, die eingeschlagene Unternehmensstrategie mit den drei Geschäftsbereichen und den geplanten Restrukturierungsmaßnahmen weiter zu verfolgen und auch keine Veränderungen in der operativen Geschäftsführung vorgesehen sei. Schweizer Analysten zeigten sich allerdings skeptisch, dass CVC bei einer erfolgreichen Übernahme an diesen Versprechen festhalte. Um den Angebotspreis rechtfertigen zu können, sei es vielmehr nötig, Forbo in seine Einzelteile zu zerlegen und diese getrennt zu verkaufen..

Der Forbo-Verwaltungsrat zeigte sich auf jeden Fall nach der aufgebesserten Offerte von CVC auf einmal doch aufgeschlossen gegenüber einer Due Dilligence. Und nicht nur das: ganz nebenbei ließ er verlauten, dass es inzwischen auch noch andere Interessenten gäbe. Nach Informationen Schweizer Medien kommen sie primär aus "Finanzkreisen."

Parallel haben die Aktionäre am 2. Dezember auf einer außerordentlichen Generalversammlung die Kapitalerhöhung von 200 Mio. CHF genehmigt, mit der die Restrukturierung und Weiterentwicklung von Forbo finanziert werden soll. Bei der Veranstaltung waren 162 Anteilseigner anwesend, die 31,94% der sich in Umlauf befindenden Aktien repräsentierten. Sie stimmten mit "deutlicher Mehrheit" der Erhöhung des Aktienkapitals durch die Ausgabe von 1.356.576 voll einzubezahlenden Namensaktien mit einem Nennwert von 20 CHF zum Ausgabepreis von 150 CHF zu. Damit wies der Bezugspries einen Abschlag von 52,6% zum Schlusskurs (316,50 CHF) vom Vortag (1.Dezember) aus.


Schweizer Wirtschaftszeitungen schrieben dazu, dass die Bedingungen zur Kapitalerhöhung am Markt unterschiedlich aufgenommen worden seien. Analysten hätten den Angebotspreis als "sehr niedrig" bewertet, was in den Augen der Marktteilnehmer ein negatives Zeichen für die Bewertung von Forbo setzen könnte.

Ungeachtet dessen hatte CVC Anfang Dezember mit der Due Dilligence von Forbo begonnen. Den anderen Interessenten wurde ab 10.Dezember die Möglichkeit der Unternehmensprüfung gewährt.

Mit einem formellen öffentlichen Übernahme-Angebot ist nicht vor dem 16. Dezember zu rechnen, weil bis dahin die Bezugsfrist der neuen Aktien läuft und die Effekte der Kapitalerhöhung in die Offerte mit einfließen müssten.

aus BTH Heimtex 12/04 (Wirtschaft)