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Maßnahmen gegen Geräuschentwicklung

8 Fragen zur Geräuschdämmung bei Laminatfußböden


Das ParkettMagazin fragte europäische Hersteller nach ihren Maßnahmen gegen Geräuschentwicklung bei Laminatböden.

1. Wie nennen Sie das von Ihnen verwendete Schalldämm-System?

Classen: Nur bei der hochwertigen Schalldämmung in unserer "Authentic Collection" haben wir die Double Soft-Matte appliziert. Ansonsten verwenden wir keine speziellen Begriffe, sondern loben in der Regel das zur Dämmung verwendete Material aus.

Meister-Leisten: Silence.

Witex: Sound Protect System.

Kronotex: Schalldämm-Unterlage Sound Design.

Boxler: Duoloc

Pergo: SoundBloc. Pergo bietet zwei verschiedene Versionen des SoundBloc-Systems an: SoundBloc HDS (high density SoundBloc), eingesetzt bei Pergo Uniq. SoundBloc CS (Compact SoundBloc) ist bei allen anderen Pergo Produkten eingesetzt.

Hamberger: Bei uns werden verschiedene Schalldämmsysteme mit den Namen Silent pro, Silent, Silence eingesetzt.

Kaindl: 0,5 mm Akustikfolie bei Produkten Snap silent und Snap bigfoot.

Egger: Silenzio.


2. Ist Ihr System werkseitig aufkaschiert oder eine separate Matte?

Classen: Wir bieten beides an. PU-Material, Kork und Holzfaser werkseitig. Kork, Holzfaser, PE-Schaum (auch Alu-kaschiert), etc. im Zubehör als Rollenware oder Platten (Holzfaserdämmplatten).

Meister-Leisten: Werkseitig aufkaschiert.

Pergo: Das SoundBloc Material ist werkseitig vollflächig aufkaschiert.

Hamberger: Beide Systeme werden verwendet.

Kaindl: Werkseitig.

Egger: Werksseitig aufkaschiert

Witex: Matte in beiden Formen, aufkaschiert und als Rollenware.

Kronotex: Es ist werkseitig aufkaschiert.

Boxler: Beide Varianten sind erhältlich.


3. Wirkt sich Ihre akustische Unterlage auf Trittschall oder Raumschall aus?

Classen: Laut Testergebnissen (unabh. Institute) auf Trittschall und Raumschall.

Meister-Leisten: Trittschall und Raumschall.

Pergo: Beides: Raumschall; verleiht einen angenehmen, soliden Sound. Verbessert den Trittschall.

Hamberger: Auf Trittschall und Raumschall.

Kaindl: Raumschallreduktion bis zu 50%, Trittschallverbesserung um 18 dB.

Egger: Konstruiert für Auswirkung auf den Raumschall, Auswirkungen aber auch auf den Trittschall.

Witex: Sorgt für einen angenehmen Raumklang.

Kronotex: Sowohl Raumschall als auch Trittschall.

Boxler: Beide werden reduziert.


4. Welch technisch-physikalischer Aufbau bewirkt die Schallreduzierung?

Classen: In der Hauptsache durch Schwingungsdämpfung durch das aufkaschierte Material. Wirkt sich deswegen auf Raum- und Trittschall aus.

Meister-Leisten: Collection Systema Silence, 3,2 mm dicke Kaschierung

Pergo: Durch die Kombination von Masse und Energie-Ableitung wird der Schall durch die Unterlage geleitet und zerstreut. SoundBloc wurde entwickelt, um die Charakteristik des Tones in einen tiefen Frequenzbereich zu verlagern, was dem Boden einen angenehmen und soliden Ton verleiht (die hohen Tonfrequenzen werden von Menschen als störend empfunden). Bei der Entwicklung von SoundBloc konzentrierte sich Pergo nicht nur auf den Raumschall, sondern stellte auch sicher, dass die Werte für den Trittschall ebenso gut sind. Bei Sound Bloc HDS wird eine Unterlage auf Polyurethan Basis mit hochverdichtetem Füllstoff verwendet. Die Unterlage ist 2 mm stark und wird vollflächig auf das Paneel aufkaschiert. Bei SoundBloc CS wird ein mittel- bis hochverdichtetes Material (im Vergleich zu Schaum oder Weichfaserplatten hochverdichtet) auf zusammengewobenen Polypropylenfasern verwendet. Die Unterlage ist 1 mm stark.


Hamberger: Masse kombiniert mit einer speziellen Elastizität der Matte, sowie Anschmiegeffekt an den Unterboden bewirkt die Schallreduzierung.

Kaindl: Schallreduzierung, Trittschallreduzierung. Ideal für Fußbodenheizung durch optimale Wärmeleitung, Ideal für Renovierungsbereich weil nur 0,5 m-Folie, angenehmes Laufgefühl, kein zusätzliches Dämmmaterial erforderlich.

Kronotex: Unser verwendetes Produkt ist Schwerfolie. Der erzielte Effekt beruht zum einen auf dem Phänomen der Körperschalldämpfung, d.h. zum einen wird die Laminatdiele durch die schwere und biegeweiche Schwerfolie gedämpft, zum anderen erlaubt sie aber eine recht gute Ankopplung an den noch viel schwereren Unterboden, ähnlich dem Effekt einer vollflächigen Verklebung eines Parkettbodens.

Egger: Die direkte Verbindung zum Element und die damit verbundene Änderung der Schwingungen des gesamten Elementes bei Schallanregungen. Durch die direkte Kaschierung fällt ein mögliches Luftpolster (Trommeleffekt) weg.

Witex: Infolge der inneren Dämpfung und des hohen Flächengewichtes wird das Klangbild positiv beeinflusst.


5. Welche Verbesserungen sind nach Ihren Angaben erreicht worden?

Meister-Leisten: Trittschallminderung ca. 19 dB. Zum Raumschall liegt nach unseren Informationen derzeit kein einheitliches, vergleichbares Messverfahren vor. Aussagen sind nicht vergleichbar und daher verwirrend für den Kunden.

Pergo: Das SoundBloc Akustiksystem reduziert den Raumschall um ca. 50% in den störenden Frequenzen (hohe Töne) im Vergleich zu einer Standardunterlage (Schaum). Die Toneigenschaft bei SoundBloc HDS ist im Vergleich zu SoundBloc CS tiefer und ergibt einen angenehmen, soliden Ton. Das Soundbloc Akustiksystem reduziert den Trittschall um 18 dB (ISO 140-7).

Egger: Trittschallverbesserung 17 dB, Raumschallverbesserung 13 dB. Entscheidend ist für den Verbraucher, dass ein Laminatboden mit silenzio beim Begehen wie ein Holzboden klingt.

Boxler: TS bis zu 20 dB / RS bis zu 12 dB

Hamberger: Die erreichbaren Werte hängen sehr stark von der Plattendicke des Laminatfußbodens ab. Im Standardbereich mit einer Aufbauhöhe von 7 mm erreichen wir nach dem Kugelfalltest (wki) maximale Werte von -12dB beim Raumschall und beim Trittschall nach DIN 140-8 einen Wert von -18 dB.

Kaindl: Raumschallreduktion bis zu 50%, Trittschallverbesserung um 18 dB.

Witex: Trittschallreduzierung 18 db, Raumschallreduzierung um 30% (ca. 25-30 Sone)

Kronotex: Die Schwerfolie ist in erster Linie dienlich bei der Verbesserung des "Raumklangs", dies ist auch die Klangverbesserung, die der Endverbraucher deutlich feststellen kann, und zwar schon am "Point-of-Sale". Als Nebeneffekt bietet die Schwerfolie auch noch eine Trittschallverminderung.


6. Nach welcher Methode wurde getestet?

Classen: Entwurfnorm EPLF 021029-1.

Meister-Leisten: ISO 140-8.

Pergo: Es werden 3 verschiedene Verfahren verwendet:
- Psycho-akustische Testvergleiche,
- EPLF -Norm für Raumschall,
- ISO 140-7 für Trittschall.

Hamberger: Der Raumschall wurde nach WKI-Kugelfalltest gemessen, der Trittschall nach DIN 140-8.

Kaindl: Lw = 18 dB nach ISO 717/2

Egger: Raumschallverbesserung nach der Messmethode des WKI, Trittschallverbesserung nach ISO 140-8.

Witex: EPLF- Norm und Institut Müller-BBM DIN EN 23741

Kronotex: Werknorm Nr. 431 des ihd / Dresden

Boxler: Werksnorm des ihd / Dresden


7. Was sagen Sie zu der Grundsatzannahme: Nur Gewicht und Dicke einer Unterlage dämmen den Schall wirklich!

Classen: Wir schließen uns dieser Aussage an.

Meister-Leisten: Der technisch-physikalische Aufbau in Verbindung mit
a) Gewicht / Rohdichte
b) Dynamische Steifigkeit
c) Ankupplungs-Fähigkeit
d) Materialstärke
ergibt den Effekt, nämlich Dämmung des Raumschalles.

Pergo: Es ist richtig, dass Masse und Dicke ein möglicher Weg sind, um den Raumschall zu reduzieren. Theorie und Praxis zeigen aber, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, um die Charakteristik des Raumschalls zu verbessern bzw. zu verändern.

Hamberger: Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Schwingung in den Griff zu bekommen: Man verhindert die Möglichkeit einer Schwingung oder nutzt eine elastische Unterlage.

Kaindl: Da wir eine 0,5 mm Akustikfolie verwenden, gehen wir mit dieser Grundsatzannahme nicht konform.

Egger: Da die Grundsatzannahme von Experten der Schalltechnik aufgestellt wurde, werden wir diese nicht bezweifeln. Im Bereich des Laminatfußbodens und dem damit verbundenen Raumschall haben diverse Versuche allerdings gezeigt, dass auch Produkte mit geringeren Raumgewichten und relativ geringen Dicken eine sehr positive Verbesserung des Schalls mit sich bringen.

Witex: Sind entscheidende Faktoren, aber auch die Dichte (Zusammensetzung) des Produktes.

Kronotex: Nicht unbedingt, es steht und fällt mit Beschaffenheit des Materials der Unterlage(PE, Kautschuk etc) sowohl mit der Konstruktion des Hauses bzw. des Untergrundmaterials, auf dem das Laminat liegt (Beton oder Holz).

Boxler: Gewicht.

aus ParkettMagazin 03/04 (Sortiment)