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Ortstermin in der Bandweberei von Ado

Gardinenbänder für jede denkbare Dekoration

Bei der Einrichtung ist es ähnlich wie in der Mode - perfekt wird der Gesamteindruck erst durch die passenden Accessoires und die kleinen, unsichtbaren Hilfsmittel. Gerade bei der Fensterdekoration ist das richtige Zubehör entscheidend für die gelungene Optik. Bei Ado finden Fachhandel und Raumausstatter nicht nur modische Stoffe, sondern auch eine große Auswahl hochwertiger Bänder für die unterschiedlichsten Anwendungen aus eigener Fertigung. Die BTH-Redakteure Birgit Genz und Michael Steinert haben sich die leistungsfähige Bandweberei in Aschendorf angesehen.

Gardinenbänder stehen immer im Hintergrund, sind für eine sorgfältig verarbeitete Fensterdekoration aber unerlässlich. Bei Ado hat man sich schon vor Jahren um das Thema gekümmert und in eine eigene Bänderproduktion investiert. Seit 1987 werden in der eigenen Bandweberei im Stammwerk in Aschendorf eine Vielzahl unterschiedlicher Bänder hergestellt, die in ihrer Auswahl und Vielfalt in der Branche ihresgleichen suchen.

Insgesamt gibt es mehr als 200 - in allen denkbaren Varianten und Farben. Universalkräuselbänder, Schmuckfalten- und Spezialbänder sowie Funktionsbänder werden im 3-Schicht-Betrieb auf hochmodernen, vollelektronischen Bandwebmaschinen gefertigt. Neben den 39 Webmaschinen stehen in Aschendorf auch drei Wirkmaschinen für Klettbänder. "Damit können wir so gut wie alles produzieren, was es derzeit auf dem Markt gibt", sagt Ado-Vertriebs- und Marketingvorstand Jürgen Litz nicht ohne Stolz. In die Abteilung werde ständig investiert, um den Maschinenpark immer technisch auf dem neuesten Stand zu halten und stets flexibel und schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können.

Insgesamt arbeiten in der Bandweberei 27 Mitarbeiter die auch dafür zuständig sind, die per Maschine registrierten Fehler per Hand herauszuschneiden. Leiterin der Banderzeugung ist die gelernte Textiltechnikerin Gisela Conzelmann. Rund 900.000 m Gardinenband in Breiten von 18 mm bis 110 mm werden hier im Monat produziert, außerdem auch die geflochtenen Kordeln, Litzen und Soutache für die Gardinenbänder hergestellt. Zum Teil erfolgt auch die Thermofixierung des Gardinenbandes bereits in der Bandweberei. Denn:"Alle Komponenten sind beim Band gleichermaßen wichtig und müssen stimmen, damit das Band funktioniert", weiß Conzelmann. Sie verweist auch darauf, dass falsche Sparsamkeit bei Bändern nicht angebracht ist: "Obgleich sie nur ein unauffälliges Beiprodukt sind, tragen sie entscheidend zum guten Aussehen der fertigen Fensterdekoration bei."

Das Angebot reicht vom dekorativen Schmuckband bis hin zum Gardinenfaltenband, das dem Verarbeiter als unsichtbares Hilfsmittel in der Konfektion dient. Technische Raffinessen wie transparente Falten- und Smokbänder, die speziell für die Verarbeitung bei durchscheinenden Stoffen wie Organza oder Voile genommen werden, zählen längst zu den Basics. Im Gegensatz zu herkömmlichen rohweißen Bändern stören hier keine optisch sichtbaren weißen Streifen am oberen Abschluss der Fensterdekoration. Eine weitere Besonderheit sind Klettbänder mit zusätzlich eingewebten Schlaufen, die sowohl angeklettet als auch konventionell auf Röllchen angebracht werden können.

Ebenso bietet Ado ein umfangreiches Sortiment an Falz-, Schräg- und Satinbändern, die nach Qualitäten in Glanz mit über 70 Farben sowie Matt, Batik, Feincrash und Leinenstruktur gegliedert sind. Alle Gardinenbänder - Material ist Polyester - sind verschiebefest sowohl in Kett- als auch in Schussrichtung, verarbeitungsfreundlich, pflegeleicht, formstabil sowie UV-beständig - und es gibt eine Garantie gegen Wasch- und Bügelschrumpf. Insgesamt umfasst die Kollektion derzeit genau 217 verschiedene Bänder. Dabei kann man in den letzten Jahren einen Wandel vom einfachen Kräuselband hin zum Spezialband feststellen.

Als jüngste Neuheit präsentierte Ado auf der Raumausstattung ein Transparentband für eine 10 cm breite Doppelstabfalte. Am ersten 14 cm-Band wird gearbeitet, um den derzeit modischen Dekorationen mit zweimal 7cm-Bändern mit hohem Kopf nachzukommen und die Näharbeit zu erleichtern.

Ado Goldkante GmbH & Co. KG
Ado produziert alle Bänder in Aschendorf selbst - auf 39 Webmaschinen und 3 Wirkmaschinen
Ado Goldkante GmbH & Co. KG
Gisela Conzelmann, die Leiterin der Banderzeugung, an einer elektronisch gesteuerten Bandwebmaschine.
Ado Goldkante GmbH & Co. KG
Bei der Thermofixierung werden die Bänder quasi mit sehr heißem Dampf gebügelt.
Ado Goldkante GmbH & Co. KG
Flechtmaschinen für die Soutache. Im ADO-Werk in Aschendorf werden auch alle Zutaten wie Kordeln, Litzen und Soutachen für die Bänder hergestellt.
Ado Goldkante GmbH & Co. KG
Auf Wunsch des Kunden werden die Bänder mit eigenem Text oder Firmenlogo bedruckt. Hier werden die Texte gesetzt, auf die Druckwalze als Klischee montiert und nach einer Textkontrolle gedruckt.

Die Entwicklung aller Neuheiten erfolgt im eigenen Haus in der Bänderabteilung. Viele Impulse und Wünsche kommen vom Aussendienst, aus der Konfektion und auch direkt von den Kunden. In Zusammenarbeit mit den Designern, die für Gardinen und Dekostoffe zuständig sind, werden Neuheiten auf ihre modische Aktualität sowie auf ihre technischen Vorzüge hin geprüft und weiterentwickelt. So sind bereits viele Bänder entstanden, die das Nähen und Anbringen der Stoffe erleichtern und gleichzeitig der Dekoration den letzten Styling-Pfiff verleihen. Auch landestypische Verarbeitungen in den Exportländern werden berücksichtigt: So gibt es beispielsweise für Frankreich, Spanien und Italien eigene Kollektionen mit Spezialbändern.

Selbstverständlich sind auch Sonderanfertigungen möglich. Als Service bietet Ado beispielsweise den Druck des Kundennamens oder Firmenlogos auf dem Gardinenband an - als Werbe- oder Wiedererkennungseffekt. Bei einer Abnahme von 1.000 m ist dies sogar kostenlos.

In der Bandaufmachung werden die Bänder disponiert, kontrolliert und aufgemacht. Gardinenbänder werden gerollt, gespult und fixiert. Zum Schutz vor Verschmutzung werden die einzelnen Spulen dann in Folie gepackt. Gardinenbänder bis zu 50 mm Breite werden auf Spulen aufgemacht, breitere im dekorativen Ausziehkarton.

Einen Überblick über das Gesamtprogramm bietet eine spezielle Broschüre. Sie gilt als Standardwerk für Raumausstatter, Näherinnen, Verkaufspersonal und Dekorateure und informiert detailliert über Einsatzmöglichkeiten, Produktbesonderheiten, nennt alle technischen Daten und gibt auch Hilfestellung für den Gebrauch. Hänge-Displays werden individuell und nach Kundenwunsch mit Bändern gestaltet. Zehn abnehmbare Bandproben liefern genug Stoff zum Anfassen und sorgen für einen plastischen Eindruck.

aus BTH Heimtex 12/02 (Wirtschaft)