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Forbo International SA

Pieper nimmt Schlüsselstellung beim Übernahmepoker um Forbo ein


Das ehemalige Forbo-Verwaltungsratmitglied Michael Pieper und von ihm kontrollierte Gesellschaften haben ihre Beteiligung an dem Schweizer Konzern auf über 20% aufgestockt. Damit hält er jetzt einen Stimmrechtsanteil von 8% und nimmt eine Schlüsselstellung im Übernahmekampf um Forbo ein. Nachdem zunächst der britische Finanzinvestor CVC und später noch weitere Aspiranten ihr Interesse an Forbo bekundeten, war der Industrielle Anfang Dezember 2004 kurzfristig aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden, um sein damaliges 5,02%-Paket an Forbo aufzustocken. "Pieper pirscht sich an Forbo heran", titelte ein Schweizer Nachrichtendienst treffend. Tatsächlich teilte er dem Verwaltungsrat mit, dass er mit "mehreren Bietern in Kontakt stehe". Der wiederum räumte in einer Pressemitteilung ein, dass er weder den Gegenstand dieser Kontakte kenne, noch die konkreten Absichten von Pieper. Auf jeden Fall würde er aber mit seiner starken Aktionärsstellung den Ausgang des gegenwärtigen Bieterprozesses "wesentlich beeinflussen".

Tatsächlich scheint zur Zeit völlig ungewiss, wie das Tauziehen um Forbo ausgeht und wer - bzw. ob überhaupt jemand - zum Schluss den Zuschlag bekommt. Der Verwaltungsrat seinerseits macht Druck, um die zukünftige Eigentümerstruktur "im Aktionärs- und Unternehmensinteresse" schnellstmöglich zu klären. Er hat die Due Diligence-Handlungen der potenziellen Interessenten im Februar beendet und bis zum 25. Februar Angebote bzw. Voranmeldungen gefordert - "ansonsten wird das durch die Interessenbekundungen der Bieter angestossene Verfahren vom Verwaltungsrat nicht weiter aktiv begleitet werden".


Forbo hatte im turbulenten Geschäftsjahr 2004 den Umsatz um 1,5% auf 1,62 Mrd. CHF gesteigert. Dies resultiert aus Zuwächsen bei Klebstoffen (+3,6%)
und Kunststoffbändern (+3,4%), während Bodenbeläge um 0,9% bzw. währungsbereinigt um 1,5% hinter dem Vorjahr zurückblieben. Dabei hätten die Einbußen in einigen europäischen Ländern nicht durch die "erfreuliche Zunahme" von 14,7% in Nordamerika kompensiert werden können.

aus BTH Heimtex 02/05 (Wirtschaft)