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Die Heimtextil strukturiert um

Frankfurt schafft Platz für den Hochwert-Teppich

Die weltweit größte Heimtextilien-Messe will übersichtlicher werden und legt verwandte Bereiche in benachbarte Hallen. Dazu bekommt der Teppich(boden) in Zukunft größeres Gewicht - aber exklusiv muss er schon sein.

Wo bin ich? Wo will ich hin? Wie erreiche ich mein Ziel? Zumindest auf der nächsten Heimtextil im Januar 2005 sollen sich diese Fragen schnell beantworten lassen. Der weltweit größte Branchentreff für Wohn- und Objekttextilien will nämlich noch mehr Orientierung in seine Messestruktur bringen und zusammenführen, was zusammen gehört. Einige Produktgruppen werden erweitert; bisher getrennte, aber verwandte Bereiche werden gebündelt - zum Beispiel die Haustextilien. Ziel ist es, den Besuchern eine "Messe der kurzen Wege" zu bieten, meint Ulrike Wechsung, Objektleiterin der Heimtextil.

Bühne für edle Teppiche

Einer der Knotenpunkte soll dabei die Halle 3.1 werden: Dort eröffnet die Messe mit "Nobles: Floor & More" einen Hochwertbereich für moderne abgepasste Designteppiche und textile Bodenbeläge. Die Entscheidung, dem Teppich(boden) mehr Gewicht zu geben, fiel nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse einer Besucherbefragung: 18% gaben an, sich insbesondere für diese Produktgruppe zu interessieren. Und von den bisherigen Ausstellern des Bereiches Floor & More zeigten sich rund 79% "außerordentlich" oder "sehr zufrieden" mit ihrem Messeauftritt.

Nobles: Floor & More deckt allerdings nicht das gesamte Spektrum ab, sondern soll nur Spitzenprodukte und besonders innovative Ideen zeigen, Trends setzen. Ein Beispiel: handbemalte Segeltuchmatten, wie sie im 17. Jahrhundert insbesondere in Foyers die Böden schmückten. Die Designerin Marianne Weiland hat die alte Idee zu neuem Leben erweckt und bietet die Matten unter dem Namen Ars Fundi an.

Viele Anbieter handgefertigter Teppiche versprechen sich von der Heimtextil-Teilnahme Kontakte zu besonders offenen, modisch interessierten Besuchern, die sie andernorts nicht treffen würden: "anspruchsvolle Raumausstatter-Fachbetriebe, Architekten, Inneneinrichter und das internationale Publikum" sind etwa die Wunschkunden von Artur Heinrich von Fuggerhaus.

Für den jungen Designer Jan Kath werden "Kunden, die Teppiche bisher nur im Nebensortiment führen oder diesen Angebotsbereich bisher vernachlässigt haben" zunehmend interessant. Diesen Geschäftsleuten will Kath zeigen, wie sie mit vergleichsweise geringem Aufwand den besonderen Teppich in ihr Sortiment aufnehmen können.


Der Exklusivbereich inmitten der Halle 3.1 wird von einem Designteam gestaltet; über 35 Anbieter haben sich angemeldet. Darunter: Fuggerhaus, Tisca, Makalu, Talis, Jan Kath und Longlife. Vorerst präsentiert sich dieser neue Ausstellungsbereich in unmittelbarer Anbindung an die hochwertigen Heimtextilien-Anbieter, von deren direkter Nähe man sich Synergien verspricht. Auch das Deco-Team ist hier angesiedelt. Wird der Edelteppich-Bereich gut angenommen, will die Heimtextil ihn ausweiten und in einer eigenen Halle unterbringen.

Junge Impulse soll das neue Projekt Campus auf die Heimtex bringen - ebenfalls in Halle 3.1 Hier präsentieren Studenten ausgewählter Fachhochschulen Neuentwicklungen und Produkte für den textilen Wohnbereich.

Contract Creations will Architekten überzeugen

Um ganzheitliche textile Objekteinrichtungen geht es im Bereich Contract Creations. Hier will man vor allem die Architekten überzeugen. Das ist nach Ansicht vieler Aussteller kein leichtes Unterfangen denn: Architekten gelten als "Gewohnheitstiere", die aus Zeitmangel letztlich meist auf einige wenige, ihnen vertraute Lieferanten zurückgreifen. Ungewöhnliches und Besonderes bleibt daher oft unentdeckt, neue Unternehmen haben es schwer.

"Wir haben einen Ferrari in der Garage stehen - und keiner sieht ihn", beschreibt Makalu-Geschäftsführer Alexander Ganzert die Situation. Im Bereich Contract Creations hat jeder Aussteller die Gelegenheit, seinen Ferrari vorzufahren - und dazu gleich im richtigen Kontext: Hier zeigen die Anbieter nämlich vollständige Interieurs für verschiedene Einsatzgebiete, zum Beispiel Kreuzfahrtschiffe, Krankenhäuser, Seniorenheime und Hotels. Während bei der Büroeinrichtung Flaute herrscht, boomt es nämlich in der Hotelbranche kräftig.

aus BTH Heimtex 11/04 (Wirtschaft)