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Loba GmbH & Co. KG

Loba: Wie aus hellem Parkett Exotenholz wird


Im Trend bleiben, ohne den Holzfußboden komplett zu erneuern oder sich von der Masse abheben, ohne den Geldbeutel enorm zu strapazieren - das sind Ansprüche von Privatkunden an Architekten und Parkettleger. Auch in das Ladenlokal würde als i-Tüpfelchen ein exotischer Holzfußboden passen, wenn nur das Budget nicht so eng geschnürt wäre.

Damit mehr Kunden ihren Holzfußboden fachlich verlegen lassen, statt ihn mit Klick-Technik selbst zu verlegen, muss er sich optisch vom Fertigparkett unterscheiden, aber preislich nicht zu weit davon entfernt sein. Vor diesem Problem stehen Parkettleger, seit Exotenhölzer wieder in Mode gekommen sind. Und auch bei der Renovierung heller Parketthölzer stellt sich die Frage: "Kann das Holz nicht eine andere als die natürliche Farbe bekommen?"

Die Aufgabenstellung ist klar:

- die Charakteristik des Holzes (Maserung, etc.) soll erhalten bleiben - daher kein deckender Anstrich.
- die Farbe soll gleichmäßig und natürlich erscheinen.
- die Arbeit soll in vernünftigem Zeitrahmen realisierbar sein.

Parkett zu färben ist jedoch anspruchsvoller, als ein Möbelstück zu beizen. Die Art der Anwendung (Spritzen und Auspolieren) lässt sich nicht mit der gleichen Gleichmäßigkeit von einem 2 qm Möbelstück auf einen 40 qm Wohnzimmerboden übertragen. Auf Parkett kommt es beim Beizversuch schnell zu Ansätzen durch Überlappungen, die durch die schnelle Antrocknung der zumeist lösemittelhaltigen Beizen sofort "eingefroren" werden und dann auch nach dem Überlackieren sichtbar bleiben.

Zwar lässt sich diese Fehlerquelle durch spezielle Auftragstechniken - z.B. sattes Auftragen mit dem Pinsel längs der Holzfaser und sofortiges Vertreiben mit einem Stofftuch - teilweise in den Griff bekommen, doch ein gleichmäßiges Ergebnis ist damit nicht garantiert. Richtig schwierig wird es, wenn miteinander verbundene, verwinkelte Zimmer und ein Flur gefärbt werden sollen.

Zur Domotex 2003 wurde von der Loba das neue Colorierungssystem Lobadur ProColor erstmals vorgestellt. Hier handelt es sich um ein lösemittelhaltiges Produkt, das eine lange offene Zeit hat. Das erlaubt dem Parkettleger, auch große Flächen gleichmäßig einfärben zu können.

Gegen die einfallslose Farbgestaltung

Lobadur ProColor ist ein Kolorierungssystem für das professionelle Einfärben von schubfest verlegten Parkett- und Holzfußböden. Der Einsatz erfolgt vorzugsweise auf grobporigen Laubhölzern, wie z.B. Eiche oder Esche, da diese Holzarten die Farbe besonders gleichmäßig aufnehmen und die entstehende Optik besonders schön zur Geltung kommt.


Bei der Verarbeitung von ProColor sollte darauf geachtet werden, dass der Boden sorgfältig geschliffen ist, denn Schleiffehler werden durch eine Kolorierung generell stärker hervorgehoben. Um Farbschwankungen bei der Verwendung von mehr als einem Gebinde zu vermeiden, sind diese vor Arbeitsbeginn komplett in einem größeren Gebinde zu mischen und gut aufzurühren.

Nach vollständiger Trocknung der Parkettbeize (über Nacht) wird der Boden mit wässrigen Lobadur Parkettsiegeln überlackiert. Dabei sollten nur hochwertige, abriebsbeständige Lacke (Lobadur WS 2K Supra, Lobadur WS Duo, Lobadur WS EasyFinish) verwendet werden. Sie schützen den Boden vor Beschädigungen, denn bei einer Beschädigung der dünnen Kolorierungsschicht kann der Boden nur noch durch Vollschliff und erneute Kolorierung/Lackierung "gerettet" werden.

Bei einem Einsatz auf kritischen Untergründen wie Dielenböden, Holzpflaster, Hochkantlamellenparkett, Parkett auf Fußbodenheizung, nicht schubfest verlegtem Parkett und bei Renovierung von Fertigparkett ist der Einsatz von Lobadur WS Global zu empfehlen, da bei diesem Wasserlack die Tendenz zur Kantenverleimung stark reduziert wird.

Mit den Farbtönen Jatoba, Kambala, Afrormosia, Panga Panga, Wenge, Afzelia, Sucupira, Bilinga, Padoek, Nussbaum oder Räuchereiche steht standardmäßig die volle Bandbreite von Gelb (Bilinga) über Rot (Padoek) bis Schwarzbraun (Wengé) zur Verfügung. Andere Farbtöne sind auf Anfrage ebenfalls erhältlich.

Vorteile für den Parkettleger

- einfache Verarbeitung durch lange offene Zeit. Das Produkt wird dünn mittels Spachtel oder Wischer auf den Boden aufgebracht und anschließend mit der Einscheibenmaschine und untergelegtem abrasiven beigen Pad egalisiert. Sogar Mosaik-Parkett kann auf diese Weise gleichmäßig eingefärbt werden.
- der Parkettleger "verkümmert" nicht zum Fertigparkett-Zusammenklicker, sondern stellt sein handwerkliches Geschick in den Vordergrund und hebt seine Arbeit für jeden sichtbar von Baumarkt-Böden ab.
- der Parkettleger kann seinen Kunden preisliche Alternativen zu teuren Exotenhölzern bieten. Als kleines Bonbon kommt hinzu, dass er sich beim anschließenden Überlackieren nicht - wie bei einigen Exotenhölzern - um eventuelle Trocknungsverzögerungen oder ausblutende Inhaltsstoffe zu kümmern braucht.

Vorteile für den Endverbraucher

- er kann nach preiswerteren Hölzern wie z.B. Esche oder Eiche schauen, ohne auf einen Farbtupfer bei der Bodengestaltung verzichten zu müssen. Das erlaubt Kosteneinsparungen von 30-50 EUR pro Quadratmeter.
- die Bodenfärbung ist durch Abschleifen wieder entfernbar, d.h. mehrmaliger Farbwechsel bei gleichem Boden ist durchaus denkbar.
- die ProColor Beize eignet sich für die Renovierung von schubfest verlegten Böden - es muss also bei Farbwechsel nicht ein kompletter Austausch des erst 10 Jahre alten Eichebodens erwogen werden.
- neben dem Preisvorteil gegenüber "echten" Exotenhölzern muss sich der ökologisch bewusste Verbraucher keine Sorge über eventuell illegalen Holzeinschlag eines Exotenholzes ohne Zertifikat machen.

aus ParkettMagazin 03/03 (Sortiment)