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Wässa & Schuster GmbH & Co. KG

Wässa & Schuster "ins Schlingern geraten"?


Droht die nächste spektakuläre Pleite im Großhandel? Nach Informationen der "Rheinpfalz" ist der Pfälzer Grossist Wässa & Schuster "ins Schlingern geraten". Das Anfang 2000 aus der Fusion von Wässa & Raab und der Farbensparte von Schuster & Sohn entstandene Unternehmen soll rote Zahlen schreiben. "Wenn Farbenhersteller Caparol und die Schuster & Sohn KG nicht als Gesellschafter hinter Wässa & Schuster ständen, sähe es schlecht aus", zitiert die Zeitung den geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Axel Wiesenhütter, der zugleich in vierter Generation an der Spitze von Mutter Schuster & Sohn steht.

Wässa & Schuster war 2000 aus dem Zusammenschluss von Wässa & Raab und der Farbensparte von Schuster & Sohn entstanden und betreibt 12 Großhandels- und 3 Fachhandels-Standorte in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Südhessen, Nordbaden und Luxemburg. Die Fusion litt unter bekannten Problemen: Auf menschlicher Ebene stimmte die Chemie nicht und angestrebte Synergieeffekte ließen sich nicht realisieren. So gab es innerhalb der dreiköpfigen Führungsspitze mit dem promovierten Chemiker Wiesenhütter und den beiden Wässa-Söhnen Thomas und Stefan von Anfang an atmosphärische Störungen. Die Zwillinge stiegen aus und Caparol ein.

Auch die erwartete Umsatzaddition blieb ein Wunschtraum; Anlaufschwierigkeiten nach der Fusion und die Branchenkrise drückten auf die Erlöse. Ende 2000 habe es noch geheißen, "die Ziele seien planmäßig erreicht worden", schreibt die Rheinpfalz, Ende 2001 sei der Umsatz mit 60 Mio.EUR als "stabil" angegeben worden, inzwischen aber auf 51 Mio. EUR korrigiert. Zugleich belasteten viel zu hohe Kosten das Unternehmen, denen man durch Einsparungen gegenzusteuern versucht - unter anderem durch Personalabbau. Ein neu eingestellter kaufmännischer Leiter habe die notwendigen Schritte am Standort Speyer durchführen sollen, zeigte dabei allerdings die Neigung "etwas rabiat aufzutreten", wie Wiesenhütter einräumt.


Dem Firmenchef wird jetzt vorgeworfen, sich einen "Mann für's Grobe" besorgt zu haben,"der das Ruder herumreißen" soll. Außerdem steht er laut Rheinpfalz wegen "angeblicher Versäumnisse im Zusammenhang mit der Fusion" in der Kritik. Die Zeitung selbst geht mit dem 60jährigen, der seit über 30 Jahren Unternehmer und seit fast 14 Jahren Präsident der IHK ist, hart ins Gericht. Er habe bei der Transaktion "kein glückliches Händchen gehabt", heißt es in einem Kurzportrait. Der Vielbeschäftigte habe sich "verzettelt, mit der Fusion übernommen, ihre Folgen unterschätzt und sich womöglich unterschätzt", heißt es in einem Kommentar. "Jetzt steht er vor der größten Krise seiner gesamten Karriere."

aus BTH Heimtex 07/02 (Wirtschaft)