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BTH/BBE-Kundenbarometer Parkett

Wer ist der sympathischste Parkett-Anbieter?

Vor knapp zwei Jahren hat BTH zum erste Mal das BTH/BBE-Kundenbarometer Parkett veröffentlicht. Seitdem hat sich einiges im Markt verändert, wie die aktuelle Umfrage zeigt. So hat beispielsweise Armstrong-DLW, damals Nr. 1 im Fachhandel, sich inzwischen von Parkett verabschiedet. Co-Sieger Tarkett Sommer steht jetzt allein an der Spitze und kann sich zudem über eine positive Bewertung seiner Kunden freuen. Gründorf und Höhns sind auf Platz 2 aufgerückt, weitere Aufsteiger sind Hamberger und Witex.

Wenn auch der Parkett-Absatz in Deutschland im Zuge der allgemeinen Konjunkturflaute im letzten Jahr leicht rückläufig war, erfreut sich das Naturprodukt beim Verbraucher ungebrochener Beliebtheit und eines ausgesprochen positiven Images.

Parkett gilt als trendig, wertig, nobel, geschmackvoll. Kein Wunder, dass es sich einen festen Platz im Sortiment des Fachhandels erobert hat. Wobei sich der Handel nur mit Fertigparkett beschäftigt, also Parkett das werksseitig verlegefertig oberflächenbehandelt wurde und in der Regel schwimmend verlegt wird. Das klassische Massivparkett, das fest verklebt und vor Ort abgeschliffen und versiegelt bzw. geölt und/oder gewachst wird, bleibt die Domäne des Parkettlegers.

Zweifellos ist das Segment für den Handel interessant: Parkett ist hochpreisiger als andere Belagstypen, verspricht damit eine bessere Marge und zieht zudem in der Regel auch eine dementsprechend kaufkräftigere Klientel an. Aber Parkett ist auch anspruchsvoll im Verkauf; es verlangt einen fach- und sachkundigen Verkäufer, der sich sowohl mit den verschiedenen Holzarten auskennt, als auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Oberflächen-Veredlungen erklären kann.

Industrie und Großhandel helfen hier mit Schulungen und Seminaren. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet profunde Branchen-Informationen in der BTH-Schwesterzeitschrift Parkett Magazin, die sich an Parkett und Holzböden spezialisiert hat.

Vor knapp zwei Jahren hatte BTH die BBE zum ersten Mal mit einem Kundenbarometer Parkett beauftragt. Damals führten 52 % der Befragten Parkett, jetzt sind es 73 %. Das Produkt hat beim Fachhandel also stark an Bedeutung zugenommen. Zugleich hat sich in diesem Zeitraum auch der Markt verändert. Mancher Anbieter ist verschwunden, wie Armstrong DLW, die sich inzwischen von Parkett verabschiedet haben oder wie Hazet, die pleite sind. Auch auf Großhandelsseite sind Firmen abgetreten, die einst mit Parkett gut im Geschäft waren wie der Münchner Grossist Bürklin oder Kirschbaum in Münster, beide mittlerweile insolvent.

Wo kauft der Fachhandel Parkett ein?

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass der Fachhandel sein Parkettsortiment ausgebaut hat und viele Händler nicht mehr nur bei einem Lieferanten einkaufen, sondern bei zwei oder sogar mehreren. Auffällig: Es werden eindeutig deutsche Anbieter bevorzugt. Und der Großhandel spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

An der Spitze steht unangefochten und mit weitem Vorsprung Tarkett Sommer. 30% der Händler, die Parkett führen, nannten Europas größten Bodenbelagshersteller als Bezugsquelle. Das bedeutet eine erhebliche Steigerung gegenüber dem letzten Kundenbarometer Parkett: Damals waren es nur 12 %. Dabei ist Tarkett Sommer im Westen und bei den Filialisten deutlich besser vertreten als im Osten und bei den Selbstständigen.

Platz 2 hat Gründorf erobert - vorher auf Rang 4. Die Bodenbelagsmarke vom Holzwerk Otger Terhürne hat ihren Anteil im Fachhandel mit 9 % mehr als verdoppelt und und stützt sich dabei auf eine starke Bastion im Osten und bei den Selbstständigen. Offenbar macht sich hier konsequente Werbung und Vertriebsarbeit bezahlt.

Ebenfalls 9 % der Nennungen vereinigt Höhns auf sich und ist damit von Position 3 auf 2 neben Gründorf aufgestiegen. Der klassische Parketthersteller mit Sitz im norddeutschen Mölln verdankt seine gute Platzierung den selbstständigen Händlern und ist im Westen etwas besser im Geschäft als im Osten

Im Windschatten der Top 3 liegt mit 7 % Anteil der größte deutsche Parkettproduzent, Hamberger aus Rosenheim auf Platz 4, der im Bodenbelagshandel mit seiner Marke Go agiert. Bei dem Familienunternehmen, das beim letzten Kundenbarometer noch unter "ferner liefen" fiel, fällt die gleichmäßige Positionierung auf - sowohl regional im Westen und Osten als auch nach Geschäftstypen mit Selbstständigen und Filialisten.

Knapp dahinter folgt mit 6% Witex auf Platz 5, ein weiterer Aufsteiger dieser Umfrage. Das resultiert allein aus der Treue der ostdeutschen Kunden, im Westen sind die Augustdorfer dagegen ausgesprochen schwach. Genauso hapert es mit der Verbreitung bei den Selbstständigen, dafür kaufen 11 % der Filialisten bei Witex ein.

Rang 6 belegt etwas überraschend Korkspezialist Amorim mit 4 % und lässt damit große Parkettnamen wie Kährs und Bauwerk hinter sich. Die teilen sich zusammen mit Kohler, Meister Leisten und Berry Wood aber immerhin Platz 7.

Mehrfach genannt, aber nicht in der Breite im Fachhandel vertreten wie die oben genannten Unternehmen sind - ohne Wertung in alphabetischer Reihenfolge - Aicher, Gunreben, Lobofloor, Marty, Nolte, Topos Boxler, Upofloor.

Meisterwerke Schulte GmbH
Tarkett Sommer
Meisterwerke Schulte GmbH
Höhns
Meisterwerke Schulte GmbH
Meister
Meisterwerke Schulte GmbH
Gründorf
Meisterwerke Schulte GmbH
Go

Individuelle Bewertung von 3 Anbietern

Tarkett Sommer ist der Gewinner dieses Kundenbarometers - nicht nur, weil die Frankenthaler über den höchsten Verbreitungsgrad im Fachhandel verfügen, sondern weil sie auch ausgesprochen gut beurteilt werden: In 13 von 16 Kategorien liegen sie vorne; nur beim Preis-Leistungs-Verhältnis, den Konditionen und der Verkäuflichkeit der Ware mussten sie einen anderen Anbieter vorlassen.

Die besten Noten gab es für Qualität, Lieferzuverlässigkeit und Liefergeschwindigkeit (jeweils im Schnitt 2,0). Auch an der Freundlichkeit (2,1), der Vertriebspolitik und der Qualität des Innendienstes (jeweils 2,2) gab es nichts auszusetzen. Das Unternehmen wirkt auf den Handel sympathisch (2,3), verfügt über einen kompetenten Außendienst (2,3) und eine ordentliche Reklamationsbearbeitung (2,3). Nicht unwichtig sind die Zukunftsperspektiven: Hier vertraut der Handel offenbar darauf, dass der Konzern Stehvermögen hat und langfristig ein wichtiger Marktteilnehmer bleibt.

Weniger zufrieden äußerten sich die Befragten über die Verkaufsförderung (2,5), das Preis-Leistungs-Verhältnis (2,6) und vor allem die Konditionen (2,8).

Das Ergebnis des Kundenbarometers zeigt, dass Image und Positionierung von Tarkett Sommer Holzböden anscheinend besser sind als die Zahlen. Der defizitäre Geschäftsbereich Holzböden Europa gehörte 2001 zu den Schwachstellen im Konzern.

Gründorf wird von allen drei bewerteten Unternehmen vom Handel am kritischten gesehen. Nur in einer Kategorie reichte es für Platz 1 - Konditionen - und das noch mit einer relativ bescheidenen Note von 2,7, dreimal gab"s die Silbermedaille - bei Verkaufsförderung, Fortschrittlichkeit und Zukunftsperspektiven - ansonsten blieb immer nur der dritte Platz.

Auffällig sind die Schwächen bei den "weichen" menschlichen Faktoren wie Sympathiewert, Kulanz, Qualität des Außendienstes (jeweils 2,9) und Reklamationsbearbeitung (2,8). Auch in produktbezogenen Kriterien wie dem Preis-Leistungs-Verhältnis (2,8), der Produktqualität (2,6) und der Verkäuflichkeit der Ware (2,7) liegt Gründorf unter dem Schnitt.

Höhns wird vom Fachhandel klar als kompetenter Parketthersteller gesehen. Das signalisieren die guten Noten bei allen produktorientierten Kategorien wie Qualität (2,1), Verkäuflichkeit der Ware (2,3) und Preis-Leistungs-Verhältnis (2,5). Auch der Lieferservice stimmt - Liefergeschwindigkeit 2,2, Lieferzuverläsigkeit 2,3 -, doch könnten die Möllner kulanter (2,7) und freundlicher (2,6) sein. Bei der Qualität des Außendienstes (2,7) und der Verkaufsförderung (2,8) sieht der Handel ebenfalls noch Nachholbedarf. Etwas unsicher ist er zudem bei den Zukunftsperspektiven.

BTH / BBE-Kundenbarmeter - Panel und Methodik

Die Umfrage für das BTH/BBE-Kundenbarometer Parkett wurde in zwei Schritten durchgeführt: Im ersten wurde zunächst recherchiert, bei welchen Anbietern der Fachhandel überhaupt Parkett einkauft - oder andersherum, wie stark die einzelnen Anbieter im Fachhandel vertreten sind. Diese Befragung erfolgt gestützt, aber offen. Das heißt, zu den vorgegebenen Firmen können weitere genannt werden.

Im zweiten Schritt beurteilen die Händler die drei Erstplatzierten detailliert nach 16 verschiedenen Kriterien. Darunter sind objektiv messbare wie Liefergeschwindigkeit, Lieferzuverlässigkeit, Konditionen und Kulanz, aber auch subjektiv empfundene wie Sympathiewert, Freundlichkeit, Qualität des Außen- und Innendienstes sowie die Zukunftsperspektiven eines Unternehmens. Aus den Antworten hat die BBE eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet, die aber als Maßstab allein nicht ausreicht. Auch die Streuung der Noten muss beachtet werden, weil sie etwas über die Gewichtung aussagt.

Das Panel setzte sich zusammen aus 106 klassischen Facheinzelhändlern und gehobenen Fachmärkten - kein Großhandel, keine Discounter, keine Baumärkte - in ganz Deutschland, regional verteilt im Norden, Süden, Osten und Westen, Selbstständige und Filialisten mit einem Jahresumsatz von mindestens 500.000 EUR.

Die Ergebnisse werden prozentual angegeben. Sie basieren nur auf den Antworten der Händler, die Parkett führen und bei dem jeweils bewerteten Unternehmen einkaufen. Zusätzlich sind sie differenziert nach West (= Händler in den alten Bundesländern) und Ost (= Händler in den neuen Bundesländern) sowie nach selbstständigen Händlern und Filialisten.

aus BTH Heimtex 07/02 (Wirtschaft)