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Baumwollmarkt

Weißes Gold bleibt hoch im Kurs


Stuttgart - Das US Department of Agriculture hat seine Schätzung für die Produktion von Baumwolle nach unten korrigiert. Durch die anhaltende Dürre in Zentralchina und Texas wächst die Sorge vor Ernteausfällen.

Am 11. Mai veröffentlichte das USDA seine neuen Zahlen: Trotz der in verschiedenen Ländern angekündigten Produktionssteigerung erwartet es zum Anfang des neuen Baumwolljahres, das am 1. August 2011 beginnt, nur noch Bestände von 10,4 Mill. t. Die ursprüngliche Prognose hatte bei 10,7 Mill. t gelegen. Weltweit sind die wichtigen Baumwollproduzenten bemüht, ihre Lager wieder aufzufüllen. Die Ending Stocks in den USA, dem weltgrößten Baumwolllieferanten, haben in der Saison 2010/11 mit 0,38 Mill. t einen historischen Tiefststand erreicht. Der überschießende Baumwollpreis und das knappe Angebot auf dem Weltmarkt kurbelten das Exportgeschäft an, haben aber auch die Bestände auf ein gefährlich geringes Niveau abschmelzen lassen.

Die Produktion der Saison 2011/12 soll nach neuesten USDA-Prognosen um 8,7 Prozent auf 27,2 Mill. t ansteigen. Das International Cotton Advisory Committee war vor kurzem noch von einem Plus von 11 Prozent ausgegangen. Der Weltbaumwollverbrauch soll auf etwas über 26 Mill. t klettern; das ist ein Plus von ca. 2,6 Prozent gegenüber dem Verbrauch in der noch laufenden Saison. Die Aussichten auf ein deutlich steigendes Angebot und eine verhaltene Nachfrage haben seit April den Cotlook A Index purzeln lassen, auch wenn er immer noch fast dreimal so hoch notiert wie Anfang 2010.


Doch damit die "Entspannung auf hohem Niveau" anhält, darf nichts Unvorhergesehenes wie etwa Wetterphänomene dazwischenkommen - so wie die außergewöhnliche Dürre in Texas, das für ein Viertel der US-Baumwollproduktion steht, und in den chinesischen Provinzen Hubei, Jiangxi und Hunan als Folge von "La Nia". Dort hat es zum Teil seit Monaten nicht mehr geregnet, so dass keine Aussaat möglich ist. Indien hingegen hat seine Output-Schätzung für die Saison 2010/11 wegen ungewöhnlich starker Regenfälle im Dezember auf 5,2 Mill. t nach unten korrigiert. Zu Beginn der indischen Saison war die Regierung noch von 5,6 Mill. t ausgegangen. Die Ausweitung der Anbaufläche in China, die noch Ende April auf 10 Prozent geschätzt wurde, dürfte kaum ein Plus von 6 Prozent erreichen. Wie überall auf der Welt ist auch beim Baumwollproduzenten Nr. 1 die Konkurrenz mit anderen Staaten groß. Schließlich nehmen der weltweite Bedarf und die Preise von Nahrungsmitteln rasant zu, während Agrarflächen knapp sind.

aus Haustex 06/11 (Fasern, Garne)