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Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (VIS)

Q-Zeichen für geprüfte Sonnenschutz-Qualität

Der Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz in Krefeld hat in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Textilforschungsinstitut in Chemnitz ein Qualitätszeichen für Sonnenschutzprodukte entwickelt, das den Kunden ein Höchstmaß an Langlebigkeit, Wertigkeit und Sicherheit bieten soll.

Ein blaues VIS-Logo im schwarzen Q wird künftig hochwertige Sonnenschutztextilien kennzeichnen. Das markante Signet soll nach dem Willen des Verbands innenliegender Sicht und Sonnenschutz (VIS) in Krefeld den Konsumenten ein Höchstmaß an Wertigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit garantieren. "Mit dem Q-Zeichen geben wir das Versprechen, dass wir die Qualität im Griff haben", erklärt Wilhelm Hachtel, Vorstandsvorsitzender des VIS und Geschäftsführer von MHZ Hachtel.

Das eingetragene und geschützte Q-Zeichen, das in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Textilforschungsinstitut Chemnitz (STFI) entwickelt wurde, ist produktbezogen und darf ausschließlich von Verbandsmitgliedern benutzt werden. "Die Rechte dafür liegen beim Verband", informiert VIS-Geschäftsführer Friedrich Peschen.

Gegenstand der Prüfungsreihen beim STFI in Chemnitz, einer akkreditieren Prüfstelle, sind Stoffe, die in Rollo-, Plissee- und Vertikal-Anlagen zum Einsatz kommen. Während die Einhaltung der gängigen DIN-Vorschriften, wie Lichtechtheit oder Schwerentflammbarkeit ohnehin durch die Textilproduzenten garantiert werden, geht das Q-Zeichen noch einen Schritt weiter. Geprüft werden im Rahmen von Belastungstest auch die Langlebigkeit und Haltbarkeit der Behänge.

In der Regel führt das Chemnitzer Institut Typprüfungen durch. Im Plisseebereich zum Beispiel wurden inzwischen 70 Typen erfolgreich getestet, wodurch jetzt rund 600 Stoffe das Q-Zeichen erhalten haben. Erste Sonnenschutz-Hersteller verwenden das neue Qualitätslogo bereits für ihre komplette Kollektion. "Bei testierten Stoffen kann man davon ausgehen, dass die Qualität nicht mehr verändert wird", versichert Erhard Müller, Vorstandsmitglied im VIS und Geschäftsführer von Büscher Sonnenschutz.

ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Hendrik Beier, Leiter Abteilung Textile Materialforschung im Sächsischen Textilforschungsinstitut führt durch die VIS-Teststrecke.
ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Dieses Logo kennzeichnet künftig hochwertige Sonnenschutztextilien.
ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Eine spezielle Software steuert die Belastungstests von Sonnenschutz-Textilien im Sächsischen Textilforschungsinstitut.

Auch wenn die Verbandsmitglieder nicht dazu verpflichtet sind, das Q-Zeichen zu benutzen, haben sich die Beteiligten zum Ziel gesetzt, "künftig nur noch geprüfte Produkte in den Markt zu bringen, um damit die Wertigkeit von Sonnenschutz zu unterstreichen". Das Prüfzeichen soll die Marktposition der VIS-Mitglieder stärken und einen "klaren Wettbewerbsvorteil" gegenüber Nichtmitgliedern bringen. Nicht zuletzt wird das Qualitätszeichen als "zukunftsfähiges Marketinginstrument" eingesetzt, das vor "Preiswertprodukten schützen soll, die nicht unser Niveau haben", nennt Erhard Müller ein weiteres Kriterium. Zudem trage qualitätsgeprüfter Sonnenschutz zur Festigung der Kundenbindung bei. "Qualität ist ein wichtiges Verkaufsargument für den Fachhandel, dem Baumärkte und Discounter zunehmend Konkurrenz machen. Qualität schafft Vertrauen in das Produkt, seinen Hersteller und den Händler."

Die Tests für den Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz führt die Abteilung Textile Materialforschung des STFI durch. "Wir verfügen über ein großes Potenzial an Erfahrung im Bereich der technischen Textilien" sagt Hendrik Beier, Leiter Abteilung Textile Materialforschung. In einem neu errichteten Prüflabor werden die thermischen und mechanischen Bedingungen, die im Umfeld von Fenstern auftreten, durch zyklische Beanspruchungen praxisnah und komplex simuliert, wie zum Beispiel an Dachflächen, in Bad oder Küche. Zeit, Klima und Kraft sind die wesentlichen Parameter, die über Steuerprogramme überwacht und aufgezeichnet werden. Rollos bleiben 48 Stunden im Teststand, Plissees 72 Stunden. Auf diese Weise lassen sich Maßhaltigkeit, Oberflächen- und Formbeständigkeit unter Gebrauchsbelastung feststellen. Dann werden etwaige Schichtablösungen, Flecken, Farbveränderungen, Wellen, Knicke, Risse und Faltenveränderungen sichtbar.

Petra Lepp-Arnold

aus BTH Heimtex 01/07 (Marketing)