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Holzland Expo 2006 in Hannover

"Bühne" für die Holzland-Kooperation

Eine echte Leistungsschau war auch die zweite Auflage der Holzland Expo, die vor wenigen Wochen in Hannover stattfand. In sechs Pavillons rund um das hölzerne Expo-Dach stellten nicht nur 180 Zulieferer der Handelskooperation aus. Auch Holzland selbst nutzte - so die Aufsichtsratsvorsitzende Birgitt Witter-Wirsam - "die Bühne Holzland-Expo". Auf großes Interesse stießen die Holzland Fachmarkt-Ausstellung "Bodenstudio" und das Vertriebskonzept "Laminat-Lager - der Holzboden-Discount".

Rund 1.800 Besucher zählte die Handelskooperation Holzland auf ihrer Hausmesse in Hannover. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Holzland-Geschäftsführer Thomas A. Baur: "Es ging uns an beiden Tagen gezielt darum, Seite an Seite mit unseren Partnern auf Industrie- und Dienstleisterseite startreife Lösungen für den Holzhandel zu präsentieren. Das ist uns, so meine Einschätzung, in Quantität und Qualität absolut gelungen."

Discount-Laminat-Lager

Für viel Diskussionsstoff sorgte bei Besuchern und Ausstellern das "Laminat-Lager" - eine Discount-Lösung für den Holzhandel. Statt im eigenen Holzfachhandel den Preiseinstieg mit abzudecken, bietet die Wuppertaler Kooperation ihren Partnerunternehmen und Interessierten ein schlüsselfertiges Konzept für den Discount im Bereich Parkett, Laminat- und Korkböden. Damit könne der Holzhandel auch den Kunden ein Angebot machen, die bisher nicht zur Zielgruppe gehören - ohne dem eigenen Fachgeschäft zu schaden.

Das Entscheidende: Das Laminat-Lager soll räumlich sowie optisch vom Fachhandel getrennt sein und wie ein echter Discounter funktionieren. Um dem eigenen Fachgeschäft nicht zu schaden, ist ein neuer Standort an einem stark frequentierten Ort, etwa in der Nähe von Lebensmitteldiscountern oder Baumärkten, notwendig. Außerdem sollte für den Endverbraucher die Verbindung zum Holzhändler auf keinen Fall erkennbar sein. Der neue "Holzboden-Discounter" hat dann eine Alleinstellung im Markt. Als Einziger bietet er ausschließlich Parkett, Laminat- und Korkböden und verfügt deswegen im Vergleich zum Wettbewerber Baumarkt über eine deutlich größere Auswahl.

Bei der Entwicklung der Discount-Schiene konnte die Holzland-Zentrale auf die Erfahrungen einiger Partnerunternehmen wie Holzland Wischmann in Witten-Herbede zurückgreifen. Wischmann betreibt heute drei Discount-Lager und zwei Fachmärkte und beweist - wie einige andere auch -, dass Outlets im Holzboden-Sektor funktionieren. Dabei ist sich Geschäftsführer Marc Wischmann sicher: "Es verirrt sich kaum jemand in das Discount-Geschäft, der dort nicht hingehört."

Allerdings muss sich der Holzhändler auch im Kopf umstellen, betont Wischman weiter. Beratung, Service und ansprechendes Ambiente - die Gebetsmühlen des Fachhandels - sind tabu. Das Laminat-Lager zielt vielmehr auf den preisbewussten Kunden, der sich in einfachen Laden-Strukturen mit preisaggressiven Angeboten zurechtfindet.

Modulares Bodenstudio

Eine weitere Entwicklung der Holzland-Kooperation, die auf großes Interesse im Holzhandel stößt, ist das "Bodenstudio". Dahinter verbirgt sich ein Boden-Ausstellungskonzept für den Fachmarkt. In einzelnen Modulen werden dem Endverbraucher einerseits die jeweiligen Produkte ansprechend und übersichtlich präsentiert und andererseits die Grundbegriffe und Prinzipien des Themenbereichs erklärt. In einer solchen Ausstellung erfährt der Kunde u.a. in groben Zügen die Vor- und Nachteile der Verlegearten oder welche Zubehörartikel er für die Verlegung von Böden mit mechanischer Verriegelung benötigt.

Mittelpunkt des Ausstellungsraumes könnte das "Holzland-Gestaltungsmodul" sein. Der mit Materialbeispielen und Farbmustern bestückte Tisch steht mittig auf einer neutralen Fläche und werde damit zum Herzstück eines jeden Beratungsgesprächs. Mit Handmustern sollte der geschulte Fachverkäufer dem Endverbraucher in Gestaltungsfragen helfen und ihn so in kleinen Schritten zum Wunschboden führen.

Das in mehreren Größen angebotene "Bodenstudio" wird bereits jetzt in verschiedenen Versionen im Handel eingesetzt. Bei der Planung und Ausführung stehen die Ausstellungsberater der Holzland-Zentrale bereit. "Wir begleiten unsere Partnerunternehmen von der Ist-Aufnahme bis zur schlüsselfertigen Ausstellung", unterstreicht Johannes Schulze, Produktmanager Fachmarkt und Ausstellungsplanung, das Holzland-Engagement.

Holzland GmbH
Rund 1.800 Gäste der Holzland fanden den Weg zum Expo-Gelände in Hannover. Das Oktoberfest am Freitagabend war entsprechend gut besucht.
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Die Handelskooperation nutzte die Gelegenheit, auch ihre eigenen Dienstleistungen im Bereich Marketing zu präsentieren.
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Das Holzland-Bodenstudio ist nach Produktgruppen sortiert und ermöglicht dem Endverbraucher dadurch einen klaren Überblick.

Großes Boden-Sortiment

Bodenkompetenz beweist Holzland allerdings nicht nur bei Präsentation und Distribution, sondern auch beim Boden-Sortiment. Deutlich wurde dies im Pavillon 33, der mit einer Ausstellungsfläche von 1.800 qm den Parkett- und Laminatherstellern sowie der Zuliefererindustrie vorbehalten war. Trotz der Absagen einiger großer Produzenten im Vorfeld der Veranstaltung war es den Organisatoren dennoch gelungen, über 30 Aussteller für den Bodenkompetenz-Pavillon zu gewinnen.

Mit dabei Parketthersteller Kährs, der den Holzland-Händlern sein neues Shop-in-Shop-System präsentierte. Anstelle einzelner Displays bieten die Schweden nun auch ein modular aufgebautes Gesamtkonzept. Gleich gegenüber stellte die französische Sägerei und Parqueterie Colman Bois aus. Das Unternehmen aus Grobliederstroff zeigte Dielenböden aus Esche, Kirsche, Nussbaum, Jatoba und Doussie. Auch Massivholzdielenhersteller Berthold nutzte die Holzland-Veranstaltung, um im Vorfeld der Bau die Resonanz auf neue Produkte zu testen. In zahlreichen Gesprächen wurde das Interesse der Händler an neuen Eiche-Dielen abgefragt.

Etwas zwischen den Sortimentsgruppen saß Barth: Als Trip Trap-Vertretung in Deutschland unterhielt der Händler einerseits einen Stand im Gartenpavillion auf dem Freigelände, um die Lacke, Öle und Pflegeprodukte von Woodcare für den Außenbereich und die neuen Terrassendielen zu präsentieren. Im Boden-Pavillion wiederum wurden neue Holzböden für den Innenbereich gezeigt, u.a. ein vierstabiges Mehrschichtparkett aus Indonesien und die Parkettböden der beiden neuen chinesischen Kooperationspartner von Barth.

Mit Hamberger, Berry, Alloc, Amorim, Plyquet, Hoco, Tarkett, Schwab und Trapa als Aussteller stellte die Holzhandelskooperation die Größe des Bodensortiments zusätzlich unter Beweis. Die meisten Unternehmen zeigten, kurz vor den großen Messen, noch keine Produktneuheiten. Sie nutzten die Veranstaltung vielmehr zu ausführlichen Gesprächen mit den Holzland-Händlern.

Sortimentskategorien auf einen Blick

Die Aufteilung in den Pavillons und Zelten hatte Holzland konsequent nach den Prinzipien des "Category Managements" vorgenommen. D.h. passende Produkte und Sortimente wurden so nebeneinander präsentiert, wie der Kunde dies erwartet. Am auffälligsten war dies in der so genannten Zubehörstraße. Hier waren auf der einen Gangseite die Ausstellungsmodule der Holzland zum Thema Zubehör zu sehen, auf der anderen Seite präsentierten die Lieferanten ihre Leisten, Klebstoffe, Oberflächensysteme und Unterlagsmatten. Mit Parkettfreund, Proline, Prinz, Wagner, Siltex, Bona, CC-Dr. Schutz, Stauf und Ewifoam standen hier namhafte Unternehmen der Zubehör-Branche Seite an Seite - nicht unbedingt zur eigenen Freude.

Rahmenprogramm mit Vorträgen

Die Wuppertaler Handelskooperation verstand ihre große Veranstaltung aber nicht nur als Lieferanten-Messe und Leistungsschau, sondern wollte auch einen Beitrag zu Zukunftsthemen im Holzhandel leisten. Vorträge des Zukunftsforschers David Bossard und der Ebay-Expertin Marion von Kuczkowski waren allerdings nur ein Angebot an die Besucher. Ein anderes stellte der IT-Pavillon unter dem Expo-Dach dar. Hier wurden in Live-Demos Informationen zu Themen wie Edifact und RFID für eine zukunftsfähige Logistik im Holzhandel vermittelt.

aus ParkettMagazin 06/06 (Marketing)