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Tarkett Holding GmbH

Worauf muss man beim Polyolefinbelag "Super Nova" achten?

Viele Verleger meiden Polyolefinbeläge, da die Verlegung und die Reinigung zu Problemen führen kann. Die Verlegung des homogenen Polyolefinbelages "Super Nova" von Tarkett Sommer stellt hohe Anforderungen an die handwerklichen Fähigkeiten des Verlegers und an den eingesetzten Klebstoff. In Zusammenarbeit mit dem Belaghersteller Tarkett und Klebstoffhersteller Wulff zeigt Fussboden-Technik auf, worauf der Bodenleger achten muss.

Polyolefinbeläge sind in erster Linie eine Alternative zu PVC-Belägen. Bauherren fordern ihn als ökologischen Objektbelag, weil er chlorfrei ist. Polyolefin wird von zwei Herstellern angeboten.

Bei der Verlegung von PO kann man zahlreiche Fehler machen, die schnell zum Gewährleistungsfall führen können. Um diesen Fall zu verhindern, hat Tarkett Sommer hohe Ansprüche an den Belag und an funktionierende Verlegewerkstoffe gestellt: ein Höchstmaß an Strapazierfähigkeit, lange Lebensdauer und minimaler Reinigungs- und Pflegeaufwand. Die empfohlenen Kleber müssen eine Schälfestigkeit am 3. Tag von 2 N/mm erreichen. Die Maßänderung darf am 7. Tag bei Zimmertemperatur maximal 0,2% betragen.

Eigenschaften von Tarkett Sommer Super Nova

Der Polyolefinbelag unterscheidet sich aus klebetechnischer Sicht erheblich von anderen elastischen Belägen. Für die Verklebung sind folgende Punkte besonders von Bedeutung:

- Tarkett Super Nova weist eine gewisse "Steifigkeit" auf. Der Belag schmiegt sich Unebenheiten im Untergrund nur sehr schwierig an. Aus diesem Grund ist dem Punkt "sehr ebenflächig spachteln" eine besondere Bedeutung beizumessen. Die Ebenheitstoleranzen der DIN 18202 "Erhöhte Anforderungen", Zeile 4, sind sorgfältig einzuhalten.

- Der Belag baut bei Wärmebelastung ernorm hohe Maßänderungen bzw. Kräfte auf, die nach Ansicht von Wulff mit weichen Haftklebstoffen, die in der Regel Naturharze oder Weichharze enthalten, nicht zu halten sind. In den Kleber Supra Coll wurden spezielle Rohstoffe eingearbeitet, die ein hohes Nassanzugsvermögen gewährleisten.

- Bei der Verlegung muss die Blasenbildung durch Begehen oder Knie-Belastung bzw. Lufteinschlüsse vermieden werden. Dem Verleger muss klar sein, dass sich jeder mangelhaft benetzte Bereich zu einer Blase entwickeln kann. Der von Tarkett freigegebene Wulff-Klebstoff Supra Coll ist faserarmiert und wird dadurch selbst im frischen Zustand nicht so leicht verdrückt.

- Grundsätzlich besteht die Gefahr von Stauchungen und Blasen im Randbereich, da der Belag durch Wärme und Feuchtigkeit wächst. Abhilfe schafft man, indem man mit dem Linocut eine 0,5 mm breite Fuge im Nahtschnittbereich - auch im Randbereich - schneidet und den Belag sehr sorgfältig anreibt. Auf diese Weise erzielt man eine spannungsfreie Verlegung und gefürchtete Nahtaufspitzungen bleiben aus. Wichtiger Tipp: Der Belag darf auf gar keinen Fall "press"-verlegt werden.

Der Unterboden

Der Unterboden muss sauber, dauertrocken, planeben, frei von Rissen (siehe auch VOB Teil C, DIN 18365; 18560) und wie unten beschrieben temperiert sein. Die Spachtel- oder Ausgleichsmasse ist so aufzubringen, dass sie sich fest und dauerhaft mit dem Untergrund verbindet, nicht reißt, ausreichend druckfest und saugfähig ist. Die Verlegung auf Dämmuntergrund oder Stabilisierungsunterlage wird von Tarkett Sommer nicht empfohlen.

Die fachgerechte Verlegung

Der Belag ist vollflächig zu verkleben. Die Untergrundtemperatur muss über 15C betragen, Mindestemperatur der Raumluft 18C, relative Luftfeuchte unter 65%. Die Belagsbahnen sind vor der Verlegung dem Raumklima anzupassen. Dazu sind die Bahnen grob zugeschnitten auszulegen. Falten, Knicke und Beschädigungen sind zu vermeiden. Eine gestürzte Verlegung ist nicht erforderlich, eine wannenförmige ist möglich.

Für eine einwandfreie Verlegung mit dem Wulff-Kleber Supra Coll ist folgendes zu beachten:

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Der Verlegung von Super Nova: 1. Der Klebstoff Supra-Coll wird mit einer B2-Zahnung gleichmäßig aufgetragen und 10 bis 15 Minuten abgelüftet, bevor der Belag Tarkett Sommer Super Nova eingelegt wird.
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2. Der Klebstoffauftrag muss besonders gleichmäßig erfolgen. Verbrauch: ca. 380g/qm. Abgenutzte Zahnleisten sind rechtzeitig zu ersetzen. Einlegen des Belages in das Klebstoffbett.
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3. Nach dem Einlegen des Belages muss der Belag mittels eines Anreibebrettes sorgfältig angerieben werden.
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4. Die eingeschlossene Luft wird von der Bahnenmitte nach außen zum Bahnenrand herausgedrückt. Nach ca. 60 Minuten sollte der Belag mit einer 50 kg Gliederwalze angewalzt werden.
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5. Mit einem Linocut werden die Nähte exakt geschnitten.
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6. Letzte Korrekturen mit dem Messer.

- Vor der Verlegung wird mindestens 3 mm stark mit Wulff SA 50 oder 2-K AM 10 gespachtelt. Es empfiehlt sich, gegebenenfalls mehrmals zu spachteln bzw. grundsätzlich zu rakeln, um eine gute Ebenheit zu erzielen.

- Der Klebstoffauftrag muss besonders gleichmäßig erfolgen, Verbrauch: ca. 380g/qm. Abgenutzte Zahnleisten sind rechtzeitig zu ersetzen. Wichtig: Im Kopfendenbereich neigt der Belag zum Krallen. Durch Gegenwalken entgegen wirken.

- Zahnung B2 verwenden. Diese grobe Zahnung wurde aufgrund der Sperrigkeit des Belages gewählt, um eine bessere Benetzung sicherzustellen.

- Unbedingt den günstigsten Einlegezeitpunkt beachten: Der Belag ist nach kurzer Anlüftezeit des Klebstoffes einzulegen. Das ist dann der Fall, wenn beim Fingertest die Klebstoff-Riefe einen leichten Widerstand ergibt und trotzdem noch eine feuchte Benetzung am Finger stattfindet. Dieser Einlegezeitpunkt stellt sich bei normgerechtem Klima nach 10 bis 15 Minuten ein.

- Der Belag wird sofort nach dem Einlegen mit einem Korkbrett angerieben und sehr sorgfältig auf Lufteinschlüsse mit einem Blasensuchgerät oder einem Hammerstil abgehorcht. Eventuell eingeschlossene Luft wird von der Bahnenmitte nach außen zum Bahnenrand herausgedrückt. Nach ca. 60 Minuten sollte der Belag erneut mit einer 50 kg Gliederwalze angewalzt werden.

- Um Maßänderungen des frisch verklebten Belages durch Wärmeeinwirkung zu verhindern, muss der Belag nach Angaben des Belagherstellers drei Tage vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Zudem darf der Belag frühestens nach drei Tagen mit Stuhlrollen belastet werden.

Thermische Verschweißung

Super Nova muss mit einer speziellen PO-Schweißschnur (nicht Lino- oder PVC-Schweißschnur) heißverschweißt werden; genaugenommen handelt es sich hierbei um eine thermische Verfugung, die nicht die gleichen Kräfte aushält, wie eine PVC-Verschweißung. Die Verschweißung sollte frühestens 10 Stunden nach der Verklebung des Belages erfolgen. Das Ausfräsen ist mit einem parabelförmigen Edelmetall-Fräsblatt durchzuführen. Die Frästiefe sollte etwa 2/3 der Belagdicke betragen. Etwaiger Fräsgrat ist vor Einbringung der Schweißschnur zu entfernen.

Zum Verschweißen ist eine Schnellschweißdüse zu verwenden. Das Abstoßen der Schweißschnur erfolgt nach dem Abkühlen in zwei Arbeitsgängen mit einem Viertelmondmesser. Tipp: Einen leichten Schnitt erzielt man damit, wenn die Klinge vor dem Abstoßen kurz erwärmt wird. Es empfiehlt sich, erst eine Probeverschweißung auf Abfallstücken vorzunehmen.

Tarkett Sommer Super Nova im Überblick


Hersteller:
Tarkett Sommer Vertriebs GmbH & Co. KG - Bereich Objekt
Tel.: 06233/81-0
Fax: 06233/20648
E-Mail: mailtome@tarsom.com
Internet: www.tarkett-sommer.com

Bezeichnung: Tarkett Sommer
Super Nova

Nutzschicht: Polyolefin (PO)
Oberflächenstruktur: glatt
Oberflächenvergütung: PUR oberflächenvergütet
Homogener Belag, Stärke: 2mm
Gesamtgewicht: 1.800 g/qm
Lieferformat: 2 m Bahnenware
Dessinart: richtungsfrei
Farbenanzahl: 24
Eignung: Fußbodenheizung, Stuhlrollen
Wärmewiderstand: 0,0164 qm K/W
Trittschall: ca. 4 dB
Weitere techn. Hinweise: laugen- und säurebeständig, rutschhemmend R9
Lichtechtheit: LE > 6
Brandklasse: B 1
Beanspruchungsklasse: EN 34-43

aus FussbodenTechnik 05/03 (Sortiment)