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Rundgang bei Sonnhaus

"Wohnen wie Götter"

"Wohnen wie Götter" - unter diesem Slogan vermarktet der österreichische Grossist Sonnhaus sein umfangreiches Sortiment an Bodenbelägen, Stoffen und Tapeten. Das Familienunternehmen, das 2006 sein 75jähriges Jubiläum feiert, ist mit 35 Mio. EUR Umsatz einer der führenden Großhändler in der Alpenrepublik und darüber hinaus auch in Südtirol und über seine deutsche Tochter in Straubing im süddeutschen Raum aktiv. Kundenorientierung, Kompetenz, professionelles Marketing und zuverlässigen Service sieht der geschäftsführende Gesellschafter Gerhard Fessl als wichtigste Wettbewerbsvorteile seines Hauses.

Großzügig, weitläufig, einladend, geschmackvoll gestaltet mit vielen Interieur-Szenen - der Showroom von Großhändler Sonnhaus im Stammhaus im oberösterreichischen Wels setzt Maßstäbe in der Branche. Damit können nicht viele mithalten - nicht nur von den Wettbewerbern, sondern auch von der Industrie. Auch in anderen Bereichen sucht sich das Unternehmen von seinem Umfeld abzusetzen und sich durch besondere Leistungen zu profilieren.

Keine Spur von Behäbigkeit oder dem Beharren auf Althergebrachtem ist dem in der dritten Generation geführten Familienbetrieb anzumerken, der 2006 sein 75jähriges Jubiläum feiert. Dynamisch und flink passt man sich den Marktveränderungen an. Treibende Kraft dahinter ist der geschäftsführende Gesellschafter Gerhard Fessl. Der Großvater seiner Frau Veronika hatte einst mit einem Textilfachgeschäft den Grundstein gelegt, sein Sohn war in den 50er Jahren in den Großhandel eingestiegen, 1978 trat Fessl in das Unternehmen ein, konzentrierte sich bald auf den Großhandel und baute ihn systematisch auf und aus geographisch genauso wie im Sortiment.

Heute ist Sonnhaus einer der bedeutendsten Grossisten in der Alpenrepublik und "als führender Verlag anspruchsvoller Raumausstattung eine starke Handelsmarke", wie es Fessl formuliert. Das Markenzeichen des Hauses, die gelbe Sonne, leuchtet längst nicht mehr nur in ganz Österreich, sondern auch in Südtirol und im Süden Deutschlands. Nachdem 2000 zunächst der Außendienst grenzübergreifend in Richtung Bayern ausgedehnt wurde, verfügt Sonnhaus seit der Übernahme des Bodenbelagsgroßhändlers Streit in Straubing über einen Brückenkopf, von dem aus das gesamte Sortiment im Umkreis von rund 160 km um Straubing von Nürnberg bis München vertrieben wird. Im Raum Ulm bis zum Bodensee sind die Österreicher zudem mit Stoffen und Tapeten vertreten und pflegen ferner Kontakte in die Slowakei, nach Tschechien, Ungarn und Slowenien.

Insgesamt werden rund 5.000 Abnehmer bedient, zum großen Teil aus dem Fachhandwerk - und hier wiederum mit Schwerpunkt Raumausstatter und Tapezierer, den es in Österreich noch gibt - aber auch aus dem Fachhandel bis hin zum Möbelhandel, der speziell auf dem heimischen Markt eine wachsende, zukunftsträchtige Zielgruppe darstellt.

Ihnen wird ein ebenso breit- wie tiefgestaffeltes Programm an Bodenbelägen, Stoffen für die Fensterdekoration und Bezug, Wandbelägen und dem jeweiligen Zubehör geboten:"Wir entwickeln unser Sortiment gemeinsam mit führenden internationalen Herstellern. Als Komplettanbieter und Lagerhalter erleichtern wir unseren Kunden den Zugang zu einem komplexen Beschaffungsmarkt." Allein bei Stoffen werden 3.000 Positionen bereitgehalten: 1.700 bei Gardinen und Dekos und 1.300 bei Möbelstoffen.

Und obgleich Bodenbeläge mit 55% (davon 22% elastische Beläge, 17% textile und 16% Parkett und Laminat) den größeren Anteil am Gesamtumsatz von 35 Mio. EUR stellen, kommt den Stoffen doch für das Unternehmen noch fast mehr Bedeutung zu, weil sie ein "starker Deckungsbeiträgs-Träger sind". Und insofern eine der Säulen der komfortablen finanziellen Verfassung von Sonnhaus, die mit 60% Eigenkapital bestens ausgestattet sind. "Durch unsere Ertragsorientierung können wir Innovationskraft und stetige Höherentwicklung bei Produkten und Prozessen garantieren und eine konstante Größe am Markt sein", sagt Fessl dazu, "damit bieten wir unseren Kunden wie auch Lieferanten langfristig Rückhalt" - ein Argument, dass angesichts der aktuellen Umstrukturierungen und Konsolidierungen im Großhandel immer mehr zählt.

Von den drei Zentrallagern in Wels (Gardinen, Dekostoffe, Möbelstoffe, Bodenbeläge), Wien (Tapeten) und Straubing (Bodenbeläge) aus werden die Kunden primär mit eigenem Fuhrpark beliefert, über Nachtsprung auch mit der Bahn, teilweise werden auch Speditionen und Paketdienste genutzt. Unter dem Projektnamen Helios erarbeitet derzeit ein dreiköpfiges Team unter Leitung von Christian Müller ein neues Logistikkonzept zur Optimierung des Waren- und Informationsflusses, von dem sich Fessl langfristig massive Vorteile verspricht, denn "die logistischen Dienstleistungen sind nicht nur die Kernkompetenz des Großhandels, sondern werden künftig verstärkt zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Investitionen in eine moderne Logistik sind eine notwendige Voraussetzung, damit wir weiterhin die zuverlässige und beständige Größe am Markt bleiben."

Das ambitionierte Projekt geht weit über eine Tourenoptimierung hinaus: es umfasst die gesamte Supply Chain von der Beschaffung mit den Einkaufsprozessen über die Lagerwirtschaft mit Wareneingang, Lagersystemen und Kommissionierung bis hin zur Distribution mit Warenausgang, Zustellung und automatisierten Fakturierung. "Workflows werden die einzelnen Prozessschritte steuern, Barcode- und RFID-Technologie insbesondere der Qualitätssicherung dienen", erklärt Müller. Dafür sind vielfältige Reorganisationen, Umstrukturierungen und die Neuverteilung von Aufgaben und Kompetenzen notwendig, auch räumliche Erweiterungen wie ein neues Palettenregallager in der Zentrale in Wels. Der Titel Helios nach dem griechischen Sonnengott, der den Sonnenwagen über den Himmel lenkt, kokettiert mit dem Firmennamen Sonnhaus, entlehnt das Gefährt als Symbol der Logistik und beschreibt als Abkürzung das Ziel der Operation: High End Logistics Informations & Organisations Systems. "Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, bis Herbst 2006 werden wir die Maßnahmen realisiert haben", gibt Fessl den Zeitplan vor.

Überdurchschnittlich viel investieren die Österreicher von jeher in Marketing. Die Strategie basiert auf drei Säulen: Aktivitäten für die Kunden, für die Endverbraucher und die Unterstützung der Kunden bei der Ansprache des Endverbrauchers.

Sonnhaus GmbH
Der großzügige, weitläufige Showroom sucht seinesgleichen. Hier sind nicht nur sämtliche Produkte und Kollektionen zu sehen, sondern vielfältige Deko-Beispiele und Interieurszenen geben Anregungen und Ideen.
Sonnhaus GmbH
Die beiden Sonnhaus-Gesellschafter Veronika und Gerhard Fessl.
Sonnhaus GmbH
Rainer Luft ist Geschäfts-
führer von Sonnhaus
Deutschland in Straubing.

Sehr viel Wert wird auf eine enge Verbindung zur eigenen Klientel gelegt. "Persönliche Beziehungen sind für einen Großhandel lebensnotwendig", weiß das Sonnhaus-Team. Entsprechend ist man permanent draußen präsent, bei den besten Kunden alle vierzehn Tage, und pflegt darüber hinaus den Kontakt über die Teilnahme an Messen, Hausmessen, Kundenreisen und Schulungen. Die "Sonnenseiten" informieren regelmäßig montalich über News und Aktuelles und auf den Websites sonnhaus.at und sonnhaus.de sind geschützte Händlerbereiche eingerichtet, bei denen die Kunden online bestellen, die Verfügbarkeit abfragen und ihre Aufträge verfolgen können sowie Aktionsangebote finden.

Die Konsumenten werden im Internet durch ein "Creativ-Studio" zur virtuellen Raumgestaltung und einen großen Beratungsteil mit Wissenwertem und Tipps angesprochen und bekommen Bezugsquellen genannt. Außerdem schaltet Sonnhaus Anzeigen in Wohnzeitschriften und gibt ein Lifestyle-Magazin heraus.

Für die Kommunikation zwischen Händler und Verbraucher schließlich stehen vielfältige Instrumente zur Verfügung: von attraktiven Bemusterungen über klassische Verkaufshilfen und Werbematerialien bis hin zu der speziellen Software Ambiente zur virtuellen Raumgestaltung, -planung, Kalkulation und Zuschnitt.

Sonnhaus - das Unternehmen

Sonnhaus GmbH
Ginzkeystr. 38
A-4600 Wels
www.sonnhaus.at
www.sonnhaus.de

Gründung: 1931 durch Hans Sonnleitner sen.
Gesellschafter: Veronika und Gerhard Fessl (jeweils 50%)
Geschäftsführung: Gerhard Fessl
Umsatz 35 Mio. EUR, davon
- 22% elastische Bodenbeläge
- 19% Gardinen und Dekos
- 17% textile Bodenbeläge
- 16% Parkett und Laminat
- 9% Möbelstoffe
- 5% Tapeten
- 12% Zubehör
Eigenkapital: 60%
Mitarbeiter: 179, davon 20 im Außendienst (13 in Österreich, 7 in Deutschland) bzw. 128 in der Zentrale in Wels 21 in Wien30 in Straubing

Tochtergesellschaft: Sonnhaus Deutschland, Straubing, Geschäftsführung: Rainer Luft
Niederlassungen: Wien
Lager: Wels: Möbelstoffe, Gardinen, Dekos, BodenbelägeWien: TapetenStraubing: Bodenbeläge
Vertriebsgebiet: Ganz Österreich, Südtirol, Bayern in einem Umkreis von 160 km rund um Straubing von Nürnberg bis München das komplette Sortiment, im Raum Ulm bis Boden-see Stoffe und Tapeten,Kontakte in die Slowakei, nach Tschechien, Ungarn und Slowenien

Kunden: 5.000
Kundenstruktur:
- 45% Raumausstatter und Tapezierer
- 18% Fachhandel, Möbelhäuser, Fachmärkte
- 13% Maler
- 8% Bodenleger
- 3% Sonstige

Sortiment:
- Gardinen, Dekostoffe
- Möbelstoffe
- Textile Bodenbeläge, Badteppiche, Kunstrasen, abgepasste Teppiche
- Elastische Beläge für Objekt und Wohnen, Gummi, Linoleum
- Parkett, Laminat, Kork
- Tapeten, Bordüren, Zierprofile, Farben und Lacke
- Matratzen
- Verlegezubehör
- Polsterzubehör
- Tapezierzubehör
- Zubehör für die Fensterdekoration
- Werkzeug und Geräte, Reinigungs- und Pflegemittel
- Wachstücher, Folien, Tischtuchuntelagen

Marketing:
- Teilnahme an Messen
- Kundenreisen
- Schulungen
- Schauräume in Wels, Wien, Straubing
- Internet mit geschütztem Händlerbereich (Online-Bestellungen, Verfügbarkeitsabfragen, Auftragsverfolgung, Aktionsnewsletter)
- Anzeigen
- Lifestyle-Magazin für Endverbraucher
- Ambiente-Software für den Raumausstatter
- Werbemittelpaket mit diversen Verkaufshilfen und Werbematerial

aus BTH Heimtex 11/05 (Wirtschaft)