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MHZ Hachtel feiert 75-jähriges Firmenjubiläum

Fokus auf Eigenentwicklungen

Die Erfindung und Produktion von Gardinenschienen mit Innenlauf legte vor 75 Jahren den Grundstein für die Unternehmenskarriere von MHZ Hachtel. Das renommierte, inhabergeführte Familienunternehmen wuchs beständig und erreicht heute mit einem Vollsortiment von hochwertigen, maßgefertigten innen- und außenliegenden Sonnenschutzprodukten sowie Dekorationstechnik einen Marktanteil im Fachhandel von über 50%.

Die Erfolgsgeschichte von MHZ begann mit einem Flop: Das Produkt hieß "Mechanischer Hachtel Zug", eine Gardinenschiene mit Scherenzug, die zwar weit ihrer Zeit voraus war, "jedoch nicht ein einziges Mal verkauft wurde", berichtet Wilhelm Hachtel jun., geschäftsführender Gesellschafter von MHZ Hachtel über die erste Erfindung seines Vaters. Ein Teil des mechanischen Hachtel Zugs - MHZ - der dem Familienunternehmen seinen Namen gab und später zum Markenbegriff avancierte, eroberte dennoch den Markt: Es war die Vorhangschiene mit Innenlauf aus Holz, in der sich eine neuartige Laufrolle bewegte.

Mit viel Optimismus und Gespür für Technik starteten Raumausstattermeister Wilhelm Hachtel und sein Schwager Schreinermeister Adolf Stäbler im Jahr 1930 die Holzgardinenschienen-Produktion im dörflichen Musberg, nahe Stuttgart und verkauften die Erzeugnisse an den raumausstattenden Fachhandel, der damals wie heute die hauptsächliche Kundenzielgruppe von MHZ darstellt. Ende der 50er Jahre ging es weiter steil bergauf. Ein neues Patent des ambitionierten Tüftlers Hachtel, die Verbindung von Holz und Kunststoff in einer Schiene, fand in Zeiten des Wirtschaftswunders reißenden Absatz und ebnete den Weg für den Ausbau des Produktprogramms.

Der heutige Vollsortimenter von hochwertigem, im guten Konsumbereich angesiedelten innen- und außenliegenden Sonnenschutz sowie Dekorationstechnik erweiterte sein maßgefertigtes Sortiment sukzessive um Vorhangstangen, Rollos, Vertikallamellen, Plissees, Jalousien, Markisen, Beschattungen und komplette Multifunktionsanlagen. "Im Bereich Innenbeschattung waren wir schon Marktführer, als ich 1987 Geschäftsführer wurde", erinnert sich der studierte Diplom Ökonom Wilhelm Hachtel, der sich mit zwei Kollegen die Geschäftsführung von MHZ teilt.

Parallel begann eine starke Expansionsphase über Deutschland hinaus. Neben Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz, Benelux, Frankreich und Tschechien unterhalten die Schwaben, die weltweit über 1200 Mitarbeiter beschäftigen und im Jahr 2005 rund 100 Mio. EUR umsetzten, Beteiligungsgesellschaften und Vertriebs-partner in nahezu ganz Europa und Übersee. In Tschechien, Polen und Russland ist man derzeit dabei, Vertriebssysteme aufzubauen. "2005 ist das erste Jahr, wo wir in osteuropäischen Ländern mehr Kunststoff-Vorhangschienen verkauft haben, als in Deutschland."

MHZ Hachtel GmbH & Co. KG
Einer der jüngsten Neuzugänge im Sortiment: Twin Line
MHZ Hachtel GmbH & Co. KG
MHZ hat alle regionalen Verkaufsbüros aufgegeben und den Innendienst-Service im Hauptwerk Musberg zentralisiert.

Europaweit ist ein mobiler Außendienst mit 130 Fachberatern unterwegs, 80 davon in der Bundesrepublik, die im Tagesdurchschnitt 800 Besuche absolvieren. Dem Außendienst regional zugeordnet sind stationäre Service-Teams mit fünf bis sechs Mitarbeitern, die sich in der Konzernzentrale Musberg am Telefon um die Belange der Kunden kümmern. Die vormals regionale Struktur mit 12 Verkaufsbüros wurde liquidiert. Ebenso hat MHZ seine Logistik, die früher auf 14 Transportstützpunkten und einem eigenen, über 200 Fahrzeuge starken Fuhrpark basierte, komplett gestrafft und lässt jetzt einen Großteil per Paketservice ausliefern.

In Niederstetten, im Norden von Württemberg, hat MHZ ein modernes Fertigungswerk mit angeschlossenem Technologie-Center für Produktentwicklungen etabliert, wo sich neben der Vorhangschienen-Produktion auch eine Kunststoff- und Holzverarbeitung befindet sowie ein Metall-, Maschinen- und Werkzeugbau, wobei "zwei Drittel unserer Werkzeugbau-Kapazitäten für Dritte" sind. Die Fabrikation wurde "aus Kostengründen" in eher ländlichen Regionen angesiedelt.

Weitere Produktionswerke gibt es in Kirchheim/Teck (Markisen), Ochsenwang (Sonderkonstruktionen), Riegel (Horizontaljalousien), Stetten bei Heilbronn (Plissee, Rollo) sowie im ostdeutschen Halle (Vertikallamellen). In Musberg werden Vorhangstangen konfektioniert, im französischen Nemours befindet sich die Fertigung von Rollo-Kassetten für den europäischen Markt. Zubehör-Tütchen werden in Kraslice, Tschechien fabriziert.

aus BTH Heimtex 12/05 (Wirtschaft)