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Gemeinschaftstagung Estrich - Parkett - Belag

Gelungene Premiere in Bamberg

Die Gemeinschaftstagung Estrich - Parkett - Belag in Bamberg war ein historisches Ereignis: Die Organisationen des Estrich- und Belaggewerbes tagten erstmals zusammen mit dem Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik. Rund 170 Teilnehmer der Mitgliederversammlungen nutzten die Veranstaltung für den gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Nachdem in diesem Jahr erstmalig die Estrichfachmesse in Feuchtwangen um den Bereich Parkett erweitert wurde, übernahmen die Estrich-, Boden- und Parkettleger in Bamberg eine Vorreiterrolle und führten eine gelungene Gemeinschaftstagung durch. Die Veranstaltung war zweigeteilt:

Im ersten Teil tagten die jeweiligen Vorstände der einzelnen Organisationen. In der Folge fanden die satzungsgemäßen Mitgliederversammlungen des Zentralverbandes Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF), des Bundesverbandes Estrich und Belag e.V. (BEB) sowie der Gütegemeinschaft Estrich und Belag statt.

Im zweiten Teil begann dann die eigentliche Gemeinschaftstagung, an der alle Institutionen teilnahmen. Im Mittelpunkt standen hierbei die Fachvorträge. Das Rahmenprogramm beinhaltete eine gemeinsame Abendveranstaltung sowie eine Stadtführung und Schifffahrt für die Damen.

Die organisatorische Abwicklung hatte die Landesfachgruppe Estrich und Belag im Verband baugewerblicher Unternehmer Bayerns mit dem Vorsitzender Heinz Bauernfeind inne. FussbodenTechnik gibt einen Überblick über die einzelnen Veranstaltungsteile, beginnend mit dem Bundesverband Estrich und Belag.

BEB-Vorsitzender Freese: Freude über Kooperation

Hans Uwo Freese, Vorsitzender des Bundesverbandes Estrich und Belag, drückte seine Freude darüber aus, dass der BEB mit dem Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF) letztlich auch infolge der handwerksrechtlichen Entwicklungen immer stärker kooperiert. "Der Ausdruck dieser zukunftssichernden Maßnahme ist in unserer Gemeinschaftstagung in Bamberg offen zu erkennen", bekräftigte Freese. Auf diese Weise lasse sich unter Kollegen ein reger Meinungs- und Erfahrungsaustausch pflegen.

Freese machte die gelungene Zusammenarbeit auch an der engen Verzahnung zwischen BEB und ZVPF fest. Sie finde ihren Ausdruck in gemeinsamen Publikationen, Seminaren und Sachverständigentreffen, in der Es-trich-Parkett-Messe und in der Bamberger Gemeinschaftstagung. "Wir glauben, wir sind hier partnerschaftlich zwischen unseren Gewerken Estrich, Parkett und Bodenbelag auf dem richtigen Weg und wollen diesen auch konsequent fortbeschreiten", bekräftigte Freese.

Verabschiedung des Haushaltsplans 2006

Geschäftsführer Edgar Leonhardt berichtete, dass sich der Haushaltsplan deutlich unter dem Ansatz der bisherigen Haushaltspläne bewege. Er begründete dies mit dem Wegfall der Sonderumlage für Baumaßnahmen. Angepasst an diese bisherige sparsame Hauhaltsführung gebe es auf der Ausgabenseite eher niedrigere Planansätze als bisher. Bedingt sei dies u.a. dadurch, dass auch beim BEB durch die baukonjunkturelle Entwicklung und den damit verbundenen Insolvenzen Beitragsrückgänge zu spüren seien.

Andererseits gleiche der Verband diese Rückgänge durch so genannte wirtschaftliche Betätigungen wie der Veräußerung seiner Publikationen aus. Insgesamt gesehen werde erwartet, dass sich die Einnahmen und Ausgaben im Haushaltsjahr 2006 ausggleichen. Beitragserhöhungen sind nicht vorgesehen. Der Haushaltsplan wurde einstimmig angenommen.

Fortführung BEB-ZDB-Vereinbarung

Hans Uwo Freese informierte darüber, dass zwischen Bundesverband Estrich und Belag und der Bundesfachgruppe Estrich und Belag im Zentralverband des deutschen Baugewerbes ein Vertrag bestehe, nach dem der BEB für die Erbringung von verbandlichen technischen Leistungen, die der gesamten Branche zugute kämen, Ausgleichszahlungen erhalte. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der baugewerblichen Organisation wurde mit je einer Nein-Stimme und einer Enthaltung von den Mitgliedern beschlossen.

Internetplattform für Estrichfachbetriebe

Die aktuelle Wettbewerbssituation der Estrichfachbetriebe im Markt zeigte Bernd Brandstetter auf. Seiner Meinung nach sind die Ansprüche an eine qualitativ gute Bauausführung für den Es-trich sowohl bei Bauherren als auch bei Planern nicht hinlänglich bekannt. Neben diesen Aspekten bestünde auch keine ausreichende und effiziente Interessenvertretung des Estrich- und Belaggewerbes gegenüber der Politik. Dies habe sich zuletzt anlässlich der Novellierung der Handwerksordnung gezeigt. Es sei an der Zeit, die Interessen der serösen Fachbetriebe stärker zu bündeln und an einem geschlosseneren Auftritt zu arbeiten. Nach der Auffassung von Brandstetter bietet sich hier insbesondere auch die Nutzung des Internets als informative Plattform an. Er würde es begrüßen, wenn andere innovative Betriebe auch in diese Richtung denken und handeln würden. Brandstetter erklärte sich bereit, seine Ideen zu konkretisieren und anlässlich der kommenden Mitgliederversammlung detaillierter vorzutragen. Freese fügte hinzu: "Wir müssen prüfen, welche elektronischen Medien wir nutzen können."

Neues BEB-Hinweisblatt Oberflächenzug- und Haftzugfestigkeit

Dieter Altmann, Obmann des BEB-Arbeitskreises "Sachverständige", informierte darüber, dass unter Federführung seines Arbeitskreises das bisherige Hinweisblatt "Haftzugfestigkeit von Fußböden" grundlegend überarbeitet worden sei. Erstmals sei dieses Hinweisblatt anlässlich der BEB-Sachverständigentagung 2004 in Nürnberg vorgestellt worden (FussbodenTechnik berichtete). Neben einer grundlegenden Überarbeitung beinhaltet das Hinweisblatt auch ein Messprotokoll zur Prüfung der Oberflächenzug- und Haftzugfestigkeit.

Neues BEB-Hinweisblatt Leichtmörtel

In den vergangenen Jahren haben Leichtmörtel in der Fußbodentechnologie an Bedeutung gewonnen. Die technischen Möglichkeiten dieses Baumaterials sind zwar hinlänglich in Expertenkreisen bekannt, die praktische Umsetzung erfolgt allerdings nur sehr zögerlich. Deshalb wurde vor rund drei Jahren im Bundesverband Estrich und Belag beschlossen, die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile des Leichtmörtels für die Fußbodenkonstruktionen den bauausführenden Unternehmern näher zu bringen.

ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Rund 170 Teilnehmer interessierten sich für die gewerkübergreifenden Fachvorträge aus dem Bereich Estrich, Parkett und Boden.
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Bundesinnungsmeister, Joachim Barth und der 1. Vorsitzende des BEB, Hans Uwo Freese, bei der gemeinsamen Eröffnung.
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
So könnte das Logo des ZVPF aussehen. (Sämtliche Rechte Robert Mazar)
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Geschäftsführer Edgar Leonhardt stellte den Haushaltsplan 2006 vor.
ZVPF Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe
Neues BEB-Hinweisblatt
Leichtmörtel.

Im Bundesverband Estrich und Belag, in dem es zahlreiche Arbeitskreise zu fachspezifischen Anwendungsbereichen für die Bauausführung im Fußbodenbau gibt, wurde im Jahre 2002 eigens ein Arbeitskreis "Leichtestrich-Ausgleichdämmung" gegründet. Unter der Leitung von Peter Erbertz hat dieser Arbeitskreis mit Stand von April 2005 sein erstes Hinweisblatt mit dem Titel "Ausgleichsschichten aus Leichtmörtel (Leichtausgleichsmörtel) - Anforderungen an Materialien zur Herstellung von Ausgleichsschichten" herausgegeben.

Das neue BEB-Hinweisblatt "Leichtmörtel" kann zum Preis von 5,50 EUR zzgl. Mwst., Porto und Verpackung beim Bundesverband Estrich und Belag unter E-Mail info@beb-online.de oder Fax: 02241/39739-69 bezogen werden.

ZVPF: Neues Logo hat nicht nur Freunde

Diskussionen gab es nicht nur zwischen den Gewerken. Auch innerhalb des Zentralverbandes Parkett und Fußbodentechnik bestand in Bamberg viel Gesprächsbedarf. Während der Mitgliederversammlung stand erneut das geplante, eigene Logo auf dem Programm. Dabei war zuletzt in Leipzig ausgiebig über die geplante Gemeinschaftswerbung gestritten worden, denn: Das Imantik-Männchen hat nicht nur Freunde. "Wie ein Schlipsträger" und "Mehr Eishockey-Spieler als Parkettleger" und andere Bemerkungen stoßen sich an der Gestaltung des neuen Logos. Aber auch grundsätzliche Fragen zu Kosten bzw. den vertraglichen Forderungen des Designer waren zu hören.

Entsprechend musste der Bundesinnungsmeister Joachim Barth einräumen: "Wir treten bei dem verbandlichen Marketingkonzept auf der Stelle." Zur Erinnerung: Nach einer mehrheitlichen Einverständnis-erklärung in Leipzig hatte Sönke Stoltenberg für den ZVPF mit dem Designer konkrete Verhandlungen aufgenommen. Gesprochen wurde nicht nur über den Preis, der sich nun inklusive der Rechte auf 30.000 EUR beläuft, sondern vor allem auch über die Nutzungsrechte.

Neu ist die Forderung des Designers, dass nur er selbst jegliche Veränderung am Logo vornehmen darf. "Das ist dann eine Kette ohne Ende", kritisierte u.a. der Obermeister der Landesinnung Hessen, Roland Weilbächer. Seit der Versammlung in Leipzig sollten aber auch die Obermeister aktiv werden. Sie waren aufgerufen, in ihren Innungen eine Abstimmung über das Imantik-Männchen herbeizuführen. Bis dato hatten aber nur fünf Obermeister dem Zentralverband schriftlich eine Entscheidung zu kommen lassen.

Fazit der eingehenden Diskussion in Bamberg: Das Logo ist nicht Jedermanns Geschmack, aber dennoch soll die zu Grunde liegende Idee weiter forciert werden. Oder wie es ein Obermeister ausdrückte: "Mir gefällt es zwar nicht, aber wir sollten es durchziehen." In einer Absichts-erklärung sprach sich die Mehrzahl der Beteiligten - bei sieben Nein-Stimmen - für weitere Verhandlungen mit dem Designer und die Vorlage eines Marketingkonzepts bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Oktober aus.

Elite Parkettis in der Diskussion

Gleich im Anschluss an das Streitgespräch über das Logo, kam es zu einem Schlagabtausch zwischen einem der Mitbegründer der neben dem Bundesverband gegründeten elitären Gruppe "Elite Parkettis" und einigen Obermeistern und Vorstandsmitgliedern. Elite Parkettis-Sprecher und Obermeister der Landesinnung Hamburg Frank Pielot prangerte die Langsamkeit und die Unbeweglichkeit der Innungsorganisation an. Sie schrecke vor allem junge Leute ab.

Die Neugründung sei als eine Art zusätzlicher Antrieb für die eigenen Innungsmitglieder zu verstehen. Außerdem wehrte sich Frank Pielot gegen den Vorwurf, dass seine Arbeit als Obermeister unter der Vereinsarbeit leide.

Doch die anderen Anwesenden äußerten Kritik. Die Gründung sei ein Schritt rückwärts: Abgrenzung statt Zusammenwachsen, zumal Bodenleger nicht Mitglied bei Elite Parkettis werden können. Von "wir verzehren unsere Kräfte" über "es wird die Innung schwächen" bis "dies ist keine Bedrohung für unsere gewachsene Struktur" reichten die Meinungen.

Domotex-Messeauftritt verbessern

Neben den lebhaften Diskussionen wurden auch die ordentlichen Tagesordnungspunkte einer Mitgliederversammlung abgehandelt: Berichte zum Haushalt, Entlastung des Vorstandes, Genehmigung des Haushalts 2006 und Wahlen zum Rechnungsprüfer. Weiterer Tagesordnungspunkt waren die Planungen für die Domotex. So soll zukünftig der Messeauftritt insgesamt attraktiver gestaltet werden, bei gleichzeitiger Beteiligung möglichst aller Innungen.

Bewährtes Gemeinschaftskonzept

Das Gemeinschaftskonzept der Bamberger Tagung hat sich aus Sicht der meisten Teilnehmer bewährt. Da der Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik im kommenden Jahr einen turnusmäßigen Bundesverbandstag mit Fachaustellung durchführt, ist für 2007 eine Fortsetzung der Gemeinschaftstagung angedacht. Seitens des Bundesverbandes Estrich und Belag e.V. wurde beschlossen, dass die kommende Jahrestagung vom 18. bis 20. Mai 2006 auf dem soeben neu in Dienst gestellten Fährschiff "M/S Color Fantasy" der Reederei Color Line auf der Fahrt zwischen Kiel-Oslo-Kiel stattfindet.

Jahrestagung 2007

Der BEB-Vorsitzende Freese informierte darüber, dass im Jahre 2007 beim Bundesverband Estrich und Belag Vorstandswahlen anstünden. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, die Mitgliederversammlung zentral erreichbar in der Mitte Deutschlands abzuhalten. Hierfür schlug er als Tagungsort Bad Brückenau vor. Grundsätzlich erklärte sich die Mitgliederversammlung mit diesem Vorschlag einverstanden. Bertram Abert, kommissarischer Vorsitzender der Bundesfachgruppe Estrich und Belag, wies darauf hin, dass im selben Jahr die Fliesenlegertage in Köln stattfinden und dass man dort auch eine Gemeinschaftstagung Estrich-Parkett-Fliesen und Belag planen könne. FussbodenTechnik wird weiter über dieses Thema berichten.

aus FussbodenTechnik 03/05 (Wirtschaft)