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Heimtextil 2005

Optimistisch in ein neues Jahr

Frankfurt - Insgesamt mehr als 90.000 Fachbesucher aus 127 Ländern besuchten vom 12. bis 15. Januar die 35. Heimtextil, Internationale Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien, in Frankfurt am Main. Die Zahl der rund 52.000 internationalen Besucher erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 3,8 Prozent. "Es ist wieder mehr Optimismus in der Branche zu spüren. Wir sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und freuen uns, dass die Heimtextil das Messejahr so zuversichtlich eröffnet hat", so Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

Insgesamt zeigten 2.960 Unternehmen (548 aus dem Inland, 2.412 aus dem Ausland) aus 71 Ländern (2004: 3.070 Aussteller aus 72 Ländern) ihre innovativen Produkte aus dem Bereich textile Wohnkultur und Wohnmode, womit sich die Heimtextil erneut als größte internationale Messe für Haus- und Heimtextilien im Markt positionierte. Italien, USA und Großbritannien bildeten die drei stärksten Besuchernationen - der Zuwachs aus den arabischen Ländern bezifferte sich auf 15 Prozent.

Ein großer Anziehungspunkt war auch in diesem Jahr wieder die Präsentation der internationalen Wohnmodetrends 2005/06, zu dem der niederländische Trendforscher Gunnar Frank vier Themen entwickelt hatte und die eindrucksvoll mit den neuesten Produkten der Aussteller in Szene gesetzt wurden. Premiere feierte auch das Projekt "Campus", bei dem Studenten deutscher Kunsthochschulen Exponate für den textilen Wohnbereich an einem Gemeinschaftsstand ausstellten. Und last but not least präsentierte die Heimtextil unter dem Dach "bed + more" (Internationale Fachmesse und Forum für Schlafkultur) den Besuchern eine neu konzipierte Vortragsreihe mit strikt handelsorientierten Themen, die eine gute Akzeptanz fanden (siehe hierzu auch unseren gesonderten Bericht in dieser Ausgabe). Die nächste Heimtextil findet vom 11. bis 14. Januar 2006 statt, das 3. Europäische Bettenforum wird am 14./15. Juni dieses Jahres auf dem Messegelände veranstaltet.

Lesen Sie nachfolgend die Aussagen diverser Aussteller-Firmen, die wir um ihre Eindrücke über den Verlauf der diesjährigen Heimtextil befragt haben.

Von einer guten Resonanz aus dem bestehenden Kundenkreis berichtet Cornelia Pawlik, Niederlassungsleiterin von Kitan Europe. Erfreulich sei die im Vergleich zum Vorjahr angestiegene Zunahme der Besucher aus Deutschland gewesen, mit der man so nicht gerechnet habe. Aber auch aus Russland und Asien sei ein guter Zuspruch zu verzeichnen. "Wir sind mit dem Dreamland dieses Jahr in die Halle 9.1 umgezogen", so Pawlik, "die Platzierung hier brachte auf den ersten Blick weniger Besuchsfrequenz in den Gängen, dafür waren aber die Zahl und die Qualität unserer Kontakte direkt am Stand weit besser als im Vorjahr. Und das in einem hochwertigen Umfeld."

Eine gute Messe! Mit diesem Eindruck kehrte die Kirchhoff Bettwarenfabrik nach Hause zurück. Geschäftsführer Tobias Kirchhoff: "Die Messestände verwandeln sich immer mehr von einem Lagerplatz für Ware zu einem Ideenplatz für den Verkauf von Produkten." Themen wie zum Beispiel "Outlast" wurden nicht nur als Produkte vorgestellt, sondern als komplette Beratungsidee. Einige Verbände, so Kirchhoff, hätten auch die Gelegenheit genutzt, auf der Messe ihre Verbandssortimente zu präsentieren. Dies habe sich positiv in der Frequenz von Besuchern aus dem Fachhandel niedergeschlagen. Dieser Idee sollten sich auch andere Verbände anschließen. Der Besuch aus dem Ausland sei wie gewohnt sehr stark gewesen.

"Mit dem Verlauf der Messe sind wir sehr zufrieden. Generell war eine optimistischere Stimmung zu beobachten, was sich auch im Orderverhalten positiv widergespiegelt hat", resümiert Conny Pötter, Geschäftsführerin von Pötter Heimtextilien. Im Vergleich zum Vorjahr hätten die Kunden fast ausnahmslos zwischen 20 bis 30 Prozent mehr geordert. Die Kundenfrequenz sei insgesamt allerdings noch niedriger als 2004 gewesen, vor allem der Samstag sei sehr ruhig verlaufen. Hier hätten in erster Linie die Facheinzelhändler gefehlt. "Wir führen dies auf die hohen Eintrittspreise und die sehr schwierige Situation in Einzelhandel zurück", meint Frau Pötter. Klare Tendenzen waren im Bereich der Qualitäten, Musterungen und Farben zu beobachten. Das Interesse an Microfaser sei riesengroß, auch wenn zum Teil noch Aufklärungsbedarf bestehe, aber spätestens beim Griff in die Ware würde auch der Laie den Unterschied zwischen Polyester und Microfaser erkennen. Farblich gesehen gefielen in erster Linie alle Dessins in warmen Terra-Erdtönen, oder die jugendlich frechen Alternativen in Pink, Türkis und Gelb. Eine weitere klare Tendenz sei die Forderung der Kunden nach Kombinations-Komplettprogrammen. Nicht mehr allein die Bettwäsche werde geordert, sondern auch die dazu passenden Nackenrollen, Cocktailkissen, Dekoschals und Kuscheldecken - gemäß dem Motto "alles aus einem Guss" - und das dann bitte mehrmals im Jahr neu.

"Die Resonanz auf unsere Kollektionen war insgesamt positiv, wobei die Kundenfrequenz in etwa gleich zum Vorjahr liegt. Besonders das neue Komplettprogramm Santa Luca, das wir in Kooperation mit der Firma van Heek - ten Cate aus Losser/Niederlande, in Deutschland und Österreich vertreiben, ist erfreulich gut angekommen", so Inge Buss, Marketing-Leiterin bei den Ibena Textilwerken in Bocholt. Die positive Entwicklung der Markenlizenzen bugatti und s.Oliver werde sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Auch die neue leichte Sommerdecke Ravenna aus 60 Prozent Baumwolle und 40 Prozent Dralon wurde vom Handel - insbesondere für die kommenden Frühjahr/Sommer-Monate - sehr gut angenommen. Für den Exportbereich sei jedoch nach wie vor aufgrund der derzeitigen Währungsparitäten Euro/Dollar keine Besserung in Sicht.

Für die österreichische Firma Seibersdorfer Schlafsysteme stellte die Heimtextil aus mehreren Gründen eine besondere Herausforderung dar: Zum einen gab es ein rundes Jubiläum zu feiern - es war bereits die 20. Beteiligung für das Team des Familienbetriebes. zum anderen waren im abgelaufenen Jahr viele Produktideen entwickelt worden, die nun erstmals den Messebesuchern präsentiert werden mussten. So wurden z. B. im Energie-Oase-Programm insgesamt drei neue Massivholz-Naturbettgestelle, ausgestattet mit dem Aqua Swing-Noppensteg-Lattenrost und der anpassbaren Silverlina-Matratze, erstmals öffentlich vorgestellt. Insbesondere die unter dem Oberbegriff Power-Tools zusammengefassten Produkte wurden vom Fachhandel mit großem Interesse aufgenommen. Es handelt sich dabei um hoch entwickelte, technische Gewebe, die mittels galvanisierter Silberfäden erstmals in der Lage sind, den immer stärker werdenden Elektrosmog abzuschirmen. So wurde laut Mag. Alfred Schneidergruber, der im Unternehmen für das Marketing zuständig ist, beim Großteil der Messebesucher am E-Smog-Informanten eine Belastung von mehr als 6 Volt (!) gemessen. Dieser Wert übertrifft den bereits als extrem abnormal geltenden Grenzwert von 1 Volt um das 6-fache! Eindrucksvoll konnte den neugierig gewordenen Händlern und Einkäufern bewiesen werden, dass mit Hilfe des im Ausstellungsbett aufgelegten Unterbettes Liberty die Belastung von den dort gemessenen Spitzenwerten bis zu 12 Volt auf nur 0,05 bis 0,00 Volt drastisch reduziert werden konnte. Auch der unter dem Lattenrost anzubringende Vitalis-Ring und das hoch frequente Strahlung von Handys und Schnurlostelefonen abschirmende Silver Net-Gewirke bewiesen in zahlreichen Tests eindrucksvoll ihre positive, energetisierende Wirkung.

Christian Dierig, Geschäftsführer von Fleuresse, sind zwei Dinge doch sehr aufgefallen: zum einen weniger Frequenz und zum anderen auch deutlich weniger Aussteller. "Dass die gesamte Halle 1 leer war, ist schon ein Signal! Wenngleich die Frequenz und die Anzahl der Kunden niedriger war, so sind doch die richtigen Kunden auf die Messe gekommen, zumindest am Mittwoch und am Donnerstag", so der Firmenchef des Augsburger Unternehmens. Was die Stimmung angeht, so seien alle froh, dass das Jahr 2004 vorbei ist, wiewohl man für 2005 keineswegs optimistisch ist. Es wird erwartet, dass es bestenfalls so wird wie 2004. Hinsichtlich der getätigten Kaufabschlüsse habe man dieses Jahr mehr verkauft als bei der letzten Messe, was selbstverständlich auch an der Qualität der Kollektion liege. Negativ sei aufgefallen, dass die Platzierung in der Halle 8 nach der Umgruppierung von der Messe nicht zufrieden stellend ist, da diese Mischung aus Matratzen, Decken, Bettwäsche und Importeuren katastrophal für den Auftritt sei. Hier hätten bereits Gespräche mit der Messe stattgefunden, dass dies geändert werden müsse. Ein weiteres Manko sei die Tatsache, dass unheimlich viel fotografiert und gestohlen werde und dass Produktpiraterie leider ein sehr großes Thema sei. "Diese so genannten Kavaliersdelikte", meint Dierig, "werden sowohl von ausländischen Lieferanten als auch von Kunden nicht als Verbrechen wahrgenommen."

"Mit unserem Messeergebnis auf Basis des Vorjahres sind wir sehr zufrieden," bilanziert Michael Mosch, Geschäftsführer von Estella Ateliers aus Neustadt/Aisch. "Unsere Kollektion kam hervorragend an. Die Stimmung bei unseren Kunden war deutlich besser als erwartet, wenngleich wir zahlreiche Messe-Stammbesucher dieses Mal vermisst haben." Negativ, auch was die Frequenz betrifft, war aus seiner Sicht das Fehlen bedeutender Matratzen- und Bettwaren-Hersteller. Gute Ansätze sieht Mosch dagegen aufgrund geführter Gespräche im Exportbereich.

Die Heimtextil 2005 war für Dyckhoff von der erneuten Umverteilung der Hallen geprägt. "Die key accounts haben sehr wohl die weiten Wege zu uns in die Halle 6 nicht gescheut", meint Geschäftsführer Carl E. Mummenhoff, "wobei die generelle Kundenfrequenz (insbesondere der deutschen Fachhändler) in den Hallen 5 und 6 nicht befriedigend war. Ansonsten bestand großes Interesse an den Neuentwicklungen und die Stimmung scheint sich sehr wohl zu bessern."

Schlechter als im letzten Jahr beurteilt Gebhard Weißhaar, Vertriebsleiter der Matheis Textilgruppe, die Kundenfrequenz während der Heimtextil. Viele Einzelhändler hätten dieses Jahr die Möbelmesse in Köln besucht, um dort die Matratzen zu ordern bzw. sich die Innovationen anzusehen. "Viele unserer Kunden waren", so Weißhaar, "um Kosten zu sparen nur noch für wenige Stunden auf der Messe. Sie ließen die Eindrücke auf sich wirken und vereinbarten dann Vorlagetermine für zu Hause. Unser Messestand und unser hierbei gezeigtes neues schlafgut-Markenkonzept hat ein sehr gutes Echo erfahren."

Mit ihrem aktuellen Druckprogramm unter der Headline "Italy lifestyle" konnte die Wäschefabrik Marktoberdorf mit ihrer Marke "Momm feine Bettwäsche" zahlreiche wichtige Neukunden auf sich aufmerksam machen und auch interessante Kaufabschlüsse erzielen. Wie Geschäftsführer Wolfgang Groß erläutert, habe dazu der neu gestaltete Messestand positiv beigetragen. Groß sieht eine gewisse Tendenz nicht nach gewöhnlicher, sondern eher nach hochwertiger Bettwäsche. Auch mit neuen Ideen habe man sich positiv gegenüber seinen Mitbewerbern abheben können.

Positiv überrascht zeigte sich der Bettwarenspezialist Gebr. Sanders aus Bramsche vom Verlauf der Messe. Der Besucher-Andrang sei noch größer gewesen als in den schon durchaus erfreulichen Vorjahren, und auch die Auftragseingänge hätten die ohnehin hoch gesteckten Erwartungen noch übertroffen, so Verkaufsleiter Björn Schall. Auch die Innovationen im Logistikbereich stießen bei den Handelspartnern auf positive Resonanz. In der nun möglichen Perfektionierung des Regal-Managements sehe der Handel eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Das Unternehmen aus Bramsche rechnet sich mit seinen anerkannten Qualitätsprodukten für die nähere Zukunft gute Chancen aus.

"Die Heimtextil", so Michael Bauer, Geschäftsführer von Curt Bauer aus Aue, "war für unser Unternehmen erneut eine sehr erfolgreiche Messe." Als stärkste Messetage konnte er den Mittwoch und Donnerstag registrieren. Die Nähe der Präsentation "Dreamland" in der Halle 9 sei positiv von den Kunden aufgenommen worden. "Aus unserer Sicht ist die neue Aufteilung des Messegeländes als gelungen zu betrachten", so Bauer. Er beklagt, dass maßgebliche Aussteller aus dem Deko- und Bettwarenbereich der Messe fern blieben. "Es bleibt zu hoffen", meint er, "dass sich dies im nächsten Jahr wieder anders darstellt. Für uns als deutsche Lieferanten ist es nach wie vor äußerst positiv, dass die weltgrößte Messe in diesem Bereich in Deutschland stattfindet." Nach dem Motto "Nach der Messe ist vor der Messe" wird sein Unternehmen bereits in den nächsten Wochen beginnen, die Heimtextil 2006 vorzubereiten.

Heimtextil Frankfurt
Rund 90.000 Fachbesucher aus 127 Ländern kamen vom 12. bis 15. Januar zur Heimtextil nach Frankfurt, um sich über das breit gefächerte Angebot der fast 3.000 Aussteller zu informieren.
Heimtextil Frankfurt
Die Frottier-Bettwäsche von Dyckhoff gibt es in neuen frischen Dessins. Sanfte Farben und Blumen sind hier Ton angebend.
Heimtextil Frankfurt
Mit der Marke Charade will CTI die neuen Anforderungen des Dekorationsmarktes erfüllen.
Heimtextil Frankfurt
Im Bereich Sleep & Dream fanden sich alle Produktbereiche rund um den erholsamen Schlaf. Überall gab es neue Highlights, die dem Handel zusätzliche Verkaufsargumente boten.
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Bierbaum präsentierte sich frisch und fröhlich mit modischer Bettwäsche in verschiedenen Qualitäten, wie Satin bügelfrei oder Jersey.
Heimtextil Frankfurt
Mit der Präsentation der neuen Medisan-Technologie war Frankenstolz sehr zufrieden.

Mit einem zweistelligen Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr hat die Proflax Textilmanufaktur, Laichingen, die Messe abgeschlossen, obwohl die Besucherzahl vor allem aus dem Inland weiter zurückgegangen sei. Geschäftsführer Walter Bächle: "Es wurden vorzugsweise geschlossene Themen im Materialmix von Drucken, Unis und Jacquards geordert. Während die traditionelle Tischdecke stagniert, waren Produkte für Tisch- und Wohndekoration sowie Sommer-Outdoors für Garten und sommerliche Events besonders gefragt."

Die fröhlichen und frischen Dessins der von Arnold Kock Textil erstmals vorgestellten KBC-Kollektion wurden als Farbthemen auf dem Messestand eindrucksvoll dargestellt. Neben dem Fachhandel fühlten sich auch große Möbelhäuser und Versender angesprochen. Qualitativ überzeugte vor allem die neue Microfaser-Seersucker-Bettwäsche. Auch in der Schiesser home-Kollektion konnte man mit einer viel beachteten Shop-in-Shop-Variante für Aufmerksamkeit sorgen. "Mit dieser Lösung", so Geschäftsführer Josef Brockmann, "kann auf kleinstem Raum eine Schiesser-Welt, bestehend aus Frottierwäsche, Bademänteln und Bettwäsche dekoriert werden." Sehr gut angekommen sei ebenfalls die Uni-Kollektion Beauty Soft Cotton, Frottierwäsche und Bademäntel in flauschig weichem und leichtem Micro-Cotton. Abgerundet wurde der Messeauftritt durch die hochwertige Schloß Holte-Kollektion, mit der man seine gesamte Jacquard-Kompetenz zeigen konnte. Neben Mako-Brokat-Damasten in Tisch- und Bettwäsche wurde erstmalig auch wieder eine Halbleinen-Küchenwäsche-Kollektion präsentiert, was vor allem die hochwertigen Fachgeschäfte positiv aufnahmen.

"Neben einer guten allgemeinen Stimmung machen uns insgesamt die hohe Kundenfrequenz und die gestiegene Internationalität der Besucher zuversichtlich für das Jahr 2005," meint Barbara Sprinzl, Geschäftsführerin des Decken-Anbieters Eagle Products aus Hof. "Der inländische Fachhandel konnte gute Abverkäufe unserer Produkte in den Wintermonaten verzeichnen und war offen für die Neuheiten, die wir für Frühjahr/Sommer präsentierten." Die leichten Plaids aus 100 Prozent superfeiner Lammwolle in Fischgrat- und Panamabindungen mit fröhlichen Streifen- und Karodesigns seien zusammen mit dem neuen Farbthema Spring Spirit bestens angenommen worden. Besonderen Zuspruch konnte man neben dem europäischen Ausland aus den USA und Japan registrieren. "Für uns zeigte sich erneut, so Sprinzl, "dass erstklassige Qualität, ausgezeichnetes Design und zuverlässiger Lieferservice für den Handel die entscheidenden Faktoren sind. Zudem kommt uns unsere Flexibilität als Hersteller bei Sonderwünschen oder Spezialanfertigungen zu Gute."

Die Heimtextil war für den Bettwaren-Hersteller Badenia Bettcomfort gekennzeichnet durch eine sehr gute Frequenz aus allen Kundenschichten. Daraus ergaben sich auch über dem Vorjahresniveau geschriebene Aufträge und hoch interessante Gespräche. "Die Sommerdecke ist", so erläutert Geschäftsführer Hans-Peter Mölders, "wie schon in den Vorjahren fast kein Thema mehr, sondern man richtet sich auf Ganzjahressortimente ein, in denen jahreszeitliche Themen zunehmend untergeordnet sind." Ein großes Thema waren die Warengruppen für das Jubiläum "50 Jahre Irisette", welches in allen Fachhandels-Abnehmergruppen geführt werden wird. Mölders: "Wir sind optimistisch und jetzt kommt es darauf an, dass der Endverbraucher das Jahr auch zuversichtlicher angehen wird. Dann sollte für unsere Branche auch wieder einmal ein Wachstum drin sein."

Für Irisette war die diesjährige Veranstaltung eine der besten Messen der jüngeren Vergangenheit. Auch als Orderplattform für das erste Halbjahr habe sie nach wie vor eine sehr hohe Bedeutung. Irisette feiert in diesem Jahr Jubiläum. Der Auftakt anlässlich der Messe war eine große Geburtagsparty, wobei die Jubiläumsprogramme großen Anklang fanden. "Die Kunden suchen", so Geschäftsführer Dr. Frank Bierbaum, "wie immer das beste Produkt und die beste Kollektion. Aber auch das Interesse an Flächenpartnerschaften steigt, entweder als Hard- oder als Soft-Shop. Wir haben in den letzten Jahren stark in diese Entwicklung investiert." Abgeschlossen wurde das Projekt mit einem Umbau in Ramsdorf: Gebaut wurde ein komplettes Irisette-Geschäft mit allen Details! Dr. Bierbaum bedauert die Entscheidung einiger deutscher Hersteller, die Heimtextil nicht mehr zu besuchen. "Bei aller sicherlich gerechtfertigten Kritik an der Messe Frankfurt", so Dr. Bierbaum, "es ist niemandem damit gedient, die weltgrößte Messe im eigenen Land zu schwächen. Präsentationen in Showrooms oder Hausmessen sind nicht die Lösung."

Wieder positivere Aussagen, mehr Zufriedenheit und neue Ideen von den Kunden konnte der Tischwäsche-Anbieter Sprügel Hometex sammeln. Eine Branche, so hieß es, die voller Ideen steckt, ständig neue Möglichkeiten bietet sowie wunderschöne Farben und Muster präsentiert, kann und darf nicht länger einem zerstörenden Preiswettbewerb unterliegen. Vielmehr zählen Produkte, die beim Endverbraucher den "Aha-Effekt" erzielen und den Kunden motivieren, Neues zu probieren und Neues anzunehmen. Mit aktuellen Stoffen, modischen Farben und Mustern sowie einer interessanten Druckserie wurde eine völlig neue Kollektion ins Leben gerufen, mit der man die Kunden motivieren konnte. Sehr positiv findet man es bei Sprügel, dass die Messeleitung die Tischwäsche-Anbieter wieder in einer Halle zusammengefasst hat. Trotz allem sei es aber nicht gelungen, eine strukturell gute Einteilung für die Aussteller zu schaffen. Ein weiterhin streitiger Punkt sei und bleibe das so genannte "Dreamland" in den Hallen 9.1 und 9.2. Die Aussteller in diesen Hallen würden eine bevorzugte Lage sowie ein besser ausgearbeitetes Konzept genießen. So wurde eine italienische Designerin engagiert, um dort die Hallen attraktiver zu gestalten. All das bleibe den Ausstellern in anderen Hallen vorenthalten. Dies sollte die Messeleitung noch ändern, meint man bei Sprügel, und sich besser darum bemühen, dass das Gesamtbild attraktiv und ansprechend ist und nicht nur auf bestimmte Ebenen beschränkt wird.

Von einer positiven Stimmung an allen Messetagen berichtet auch die Bettfedernfabrik Kauffmann aus dem österreichischen Hörbranz am Bodensee. Der Fachhandel wäre auch sehr interessiert an dem Thema "Hefel-Kauffmann Allianz". Dass Kauffmann ab sofort ein Vollsortiment im hochwertigen Bereich anbietet, verbunden mit dem vertrauten Kundenservice, wurde positiv beurteilt. Das neue Marketing- und Vertriebskonzept war ebenfalls die Grundlage für viele Neukontakte. "Die Tatsache", so Geschäftsführer Horst G. Flämig, "dass wir sowohl im Bereich der losen Ware als auch bei den Fertigprodukten weitere Spitzenprodukte angesiedelt haben, wurde begrüßt. Von Bedeutung ist es, langfristig die gute Kundenbindung auszubauen." Bedauerlich für ihn sei, dass alles rund ums Bett an zwei Standorten angeboten werde. "Ein gemeinsames Konzept brächte sowohl unseren Kunden als auch den Herstellern mehr Nutzen", so Flämig abschließend.

"Insgesamt waren wir mit der Messe recht zufrieden", meint Dr. Thomas Wagner, Geschäftsführer der Firma Hermann Pichler aus Laichingen, "auch wenn wir etwas weniger Besucher als im Vorjahr hatten. Dies mag an Halle 9.2 liegen - Halle 1.1 vom Vorjahr ist einfach nicht zu übertreffen." Vor allem bei der Anzahl der Neukundenkontakte habe sich dies negativ ausgewirkt. Trotzdem konnte man die Messeaufträge des Vorjahresniveaus erreichen. "Für uns ist die Heimtextil keine Ordermesse mehr", erklärt Dr. Wagner, "es geht viel mehr um die Präsentation neuer Ideen, eine Darstellung des Gesamtangebots und die Pflege von Kundenkontakten. Die Heimtextil ist für uns nach wie vor unübertroffen als Füllhorn der Möglichkeiten, sowohl auf der Absatz- wie auf der Beschaffungsseite." Leider reiche die Kapazität in den vier Tagen nicht annähernd aus, diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Man frage sich daher, wie Kunden oder auch Kollegenfirmen es sich leisten können, dieser Messe fernzubleiben.

Auch für Bierbaum Wohnen aus Borken verlief die Heimtextil erfolgreich. Die neu vorgestellten Qualitäten (Microfaser) fanden großes Interesse. Besonders positiv aufgenommen wurden die nach Farbthemen zusammengestellten Dekorationen. Die Messeumsätze lagen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Kundenfrequenz sei insgesamt geringer ausgefallen, speziell am Messesamstag. Am Dienstag, obwohl nicht offizieller Messetag, hätte man mehr Kunden gezählt. "Trotzdem stehen wir positiv zu dieser Messe", so Geschäftsführer Dieter Giesen, "die für uns nach wie vor eine gute Präsentationsbasis ist. Wir bedauern das Fernbleiben wichtiger nationaler Anbieter und betrachten die Entwicklung mit etwas Sorge." Es hätte viele Themen- und Aufgabenstellungen gegeben, die in den kommenden Wochen zu weiteren Nachaufträgen führen würden.

Die Messeaufteilung war für die großen Frottierhersteller wie Egeria sehr unglücklich und sorgte bei etlichen Einkäufern für Verwirrung. "Die Resonanz auf die aktuelle Kollektion", so fasst Geschäftsführer Michael Schmidt zusammen, "war trotz der widrigen äußeren Umstände sehr positiv und hatte eine rege Ordertätigkeit zur Folge. Die große Anzahl von Terminen, die auf der Messe mit Kunden vereinbart wurden, lässt auf ein gutes Nachmesse-Geschäft schließen. Allgemein war die Stimmung unter den Einkäufern und Einkäuferinnen wieder etwas positiver."

Centa-Star war als Marke auf der Heimtextil präsent, vertreten als Gast mit einem "kleinen" Auftritt auf dem Messestand der MZE, was sich als ideale Ergänzung zur Lounge im Maritim herausstellte. Bei MZE präsentierte man als Produktneuheit die "Bassetti-Royal-Plaid-Kollektion". "Ich finde, dass die Stimmung wieder etwas besser wird", urteilt Geschäftsführer Frank Gänser, "trotzdem muss man im Fachhandel noch aktiver werden. Besondere Zustimmung äußerten unsere Kunden, die bereits unsere Shops installiert haben. Sie bestärken uns darin, unser Marketing-Konzept der Flächenbewirtschaftung weiter so konsequent umzusetzen." Eine ungewöhnliche und besondere Kommunikations-Plattform sei die Centa-Star-Lounge im Maritim-Hotel gewesen. Trotz des etwas langen Weges von der Halle 8 wurde sie sehr gut besucht. Die Atmosphäre war optimal für Gespräche, fern vom Messetrubel und "wir freuen uns", so Gänser, "dass diese Möglichkeit zum Entspannen und Meinungs-Austausch so gut ankam. Mit offenen Gesprächen, Transparenz und Verständnis lassen sich gemeinsam neue Konzepte entwickeln und zukunftsweisende Lösungen umsetzen."

"Auch wenn die Heimtextil sich wie schon im letzten Jahr stärker in Richtung einer Kommunikationsmesse entwickelt und somit der Ordergedanke immer mehr in den Hintergrund tritt, sind wir in Bezug auf die vorher gesteckten Ziele vollauf zufrieden", so die Messebilanz von Klaus. D. Kremers, Geschäftsführer von Paradies . Wichtig aber und in besonderem Maße erfreulich wäre vor allem die Qualität der zahlreichen geführten Gespräche gewesen. Seitens der Kunden herrschte ein reges Interesse an den vorgestellten innovativen Produktlösungen des neuen Bettwaren-Sortimentes. Der Relaunch des erstmalig präsentierten komplett überarbeiteten Matratzen- und Federholzrahmen-Sortimentes kam ebenfalls gut an und weckte auch in diesem Segment für die Zukunft positive Erwartungen. "Grundsätzlich ist festzustellen", meint Kremers, "dass unsere Kunden mit einer positiveren Grundeinstellung nach Wegen suchen, mit den veränderten Marktbedingungen umzugehen und diesen aktiv zu begegnen. Dabei setzen sie einen klar erkennbaren Fokus auf innovative Produktlösungen und nutzen mit uns gemeinsam die Möglichkeiten, die Marke wieder mehr in den Vordergrund zu stellen."

Seit Hefel Textil im Jahre 1998 auf der Heimtextil die Faser Lyocell von Lenzing bei Bettwaren weltweit als Erster vorstellte, gehört ein Besuch des Hefel-Messestandes zum Pflichtprogramm der nach Innovationen suchenden Kunden, meint Hefel-Vorstand Dr. Dietmar Hefel. Der Messeauftritt stand unter dem Motto "Sieben Neuheiten unter einer Decke", wobei sich der Bogen von den feinsten Lyocell-, Baumwoll- und Lyosilkgeweben über eine revolutionäre Sommerdeckenidee bis zu Funktionsbettwaren aus der PCM Faser Climarelle oder der flammhemmenden Faser Kanecaron spannte. Das Publikum war vor allem international, auch deshalb, weil seit Anfang des Jahres die Bettfedernfabrik Kauffmann die Produktpalette von Hefel im deutschen Fachhandel vertreibt. "Frankfurt ist schon seit vielen Jahren keine Ordermesse mehr", meint Dr. Hefel, "aber dennoch konnten Kaufabschlüsse vor allem mit den neuen Inlettgeweben und den Lyocell-Bettwäschedessins erzielt werden." Die Marktbearbeitung vor allem auf den Zukunftsmärkten in Osteuropa und Fernost will man weiter intensivieren.

Auf 300 qm Standfläche präsentierte Kleinmann Textil + Design im Dreamland erstmals ihre modischen sieben Bett- und Frottierthemen. Für Firmenchef Hans Kleinmann ist es unverständlich, dass der inländische Handel wiederum nicht wie erwartet die Messe besucht hat. "Wer sich hier nicht informiert, wo dann", fragt er sich. Freilich sollten sich seiner Meinung nach auch die Messeveranstalter dringend Gedanken über die weitere Entwicklung machen - weniger Aussteller, weniger Besucher. Seine weiteren Fragen: Sind es die hohen Kosten und der dadurch bedingte kleinere Kosten/Nutzen-Effekt für den Aussteller? Sind Eintrittspreise, Parkgebühren usw. für die Besucher, in Zeiten wie diesen nicht auch zu hoch? Bieten die Hotels reelle Preise? Zahlen die Aussteller nicht schon genug und haben sie dafür nicht auch Anspruch auf mehr Engagement der Messeveranstalter? Brauchen wir nicht für die Branche diese wichtige Messe zu einem späteren Zeitpunkt, d. h. für das wesentlich stärkere Geschäft der zweiten Jahreshälfte? "Das Schlimmste", meint Kleinmann, "ist das Festhalten an alten Zöpfen. Es gibt in Deutschland genügend Messen, die einmal international führend waren, aber durch Untätigkeit und Festhalten an dem Gewohnten mittlerweile in Vergessenheit geraten sind." Die Messestimmung habe man als gut empfunden. Viele deutsche Händler hoffen wieder. Erfreulich sei auch, dass vielfach wieder Ware im Vordergrund gestanden habe und Qualität bei gutem Preis/Leistungs-Verhältnis verstärkt honoriert wurde.

"Die diesjährige Messe war für uns die seit 1997 bedeutendste und auf der gesamten Linie ein großartiger Erfolg, denn wir können ein Auftragsplus von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vermelden," so Peter Scheit, Vorstand von Vossen aus dem österreichischen Jennersdorf. Es habe einfach alles gestimmt: Die Präsentation des Messestandes, das Image-Konzept, die Marketing-Aktivitäten und letztlich die neuen Kollektionen. "Die überarbeiteten Farbkonzepte, Dessins und Modelle wurden von bestehenden Kunden sowie Neukunden aus dem In- und Ausland überaus positiv bewertet," so Maarten de Baat Doelman, für den Export verantwortlicher Geschäftsführer der Vossen Frottierwaren-Vertriebs GmbH. Dazu sein Geschäftsführungs-Kollege Manfred Renerig: "Insbesondere in Deutschland konnten erfreuliche Zuwächse verzeichnet werden. Unsere Kunden erkennen, dass die Marke Vossen und die damit verbundenen Services und Leistungen letztlich den entscheidenden Vorteil bringen, um sich in angespannten Zeiten wie diesen erfolgreich am Markt zu behaupten." Alle von Vossen seit einem guten Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Markenstärkung und -profilierung greifen mittlerweile, die Strategie werde von den Kunden akzeptiert und mit getragen und sei somit eine großartige Bestätigung der Arbeit aller Verantwortlichen bei Vossen.

aus Haustex 02/05 (Wirtschaft)