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Ambiente 2003 - Internationale Frankfurter Messe

Attraktives Design schafft Kaufanreize

FRANKFURT (gk) - Die Bezeichnung "Neu" allein reicht nicht, um Besucher der weltweit größten Konsumgütermesse zu animieren. Das Neue muss zu sehen und zu spüren, besser noch, mit allen Sinnen erlebbar sein. Klare Ansprüche der Verbraucher in "konsum-trockener" Zeit! Sonnenschein, Farbkraft überall und der Blick auf überraschende Materialien und Formen bauten eine Stimmung auf, die auf internationaler Basis zum Hinschauen und Einkaufen verführte.

Sicher, es könnte immer besser sein, Kunden - vor allem leider die deutschen - könnten aufgeschlossener reagieren. Dennoch lautete der vorherrschende Tenor der 4.805 internationalen Aussteller auf der Ambiente 2003 von "zufriedenstellend" bis "überraschend gut".

Der große Schwung kam durch die ausländischen Fachbesucher - laut Messebericht zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Einkäufer aus Kerneuropa, aus Italien, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien, Österreich, Griechenland sowie aus Skandinavien und Osteuropa waren gut vertreten. Insgesamt entspricht die Gesamtzahl von 140.000 Fachbesuchern dem Vorjahresniveau.

Auch auf der Ausstellerseite legte die Auslandsbeteiligung um rund fünf Prozent zu. Unter den 92 vertretenen Nationen stellten Deutschland (1.798) Italien (343) , Frankreich (174) und Indien (174) die meisten Aussteller. Exportkontakte wurden hergestellt und genutzt. Drei von vier Ausstellern erklärten sich mit dem Auslandsgeschäft sehr zufrieden. Jeder zweite Aussteller sah seine Erwartungen hinsichtlich des Inlandsgeschäftes erfüllt.

Die Ambiente mit ihren drei übergeordneten Leitmessen für Tisch und Küche, Schenken und Wohnen umfasst breiteste Sortimentsbereiche und schließt praktisch die Kette der Ordermessen für das Frühjahr/Sommer-Halbjahr. Entsprechend unterschiedlich sind die Interessen der Handelspartner, die, oft verunsichert durch Konsumzurückhaltung und schleppenden Abverkauf, nicht nur Ware, sondern wirkliche Impulse und Ermutigung bei den Ausstellern oder ihren vertrauten Lieferanten suchten. Je klarer die nämlich ihre Produkte im Rahmen eines überschaubaren und leicht definierbaren Konzepts anboten, umso leichter und auch überzeugter fielen Kaufentscheidungen.

Es ist nichts Neues, dass komplette Themen gesucht werden mit Marketing-Service und Präsentations-Vorschlägen. Bekannte Marken, vor allem aus dem GPK-, aber auch aus dem Wohn- und Haustextil-Accessoires-Bereich suchten Synergieeffekte und bauten Erlebnisthemen auf. Anerkannt wurden frische, unkomplizierte Ideen. In verhältnismäßig kurzer Zeit konnten sich solche Unternehmen einen zuverlässigen Kundenstamm zulegen. Voraussetzung sind absolute Lieferzuverlässigkeit und Flexibilität, wenn Ware knapp werden sollte. Gerade Wohnshops, Einrichter und Möbelhäuser mit speziellen und ergänzenden Accessoires- und Geschenkabteilungen sind auf raschen und stimmigen Warennachschub angewiesen. Diese Produkte leben vom Reiz der Neuheit, sind dabei aber keineswegs nur kurzlebig. Wer dem Handel Lagerhaltung erspart, sammelt als Lieferant Pluspunkte. Das trifft natürlich auch zu für Warenthemen, die durch Gestaltungs- und individuelle Ergänzungsmöglichkeiten einen größeren Kalkulationsspielraum zulassen.

Innovation, gerade im textilen Bereich, liegt oft wirklich nur im feinen Detail, in der liebevollen Stoffauswahl, der originellen Kombinierbarkeit und der Vielseitigkeit, auf die sich aufbauen lässt. Dem Thema Material widmete diesmal die Messe Frankfurt im Loft in Halle 4.1 eine besondere Demonstration. Material ist ausschlaggebend für Inspiration, Form, Oberflächenstrukturen und damit für Qualität und Preis. Neuartige Materialien mit herausragenden Eigenschaften, die für die Herstellung innovativer Konsumgüter eingesetzt werden, wurden für die Materials Vision zusammengetragen. Es handelte sich dabei um 56 anspruchsvolle Rohstoffe wie Calciumfluorid-Kristalle, Schaumkeramik, Porzellanfolie, 3-dimensionale Gestricke, pulverisierte Metalle, und so fort, nur um einige zu nennen.

Seit 1985 sind Aussteller der Konsumgütermesse Ambiente eingeladen, ihre Produkte und Produktideen, - und zwar Serienprodukte und nicht Unikate - einzureichen, um im Wettbewerb Design Plus von einer Jury internationaler Fachleute prämiert zu werden. Die Ursprungsidee des Preises ist heute aktueller denn je. Das Prädikat "Design Plus" dient den Fachbesuchern der Messe, sich bei aktuellen Innovationen besser zurecht zu finden. Es soll mutige Design-Konzepte belohnen und ihnen eine breitere Öffentlichkeit verschaffen. Die Gewinner dürfen mit dem Design-Plus-Logo für ihre Produkte werben.

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In GalleriaSüd wurde die Sonderschau "Tabletrends 2003" in Kooperation der Brancheninitiative Treffpunkt Tisch und der Messe Frankfurt in Szene gesetzt. Unter dem Motto "24 Stunden genießen" inszenierte die Designerin Franziska Kessler zehn "Stationen" eines ganz normalen Tages mit den Akteuren Besteck, Gläser, Keramik- und Porzellangeschirr. Ihre Rolle spielten sie aber nicht auf klassischen Tischen für Frühstück, Mittagessen, Abendbrot, denn der ganz normale Tagesablauf hat sich verändert. Die Menschen sind mobiler geworden, frühstücken unterwegs aus Trinkflaschen oder isolierenden Chrombechern, die sie aus robusten (Stoff)Taschen auspacken. Nur am langen, schmalen Esstisch tauchen neben weißem Geschirr und Besteck Servietten aus dunklem Leinen auf. Auch wenn Textilien bei diesen Table Trends wenig Beachtung fanden, bieten sich ihnen mit den veränderten Genuss-Gewohnheiten und Tischdeck-Sitten bemerkenswerte Anlässe, die nur aufgegriffen werden müssen. Das Thema Picknick wurde von GPK in vielen Variationen durchgespielt und das ging nicht ohne dekorative und praktische Textilien, Plaids, Sets und Servietten, Taschen und Beuteln - lauter Zusatz-Accessoires - ab.

Im "Stammbereich" der textilen Tischkultur, in Halle 9.1 im Rahmen von Tavola & Cucina und Kitchen Trends präsentierten sich bereits erfolgreich bekannte Hersteller wie Alkor-Venilia und Duni//Artstyle mit "gedeckten Tischen", die nicht textiler Klassik entsprachen. Meyer-Mayor lancierte kurz entschlossen seine Innovation "handy": Küchen-, Hand- und Geschirrtücher im praktischen Maß 40/60 cm, die überall dort angesagt sind, wo Tücher rasch zur Hand sein sollen - in der Küche, im Gästebad, in der Ferienwohnung oder im Garten. Auf Stoff, Farbe und Dessin aufgebaute Wohnaccessoires-Themen (At Home, Banaras, Casa D. Lifestyle, D & T Design), mehrteilig und vielseitig sowie unkompliziert einzusetzen, kamen generell gut an.

Die Streifenvariationen der Textilien, wie bereits auf den vorherigen Messen in diesem Jahr erprobt, finden sich überall wieder - auf Gläsern, Porzellan, Keramik und Papeterie. Bei Geschenkartikeln und Accessoires für die Küche bilden sie neben Weiß vollflächige Dekore.Durchgängiges Dekorthema sind außerdem plakative Früchte. und - etwas farbig zurückhaltender - grafische Dessins und Motive. Die Farben sind meist intensiv und klar: neben Blau in verschiedenen Abstufungen, Rot, Grün, Orange tauchen Pinktöne und Türkis auf.

Von den Materialien her überholen farbige Kunststoffe in opaker Ausführung oder farbig-transparent Edelstahl und Aluminium. Die Formgebung im Bereich Tavola & Cucina ist sachlich-funktional mit eigenwilligen Variationen. Universell einsetzbare Gläser sind wichtig für Kleinhaushalte. Kunststoffprodukte für den Haushalt werden anspruchsvoller.

Im Wohnbereich Domus & Gallery kennzeichnen reduzierte Formen das moderne Design. Es schleichen sich verspielte und romantische Elemente ein und mischen sich mit dekorativen Blumen und Beerenzweigen. Gepflegt wird der Kontrast zwischen alt und neu, traditionell und modern. An Farben fällt im Wohnbereich Hellblau deutlich auf, aber auch Flieder- und Violetttöne mischen mit.

Funktionalität gepaart mit Ästhetik ist das Trendthema. Tischläufer mit Reißverschlüssen werden zu einzelnen Tischsets umfunktioniert und Untersetzer aus Silikon lassen sich als Topflappen nutzen. Unterschiedliche Stilmerkmale und Einflüsse werden mutig gemixt. Teppiche und Möbel aus Teakholz werden beispielsweise mit bunten Accessoires in Streifenoptik kombiniert. Sachliche Schränke zeigen Merinofilz-Applikationen.

Die Ambiente 2004 findet vom 20. bis 24. Februar in Frankfurt am Main statt.

aus Haustex 04/03 (Wirtschaft)