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Heimtextil 2006

Kreativität schafft neue Impulse

Herford - Gediegene Wohnkultur hat erfreulicherweise wieder einen hohen Stellenwert erlangt. Im Wettrennen um Marktanteile nimmt die Ware immer noch einen hervorgehobenen Platz ein. Klare Konzepte in Kombination mit innovativen Produkten, die den Kunden anschaulich und liebevoll vor Augen geführt werden, bringen meist auch den gewünschten Erfolg. Blickt man auf das gerade zu Ende gegangene Jahr zurück, kann man aus der Branche weitaus mehr "Wehklagen" als "Jubilieren" vernehmen. Vor allem der Mittelstand fühlt sich arg an der Nase herumgeführt, weil ihm im Hinblick auf die deutschlandweit so dringend nötige Schaffung von Arbeitsplätzen aufgrund politisch oft nicht nachvollziehbarer Hemmnisse nach wie vor die Hände gebunden sind. Deutsche Wohntextilien genießen Weltruf - der Exportanteil ist beträchtlich. Guter Schlaf hat einen wesentlichen Einfluss auf Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und innere Ausgeglichenheit. Die Menschen suchen "Nestwärme", und wo finden sie diese mehr als im Schlaf- und Ruheraum, der Urstätte menschlicher Geborgenheit? Deshalb liegen Haustextilien und Bettwaren im Trend. Kreativität und Innovationen geben der Branche immer wieder neue Impulse. Wer den festen Willen hat, sich einem veränderten und sich täglich wandelnden Markt zu stellen, der wird auch in der Zukunft lange Freude haben.

Die bevorstehende Heimtextil-Messe in Frankfurt (11. bis 14. Januar) wird wieder ein erster Test für die Stimmung in den Märkten und wichtige Kommunikations-Plattform für Lieferanten und Kunden unserer Branche sein. Dort kann sich der Handel ein komplettes Bild von der überzeugenden Kreativität der haustextilen Sparte verschaffen. Einen - wenn auch nur kleinen - Einblick in das Angebot zeigen wir auf den folgenden Seiten.

Bettwäsche - Lifestylewelten und Erlebnischarakter

Bei ständig steigenden Steuern und konstanter Arbeitslosigkeit eigentlich kein Wunder, dass die Verbraucher angesichts der unvermindert anhaltenden wirtschaftlichen Schieflage beim Produkt Bettwäsche nicht in einen Kaufrausch verfallen. Aufgrund der starken Verunsicherung legen sie ihr Geld lieber auf die hohe Kante und warten auf bessere Zeiten. Entweder regiert ausschließlich der Preis oder qualitativ hochwertige Ware - die mittleren Qualitäten ohne spezielle Aussage oder Zusatznutzen tun sich immer schwerer. Sonderangebote in Hülle und Fülle und praktisch über das ganze Jahr verteilt sprechen eine deutliche Sprache. Fazit: die inländischen Produzenten und Anbieter sind einem verschärften Wettbewerbsdruck ausgesetzt - und auch beim Handel bleiben trotz intensivster Anstrengungen in Sachen Bettwäsche-Verkauf die Kunden fern.

Wer hochwertige Ware verkaufen will, braucht qualifizierte Beratung, augenfällige neue Dekorationen und stimmige Themen - Lifestylewelten und Erlebnischarakter spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Um Emotionen beim Kunden zu wecken, sollte der Fachhandel die Bettwäsche in Schlafwelten gekonnt in Szene setzen - das macht Appetit, verursacht Kauflust und sichert Umsätze mit schönen Erträgen. Leider jedoch wird immer noch zu viel Ware auf zu geringer Fläche dargeboten. Ordnung und Übersicht schaffen Orientierung, nur so kann der Käufer die Hochwertigkeit dann auch wahrnehmen. Aber es hilft weder Handel noch Konsumenten, wenn durch Mengenangebote in untersten Preissegmenten die schon angeschlagene Marktsituation noch weiter verwässert wird.

Bettwäsche lebt von modischen Impulsen, die durch neues Design und neue Ware geschaffen werden, ganz sicher aber auch durch Kombinationen verschiedener Artikelgruppen. Flexible Anbieter werden daher auch in Zukunft durch Qualität und Service sowie durch Innovationen im kreativen und technischen Bereich ihre Umsatzanteile sichern bzw. ausbauen können. Für gute Marken und stimmige Wohnideen wird es immer Chancen geben. Bettwäsche muss den Anforderungen einer modernen Gesellschaft gerecht werden. Sie muss nicht nur optisch schön, sondern auch gebrauchstüchtig, kuschelig weich, wärmend im Winter oder kühlend im Sommer sein.

Im Hinblick auf die Qualitäten spielen immer noch die klassischen Sortimente aus 100 Prozent Baumwolle in den Varianten Renforcé, Satin, Seersucker, Jersey, Feinbiber und Köper-Flanell eine Hauptrolle. Klassiker in edlem Damast bestechen durch gestalterische Finesse in neuen Designierungen, Farbstellungen und Konfektionsvarianten. Eines erfreulichen Zuspruchs erfreut sich inzwischen die Microfaser-Bettwäsche, die in vielfältigen Fertigungsmethoden angeboten wird: Gewebt, gewirkt, gestrickt, gepeacht oder geraut. Bei Microfaser-Softvelours handelt es sich um eine Interlock-Ware mit leichtem Rauflor, die durch angenehme Weichheit besticht und für ein ausgezeichnetes Schlafklima sorgt. Ebenfalls geraut präsentiert sich Microfaser-Feinflanell, eine Qualität, die neben den Vorzügen der Microfasern durch ihren baumwollartigen Griff überzeugt. Abgerundet wird das Microfaser-Spektrum durch voluminöse Fleece-Qualitäten für den Winter und Seersucker-Varianten speziell für Frühjahr und Sommer. Gewisse Probleme bei der Microfaser-Bettwäsche bereiten jedoch die glatten Innenseiten, da sich die Inletts häufig in eine Ecke "verkriechen". Wie Insider vermuten, dürfte der Microfaser-Boom in diesem Jahr noch anhalten. Erst in 2007, wenn die Verbraucher spüren, dass nicht alles Gold ist, was Micro heißt, könnte dieser Trend abflachen. An der guten alten Baumwolle wird man jedoch nicht vorbeikommen.

Hinsichtlich der Musterungen gibt es keine einheitliche Richtung - für jeden Geschmack und Anspruch ist gesorgt. Großzügige Karos und Streifen, längs- und quergedruckt und teilweise auch ineinander changierend, bestechen mit interessanten Strukturen und in ausdrucksstarken Kolorits. Bildhafte exotische Motive in abgepasster Optik, die den Zauber ferner Länder wecken, sind ebenso zu finden wie romantischer Mustermix aus Blümchen, dekorativen Streifen und verspielten Akzenten. Stark im Kommen sind florale Dessins, die von fotorealistischen Motiven bis hin zu malerischen Interpretationen reichen. Edle Erscheinungsbilder ergibt der Wechsel zwischen Glanz- und Matteffekten. Trendig geben sich klassisch opulente Muster mit filigranen Ornamenten auf großzügigen Farbflächen. Kunden mit gehobenem Anspruch können auf hochwertige Interlock-Jerseys, feine Mako-Satin-Damaste oder wertvoll gewebte und aufwändig konfektionierte Streifsatins zurückgreifen. Ebenfalls in diese exklusive Gruppe gehört feinster Schweizer Satin. Terra- und Rottöne spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Warmes Gelb oder Apricot verleihen dem Rot eine neue Frische, und durch Kombinationen mit Violett, Braun oder Moosgrün wird eine Spannung erzeugt, die die neusten Farbtrends interpretiert.

Tischwäsche - Dekoratives setzt gefällige Akzente

Glaubt man nationalen und internationalen Stylingbüros, dann tendiert die Tischwäsche hin zu qualitativ hochwertigen, gut verarbeiteten Produkten mit wertvoll eleganter Optik, klassischer Designierung und ausgeglichener Farbigkeit. Sie hat sich von ihrer eigentlichen Aufgabe, den Tisch zu decken und zu schützen, schon weit entfernt. Als modischer Bestandteil des textilen Wohnens lebt sie vom Spannungsfeld zwischen den Materialien wie Glas, Holz, Stein mit den übrigen Wohntextilien in Kombination mit edlem Porzellan und dekorativen Accessoires. Sie bringt den gedeckten Tisch zur Geltung, unterstreicht als dekoratives Element die textile Note in der Wohnung und setzt gekonnt oft auch gefällige Akzente. Da sie ein erklärungsbedürftiges und auch beratungsintensives Segment darstellt, ist gerade der Fachhandel die ideale Plattform für den Verkauf dieser Produktpalette.

Die Tischwäsche hat sich im vergangenen Jahr recht wacker geschlagen. Die Argumente Komfort und Pflegeleichtigkeit spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Das vielfältige Angebot reicht vom klassischen Sortiment abgepasst gewebter Ware in Garn- und Halbzwirnqualitäten bis hin zu Geweben in Allover-Musterungen mit verschiedensten Konfektions-Varianten einschließlich Sonderkonfektionen im Atelier-Service. Mit auf Themen orientierten Konzepten kann der Fachhandel die aktuellen Kollektionen je nach Saison überzeugend präsentieren und mit regelmäßig neuen Auftritten seinen Kunden immer wieder ein einmaliges Einkaufserlebnis bieten und Kaufimpulse schaffen.

Die abgepasst gewebte Jacquarddecke mit ihren vielfältigen Musterungsmöglichkeiten ist aus dem Hochwertbereich nicht mehr wegzudenken. Den Charakter dieser Artikel unterstreichen die edel glänzende Optik, aufwändige Designierungen oder Garn gefärbte Pastellnuancen. Tischwäsche gibt es für die unterschiedlichsten Jahreszeiten, Themen und Anlässe. So genannte Tischsets haben sich inzwischen zu attraktiven Trendartikeln entwickelt, die immer wieder gern gefragt sind, da sie sich nach Lust, Laune und Qualitäten beliebig untereinander kombinieren lassen. Gedeckläufer in vielen Varianten tragen zur modischen Gestaltung des Wohnambientes bei. Deutlich im Aufwind zeigen sich Kissenhüllen - ein ergänzendes Sortiment, das heute praktisch von allen Tischwäsche-Anbietern gepflegt wird und das die Fachabteilungen der Haus- und Heimtextilgeschäfte nicht mehr ganz dem Möbelhandel überlassen wollen.

Zeitlos elegante, in Anmutung und Anspruch exklusive Musterungen und Farbgebungen auf Basis hochwertigster Materialien bestimmen die aktuellen Kollektionen. Die Kombination unterschiedlicher Stoffqualitäten und Sticktechniken tragen ebenso zur Vielfalt des Angebotes bei wie modernes, kreatives Design, hochwertige Qualität und sorgfältige Verarbeitung. Ideal für festliche Anlässe eignet sich edle Jacquard-Tischwäsche aus beispielsweise bügelfreiem Piqué mit prachtvollen Rosenblüten oder wertvollen Konfektionen mit Gehrungssaum. Abgepasst gewebte Mitteldecken und Läufer unterstreichen diese Hochwertigkeit zusätzlich. Leichtigkeit durch Transparenz zeigen einerseits elegante Rosendrucke auf zartem Organza, während andererseits prächtige Blüten im Patchworkstyle spannungsvoll mit klaren Streifen kombinieren. Mit der Pastellwelle Hand in Hand kommen verspielte (florale) Dessins sowie die Üppigkeit im "Laura Ashley Stil". Schmetterlinge sind in diesem Frühjahr voll im Trend - ein Motiv, das sich schon im Herbst abgezeichnet hat.

Speziell für Sommer und Garten gefallen pfiffige Streifen- und Karovariationen, die hervorragend miteinander kombinierbar sind. Die Farbpalette reicht von kräftigen Tönen wie Erdbeerrot, Sonnengelb und Azurblau bis hin zu sanfteren Kolorits wie Pistaziengrün, Rosé oder Himmelblau.


Frottierwäsche / Frottiermode - Kuscheliges mit starker Ausstrahlung

Hochwertigkeit in der Qualität sowie Kreativität in Design, Technik und Ausrüstung sind immer noch die erfolgreichen Wegbegleiter im Frottierbereich. Kein textiles Produkt in unserem täglichen Umfeld - außer der Körperwäsche - hat eine derart hohe Berührungsfrequenz. Der wachsende Stellenwert gediegener Wohnkultur hat erfreulicherweise auch einen Trend hin zu gefälligen Frottierartikeln ausgelöst. Doch Stagnation, Verdrängungswettbewerb, ein hoher Importanteil und Überkapazitäten bereiten erhebliche Schwierigkeiten, und es bedarf immenser Anstrengungen von Industrie und Handel, diese Situation in den Griff zu bekommen.

Baumwolle bleibt immer noch das wichtigste Material für die Herstellung von Frottierwaren - aber auch Mischungen von Modal/Baumwolle oder Modal/Baumwolle/Seide kommen vermehrt zum Einsatz. Die Dessins zur Saison Frühjahr/Sommer sind eindeutig sportiv geprägt und gefallen durch ihre sehr klare und frische Ausstrahlung. Ausdrucksstark geben sich interessante Musterungen im typischen Schwarz/Weiß, aber auch das Spiel mit geometrischen Formen setzt außergewöhnliche Akzente. Streifen und Blumen dürfen natürlich nicht fehlen. Qualitäten mit sehr hoher Schlingendichte unterstreichen sowohl Wertigkeit als auch Verwendungsnutzen.

Der Bereich Wellness und Sauna nimmt für das Segment Frottier eine immer wichtigere Bedeutung ein. Neu sind Tücher mit Leinenanteil (35 Prozent), die durch kräftige Farben aus dem Naturbereich überzeugen. Sie zeichnen sich durch einen robusten Griff aus, der beim Trocknen einen angenehmen Massage-Effekt auf der Haut hinterlässt. Weitere Themen wie Graphik und Retro bestechen mit abschattierten Kreisformen oder Streifen in Wellenlinien. Neu interpretiert wurde Jacquard-Frottier durch eine besondere Längs- und Querwebung, wodurch eine markante Struktur mit Hoch/Tief-Effekten entsteht. Durch die Beimischung von Microfasern (25 Prozent) zur Baumwolle kann man bei den Frottierwaren spezielle Vorteile erzielen, die darin bestehen, dass sich die Qualitäten durch eine hohe Farbbrillanz auszeichnen, die selbst durch häufiges Waschen nicht verloren geht. Hinzu kommt, dass sich die Ware im Griff und auf der Haut angenehm weich, geschmeidig und kühl anfühlt.

Heimtextil Frankfurt
Foto: Curt Bauer
Heimtextil Frankfurt
Foto: CaWö Textil
Heimtextil Frankfurt
Foto: Polar Robin

Anspruchsvolle Frottiertücher brillieren mit in Handarbeit hergestellten, limitierten Auflagen. Stickereien und Applikationen sowie feine Leinen- und Seidenqualitäten komplettieren dieses hochwertige Segment. Auch in den Farbtöpfen wurde kräftig gerührt: das Ergebnis sind aktuelle Kolorits, die trendige Akzente in jedes Bad zaubern. Sogar die Bademäntel greifen diese Nuancen auf. Enorm wichtig sind Blau- und Aquatöne, neben Rot von Chili bis Bordeaux. Stark auch Orange und Gelb sowie Entlehnungen aus dem Kleidungsbereich: z.B. Donaublau, Turquoise, Magenta, Coral oder Apfelgrün. Absolutes Highlight für jeden Strandlieger - ein Badelaken in der Luxusgröße von ein mal zwei Meter. Man gönnt sich ja sonst nichts!


Bettwaren - Basis für gesunden Schlaf

Im Hinblick auf gesunde und angenehme Nachtruhe und das daraus resultierende Wohlfühlklima spielt die Qualität und Zusammensetzung der dabei verwendeten Bettwaren eine dominierende Rolle. Guter Schlaf ist die Basis für Erholung und Regeneration, er ist der ständige "Fitmacher", den alle brauchen. Die verschiedensten Schläfertypen mit den unterschiedlichsten Schlafgewohnheiten verlangen nach entsprechend darauf abgestimmten Problemlösungen. Ein breites Betätigungsfeld für die einschlägige Bettwarenindustrie, die dank intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit einer enormen Vielfalt innovativer Produkte aufwarten kann. Und damit auch jeder die für ihn passende Zudecke findet, wurden mittlerweile ausgeklügelte Beratungssysteme entwickelt, mit denen der Schläfer unter Einbeziehung der Schlafraum-Temperatur und seines Körpergewichtes seinen ganz individuellen Wärmebereich ermitteln kann.

Insgesamt zeichnet sich der Bettwaren-Markt durch ein stabiles Niveau mit einem Mix aus niedrigeren Preislagen, kombiniert mit höheren Stückzahlen, aus. Innerhalb dieses Segments gibt es jedoch erhebliche Marktverschiebungen. Im Bereich der doch überwiegend weißen Waren ist hinsichtlich Farbe relativ wenig zu erwarten. Aber kleine Effekte wie farbige Biesen, Label und ähnliches werden wahrscheinlich verstärkt auftauchen, um ein Abheben aus der anonymen Masse zu erleichtern. Die Materialien dürften ebenfalls immer hochwertiger und ausgefeilter werden, was ihre Funktionalität und Optik anbelangt - denn nur so ist eine Abgrenzung gegen die sicherlich weiterhin ansteigenden Importe sinnvoll möglich.

Chancen für Umsätze liegen meist auch in neuen Produkten. Aber auch in der qualitativen Aufwertung zuverlässiger Umsatzbringer ist noch einiges an Potenzial vorhanden. Zusätzlich sind neue Ideen und Wege gefragt, die Emotionen des Endverbrauchers anzusprechen und so sein Interesse für Bettwaren zu wecken. Äußerst positiv, so verlautet aus Herstellerkreisen, reagiert der Konsument auf die Microfaser-Produkte und greift gerne zu. Dies sei aber nicht nur bedingt durch die oft niedrigeren Preislagen gegenüber klassischen Bettwaren, sondern wird auf das gute Image des Begriffs Microfasern zurückgeführt. Es gibt neue Entwicklungen, die Microfaserprodukte in neue Preislagen hinein zu führen, z.B. durch intelligente Musterungen oder spektakuläres Design, denn gerade mit Microfaser-Geweben kann man Effekte erzielen, die mit klassischen Baumwoll-Geweben so nicht zu realisieren sind.

Deutsche Schlafkultur ist ein Begriff! Hochwertige Markenartikel zählen ganz klar zu den Gewinnern - ihnen sind auch weiterhin gute bis sehr gute Chancen beschieden. Neben den traditionell hoch geschätzten Daunen-/Federnbetten und Schurwollartikeln für die Naturprodukt-Liebhaber stehen gleich berechtigt bekleidungs-physiologisch richtig konstruierte Steppbetten mit hochwertigen Synthetikfüllungen. Der Trend zu noch besseren Qualitäten hält an. Dem kommen feinere Gewebe, außergewöhnliche Absteppungen oder noch innovativere Füllungen entgegen, wie beispielsweise Auflagen und Kopfkissen mit aktiv Wärme regulierenden Eigenschaften.

Für besonders wärmebedürftige Schläfer gibt es so genannte Triosteppbetten, durch deren dreilagige Verarbeitung zwei Wärmepolster entstehen, die Kältezonen, so der Hersteller, völlig ausschließen. Die Generation "50 plus" erfährt seitens der Hersteller zunehmende Beachtung, da diese Zielgruppe sowohl einen hohen Schlafkomfort als auch eine Absicherung gegen störende Schlafeinflüsse verstärkt sucht. So wurden z.B. Artikel speziell für die Seitenschläfer entwickelt, da mit zunehmendem Alter diese Schlafposition vermehrt eingenommen wird. Eine weitere Neuheit sind Kassettensteg-Betten mit Innen- und Außenstegen in verschiedenen Höhen. Sowohl Bezug als auch Füllung bestehen aus 100 Prozent Microfasern.


Heim- und Wohndecken - Absolutes Wohlgefühl

Im Deckenbereich kennt die Entwicklungsfreude der Hersteller nahezu keine Grenzen. Fast alle Kundenwünsche können erfüllt werden - dank einer Fülle von Materialien, die von reinen synthetischen Fasern über Mischungen bis hin zu den unterschiedlichsten Naturfasern reichen. Decken, die sich vom Normalen abheben, sind gefragt. Nur jene Anbieter, die immer wieder neue Nischen suchen und finden, können ihren kuscheligen Produkten in der Gunst der Verbraucher zu einem noch besseren Stellenwert verhelfen. Gegen die immer stärker in den Markt dringenden Importe kommt man nur mit innovativen Erzeugnissen, Flexibilität und Schnelligkeit an. Wer seine Kollektionen nicht auf Zielgruppen, Themen oder Wohnstile ausrichtet, hat im heutigen Verdrängungs-Wettbewerb fast keine Chance.

Obwohl sich das Segment der Heim- und Wohndecken durch eine erfreuliche Kreativität und Vielfältigkeit auszeichnet, hat die Branche mehr oder weniger auch unter der allgemeinen Konjunkturflaute zu leiden. Für sein modernes Zuhause hält der Verbraucher nach Wohndecken Ausschau, mit denen er neue Raumdesign-Möglichkeiten realisieren kann und die seinem ganz persönlichen Empfinden entsprechen. Wenn Optik und Funktion sowie Farben und Materialien seinem Geschmack entsprechen, dann greift er gerne zu.

Bei den Musterungen besticht die außergewöhnliche Vielfalt des Angebots. Folkloristische und geometrische Varianten sind ebenso vertreten wie florale Lösungen, Ornamentik oder strenge Grafik. Einmaligkeit im Aussehen und Exklusivität in der Machart sind gefragt. Bedruckte Plaids kommen momentan recht gut an - sie sind flauschig weich und edel, und durch den Druck entstehen interessante Strukturen und Optiken, die eine völlig neue Dimension der Gestaltung eröffnen. Florale Dessins, coole Design-Motive oder Paisley-Prints verleihen den Lambswool- und Casmere-Qualitäten interessante Akzente. Exquisite Konfektionsarten finden sich vor allem bei den Uni-Kollektionen - neben Samt- und Satinbändern bestechen z.B. Fransen oder jacquardgewebte Bänder und Bordüren. Funktionsdecken für Hausstaub-Allergiker enthalten den Amicor Pure Wirkstoff - und die umweltfreundliche Faserinnovation Lyocell sorgt aufgrund ihrer Atmungsaktivität und Hautfreundlichkeit für absolutes Wohlgefühl.

Decken sind multifunktional. Sie stellen ein attraktives Wohnaccessoire dar, sie üben eine wärmende Funktion im Livingbereich aus und sie gelten ebenso als praktisches Outdoor-Zubehör. Der Naturhaar-Bereich erfuhr bei vielen Anbietern eine modische Aufwertung. Zu den klassischen Edelhaardecken aus Lambswool, Mongol-Kamelhaar oder feinstem Cashmere wurden optisch sehr ansprechende Decken und Plaids kreiert. Durch verschiedenartige Webtechniken und raffinierte Bindungsvarianten entstanden Strukturqualitäten mit einer einmaligen Optik, die für ein besonderes Ambiente sorgen - gleichzeitig aber auch zum Kuscheln einladen.

Der Handel findet bei nahezu allen Anbietern stimmige Kollektionen, die sich durch extravagante Materialzusammensetzungen, interessante Musterungen, ausdrucksstarke Kolorierungen und edle Aufmachung auszeichnen. An ihm liegt es, die unterschiedlichen Produkte in ihrer Ganzheit zu zeigen, denn in Regalen gestapelte Ware wird nur wenige Abnehmer finden.


Matratzen / Schlafsysteme - Dem Rücken nur das Beste

Innovative Schlafsysteme mit perfekt aufeinander abgestimmten Betteinsätzen und Matratzen stellen das Nonplusultra dar, wenn es um gesunden und erholsamen Schlaf geht. Wenn dann auch noch die neuesten Erkenntnisse der Ergonomie und Schlafforschung zum Tragen kommen, dann ist das Optimum nahezu erreicht. In der Realität kämpfen aber leider immer noch allzu viele von Rückenschmerzen geplagte Schläfer mit der Variante "Brett im Bett" gegen die immer stärker fortschreitende Kuhlenbildung in ihrer Matratze. Erst wenn die erhoffte Linderung ausbleibt, befassen sie sich eventuell mit der Erneuerung jener Schlafunterlagen, auf denen sie nahezu ein Drittel ihres Lebens verbringen.

Dieses noch ziemlich brachliegende Gesundheitsbewusstsein und eine oft Bandscheiben schädigende Lebensweise könnten auch in Zukunft ein wichtiger Garant für die positive Marktentwicklung der Matratzenbranche sein. Technisch sinnvolle und vor allem für den Verbraucher nachvollziehbare Lösungen haben den Markt für diese Produkte in der letzten Zeit sehr positiv beeinflusst. Die Sortimentstiefe ist überwältigend: Flexible Schulterabsenkung, Lordosenstützen, Beckenkomfortzonen, dauerelastische Federelemente, Mehrzonen-Matratzen und aufgelöste Oberflächen sind nur einige wenige Stichpunkte, die auf die Entwicklungs-Kreativität der Hersteller hinweisen und individuelle Komfortansprüche gewährleisten. Noch durchdachter geschnittene Kerne mit unterschiedlicher Zonenempfindlichkeit oder eine noch aufgelockertere Oberflächenstruktur bei den Latexmatratzen dienen einer optimalen Anpassung an den menschlichen Körper.

Auch der Bereich Wasserbetten ist in den letzten Jahren zu einem - wenn auch vergleichsweise noch kleinen - nicht mehr zu vernachlässigenden Thema geworden. Die Entwicklung ist mittlerweile weit fortgeschritten und die eingesetzten Materialien und Verfahren entsprechen höchsten Qualitätsmaßstäben sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht. Optimale Körperunterstützung, angenehmer Liegekomfort ohne störende Druckpunkte und Hygiene für höchste Ansprüche sind die Vorteile, die immer mehr Menschen zum Kauf einer solchen Schlafstätte bewegen.

aus Haustex 01/06 (Wirtschaft)