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Polen: Neue Mehrschichtlinie für Barlinek

Mehr Kapazität und bessere Qualität

Barlinek S. A., der größte Hersteller von Holzfußböden in Polen, hat eine neue Produktionslinie für 1,5 Mio qm Mehrschichtparkett eingeweiht. In der Nähe von Landsberg, kaum 50 km hinter der deutschen Grenze, wurden die neu errichteten Hallen nach acht Monaten Bauzeit am 28. Mai 2004 durch den Firmenvorsitzenden Pawel Wrona offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland wohnten der Eröffnung bei.

Mit der Kapazitätserweiterung auf insgesamt über 4 Mio. qm hat Barlinek seit seiner Privatisierung 1999 ein erstaunliches Tempo an den Tag gelegt. Die jetzige Ausweitung schuf Arbeitsplätze für 200 Mitarbeiter, rund 70 pro Schicht. Das Unternehmen gehört nun zu den drei größten Holzbödenherstellern in Europa und, nach eigener Einschätzung, zu den Top 5 in der Welt.

Gesteigerte Nachfrage nach Barlinek-Produkten in Polen und ganz Europa hat, laut Aussage des Unternehmens, zur Investitionsentscheidung für die Verdoppelung der Produktionskapazität geführt. Rund 23 Mio. EUR haben die Polen ausgegeben. Dafür wurde eine Produktionshalle von 11.000 qm gebaut und mit einer Mehrschichtlinie auf technisch neuestem Stand ausgestattet. Im Prozess erfolgt eine zweiseitige Nutzschichtverleimung. Daher der Einsatz einer Hochfrequenzpresse. Später wird das "Sandwich" in zwei Mehrschichtdielen aufgetrennt. Die Oberflächenveredelung erfolgt - anders als bei manchen modernen Werken - nach der Profilierung.

Zum erstenmal in Polen wird hier zur Qualitätssicherung das opto-elektronische Wood-Eye-System genutzt, mit dem fehlerhaftes Holz ausgesondert werden kann, ohne den Herstellungsprozess zu unterbrechen. Ebenfalls neu bei Barlinek ist ein Abschnitt der Produktionslinie, mit dem geschrubbte und veralterte Oberflächen geschaffen werden.

Mit diesen Möglichkeiten meint das Barlinek-Management, auf die Trends im Markt schnell genug reagieren zu können. Zahlreiche neue Produktarten wurden bereits angekündigt. Über 90 zusätzliche Designs, Hölzer und Oberflächen will Barlinek in Kürze präsentieren. Bisher produzierten die Polen Stab- und Mosaikparkett, massive Dielen und Mehrschichtparkett. Darüber hinaus werden Furniere, Sportböden (Barkiet Sport) und Verlegewerkstoffe (Barkiet System) hergestellt. Aus seinen Holzresten macht das Unternehmen Biomassen-Brennstoff. Hauptprodukt von Barlinek ist das Dreischichtparkett mit Nutzflächen aus polnischem und exotischem Holz. Seit 2003 wird es mit der leimfreien Verbindung "Barclick" versehen.

Barlinek S.A.
Pawel Wrona, Präsident von Barlinek, eröffnete das neue Werk, kaum 50 km hinter der deutschen Grenze
Barlinek S.A.
Das ist in Polen selbstverständlich: Die neue Parkettproduktion erhält kirchlichen Segen.
Barlinek S.A.
Aus Deutschland kommt die Anlagentechnik: Gerhard Kraft dankt für die gute Zusammenarbeit.
Barlinek S.A.
Vertriebsleiter Deutschland Jaroslaw Achtel (l.) mit Pierre-Marc Dumont, Geschäftsführer beim süddeutschen Baulog-Service.
Barlinek S.A.
Barlinek zählt sich nach eigener Einschätzung zu den drei größten Holzbodenherstellern in Europa.

Die Produktionsausweitung geschieht schrittweise. 2004 sollen 2,9 Mio. qm erreicht werden, im darauf folgenden Jahr ist die Ausschöpfung der Kapazität von 4,3 Mio. qm angepeilt. Zum Vergleich: 2003 wurden von der alten Barlinek-Linie 1,6 Mio. qm Dreischichtparkett produziert.

Mit der gesteigerten Effizienz der neuen Anlage soll auch der finanzielle Ertrag wachsen: Von 32 Mio. EUR in 2003 auf 52,4 Mio. EUR in 2004 bis zu 69,8 Mio. EUR im Jahre 2005. Der Nettogewinn wird sich schon jetzt verdoppeln: von 3,37 Mio. EUR in 2003 auf 6,76 Mio. EUR in 2004 und geplanten 10,9 Mio. EUR in 2005.

Der Vertrieb von Barlinek-Produkten in Polen läuft über mehr als 200 Händler und führende Baumarktketten.

Seinen eigenen Marktanteil beziffert Barlinek hier auf 70%. Die Hälfte der Produktion geht aber schon heute in den Export. Dieser Wert soll künftig auf 70 % steigen. Den Zuwachs will Barlinek mit einem neuen Zweischichtparkett stützen, das Anfang 2005 auf den westeuropäischen Markt kommen soll.

aus ParkettMagazin 03/04 (Wirtschaft)