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US-Bodenbelagsindustrie

Immer mehr mit Umweltgesetzen konfrontiert


Die amerikanische Holzindustrie - und damit auch die Parketthersteller - sind mit einer Reihe von Regelwerken auf dem Gesundheits- und Umweltsektor konfrontiert. Dazu gehören Grenzwerte für Formaldehyd, Methanol, Holzstaub sowie Energiesparvorschriften beim Hausbau, Green-Building-Vorgaben, der Boiler-MACT-Gesetzentwurf, der Lacey Act, die LEED-Zertifizierung und das freiwillige Responsible Procurement Program (verantwortungsbewusster Rohstoffeinkauf) der National Wood Flooring Association (NWFA).

Den Lacey Act - eine seit 1. Juli 2009 wirksame Importdeklaration für Holzprodukte - betrachten die Vertreter der US-Fußbodenindustrie positiv. Nach Einschätzung der amerikanischen Parkettbranche helfen seine Ergebnisse, heimische Arbeitsplätze zu sichern. Genau aufgrund dieser Wirkung sehen sich dagegen ausländische Importeure in die USA in dem Vorwurf bestätigt, das Gesetz sei im Grunde eine protektionistische Maßnahme.

Nicht vorgeschrieben von der US-Regierung sind die Maßgaben von LEED (Leadership in Energy and Environmental Design). Allerdings nutzt die öffentliche Hand bei Bauausschreibungen die LEED-Standards immer häufiger. Es handelt sich hierbei um Maßstäbe für eine nachhaltige Bauweise, mit dem Ziel, ökologische und von der Energiezufuhr unabhängige Gebäude zu entwickeln. Neben LEED gibt es auch andere Green-Building-Programme.

Als jüngstes Handicap betrachtet die US-Holzindustrie die sogenannte Boiler-MACT-Gesetzesvorlage. Hier geht es um die Abluft von Heizanlagen, wie sie auch von Sägewerken und Fußbodenherstellern betrieben werden. Im offiziellen Wortlaut heißt das Gesetz National Emission Standard for Hazardous Air Pollutants (Nationale Emissions-Norm für risikoreiche Luftschadstoffe). Es wurde mehrfach umgeschrieben und von der EPA (US-Umweltschutzbehörde) im April 2010 neu vorgelegt.

Die U.S. Umweltbehörde hat Heizanlagen von Sägewerken aufs Korn genommen. Das kann die Zulieferung für die Fußbodenindustrie beeinträchtigen.

Laut Michael Martin, Geschäftsführer der NWFA, beeinflusst dieses Gesetz jeden Aspekt der Lieferkette von Holzbodenherstellern. "Boiler MACT hat das Potenzial, viele Sägewerke zeitweise außer Gefecht zu setzen, weil sie ihre Arbeitsweise erst an das neue Gesetz anpassen müssen. Das führt in unserer ohnehin schon wirtschaftlich angespannten Branche zu Produktionsstopps, Preiserhöhungen und Lieferschwierigkeiten."

Verschiedene Verbände - darunter der American Wood Council (AWC), die American Forest & Paper Association (AF&PA) und die Hardwood Federation - versuchen, durch politische Lobbyarbeit Einfluss auf die Entwicklung der Umweltgesetze zu nehmen. In einer AF & PA-Studie von 2011 wird dem Boiler MACT-Reglement vorgeworfen, landesweit die Schließung von 36 Sägewerken und einen Arbeitsplatzabbau von 20.000 Stellen zu riskieren. Um den neuen Vorgaben zu entsprechen, heißt es, müsste die Branche über
1 Mrd. USD investieren. Diese Kosten könnten sich sogar verdreifachen, wenn der bisher genutzte Bio-Brennstoff Holz als Abfall klassifiziert würde, wie es in einem Nebengesetz vorgesehen ist.

aus ParkettMagazin 01/12 (Nachhaltigkeit)