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VDP Verband der Deutschen Parkettindustrie e. V.

Massivparkett in Bedrängnis


Seit 1995 haben mehr als 20 Mitgliedsfirmen des Verbandes der deutschen Parkettindustrie VdP, die überwiegend Stab- und Mosiakparkett herstellten, ihre Produktion eingestellt. Nahezu die Hälfe davon musste Konkurs- oder Insolvenzantrag stellen. Das Produktionsvolumen der eingestellten Betriebe veranschlagt der VdP auf mehr als 2,5 Mio qm jährlich. Der Zusammenbruch weiter Teile der deutschen Produktion wird auf den Wettbewerbsdruck durch Importe - vor allem aus Osteuropa, aber auch Asien - zurückgeführt. Auch bei Ausschöpfung aller Rationalisierungsreserven seien die deutschen Hersteller zunehmend nicht mehr in der Lage, mit den Preisen der Konkurrenzprodukte mitzuhalten, betont der VdP. Verschärft werde die Situation durch den seit Jahren andauernden Niedergang der Neubautätigkeit sowie durch Zurückhaltung im Renovierungsbereich.

Im Zuge der Ost-Erweiterung rechnet der VdP mit Zunahme des Konkurrenzdrucks und Verschärfung der Lage. Bei der Jahresversammlung des Verbandes der deutschen Parkettindustrie stellte VdP-Geschäftsführer Hermann Wegelt deshalb die Frage, ob ein Antrag auf Genehmigung eines Mittelstandskartells (vormals: Strukturkrisenkartell) gestellt werden solle. Nach § 4 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB = Kartellgesetz) wäre das möglich.


Bei Genehmigung eines solchen Antrags müsste eine "planmäßige Anpassung der Kapazität an den Bedarf" herbeigeführt werden. Dabei könnte vor allem ein gemeinsamer Vertrieb in Betracht kommen, der sonst nicht genehmigt würde. Wegelt regte die betroffenen Betriebe an, zu prüfen, ob sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen.

aus ParkettMagazin 03/03 (Wirtschaft)