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Domotex 2004 in Hannover

Fast alle setzen auf hochwertiges Parkett

Die Domotex lief gut. Alle waren zufrieden. Parkett ist ein Produkt, das am Markt stabil nachgefragt wird. Allerdings fällt die Marge im unteren Preissegment dünn aus. Deshalb strebt eine Vielzahl von Herstellern in den Bereich hochwertiger Ware.

Landhausdielen, massive Stäbe, exotische Holzarten, wertige Herstellung - schon wird einem Angst bei dem Gedanken, die Luft könnte auch hier dünn werden. Dann nämlich, wenn plötzlich alle von jenem kleinen aber feinen Kuchen, der hochwertiges Parkett heißt, ihr Stück beanspruchen.

Aber so weit sind wir noch nicht. Die Domotex 2004 hielt zunächst für alle Teilnehmer einen Motivationsschub bereit. Das Angebot war breit gestreut. Natürlich gewachsenes Holz setzt sich immer mehr gegenüber den "astreinen" Sortierungen in Szene. Antike Oberflächen sind "in". Einher damit geht der Trend zur V-Fuge, die den Charakter alter Holzböden verstärkt. Und ganz am Rande bot der rumänische Hersteller "IQ 180 PROD" ein neues, leimfreies Verlegesystem für seine Clever-Systems-Massivholzstäbe.

Domotex
Die Fine-Line-Optik (l.) hat als Design-Oberfläche Konjunktur.
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Hell oder dunkel? Im hochwertigen Bereich gewinnen Exoten an Boden.
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Hersteller liefern Beratung gleich mit: Die Software "Parkettstudio" bietet umfassende Möglichkeiten.
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Color-Beizen machen europäische Dielen zu "Tropenholz".
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Kaum beachtet, aber vielleicht "die" Messeneuheit: Clever-Systems, ein "Über-Kopf"-Verbindungssystem für massives Parkett aus Rumänien.

Bei Mehrschichtparkett ist die Klick-Verbindung nicht mehr aufzuhalten. Die Entwicklung war absehbar, auch wenn Verlegewerkstoffhersteller die vollflächige Klebung noch so sehr mit guten Argumenten untermauern. Langfristig mag die Klick-Verlegung für Mehrschichtproduzenten von Vorteil sein, denn die Entscheidung, einen solchen Bodenbelag nach Jahren wieder zu erneuern, fällt dem Verbraucher sicher leichter, als bei einem fest verklebten Parkett.

Das gilt auch für Furnierböden, einem Produkt, das in Deutschland keinen hohen Stellenwert erlangt hat. Statt es als günstige Alternative zu massivem Parkett ins Blickfeld zu rücken, sollte es dem Konsumenten besser als edle Alternative zu Laminat präsentiert werden - Klickverbindung inklusiv. In moderner Optik kann Furnier durchaus konkurrieren. Zum Beispiel mit dem Fine-Line-Oberflächenbild, das aus blockverleimten Furnieren gesägt wird. Ganz oben auf der Agenda steht bei vielen Herstellern die Verkaufsstrategie. Hier wollen sie den Fachhandel unterstützen - aber auch lenken. Ein Mittel dazu ist das "Parkettstudio". Dahinter verbirgt sich eine Beratungssoftware, die dem Fachverkäufer oder Parkettleger virtuelle Instrumente an die Hand gibt, um seinem Endkunden eine optimale Vorstellung vom späteren Verlegeergebnis zu bieten. Das Grundsystem ist bei den meisten Anbietern des Parkettstudios identisch. Deshalb könnte sich diese Beratungsform als Standard durchsetzen.

aus ParkettMagazin 01/04 (Wirtschaft)