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ZOW Bad Salzuflen

Dekor-Olympiade für Laminatfußböden

Der Fußbodenbereich ist auf der ZOW - Messe der Möbelzulieferer - nur ein Randthema. Trotzdem zeigt sich mittlerweile: Der Laminatboden orientiert sich nicht, wie früher, an der Möbeloberfläche - das Möbeldesign erhält heute Impulse vom Boden. Die Entscheidungsträger vieler Laminatbodenhersteller kommen nach Bad Salzuflen, um Dekorentwicklungen zu begutachten und mit den Dekordruckern über gemeinsame Entwicklungen zu sprechen.

Die Geschäfte mit Laminatbodenherstellern sind für eine ganze Reihe von Dekordruckern befriedigender als mit einer in Deutschland immer noch rückläufigen Möbelbranche. Gerhard Heckmann, Marketingleiter der Württembergischen Kunststoffplattenwerke (WKP), die als Unternehmen der Kunz-Gruppe Overlays, Trennpapiere und Melaminimprägnate herstellen: "Bis zu 70 % unserer Melaminfilmproduktion geht in den Bereich Laminatböden. Wir beliefern fünf große europäische Fußbodenhersteller." Die Chancen in dieser Branche haben auch andere erkannt. Adela Weiss vom Dekordrucker Masa: "Wir wollen uns verstärkt im Flooring-Sektor engagieren."

Vier Trends im Laminatboden

Der Trend bei Laminatbodendekoren geht in vier Richtungen.

Aktuell ist die Registerprägung. Hier zeigt sich, dass Möbeloberflächen von den Entwicklungen im Fußboden profitieren. "Auch die Gestaltung der Oberflächenstruktur sollte in den Händen der Dekorentwickler liegen", findet Dirk Eiynck von Süddekor, "das gibt dem Produktpaket Qualitätssicherheit."

Während der Registerdruck zusammen mit der synchronen Oberflächenstruktur vor allem angetreten ist, den rustikalen Landhausstil so holzecht wie möglich zu gestalten, steigert sich mittlerweile eine Nachfrage nach "feiner" Natürlichkeit. Das könnte ein zweiter Laminatbodentrend werden. Wolfgang Gruber, Fußbodenexperte bei Bausch-Dekor: "Die grobe Rustikalität wird wieder etwas zurück gefahren. Das Dekor zeigt nun schlankere Risse und kleinere Äste."

Dritter Aspekt ist der Einsatz von All-over-Dekoren. Hier ähnelt der Fußbodendruckzylinder einem Möbeldruckzylinder. Press-bleche spielen keine Rolle. Produziert wird zum Beispiel eine Staboptik in 80 bis 90 mm Breite.

ZOW Zulieferermesse Ost-Westfalen
Wie der Boden, so die Möbel: Gestreift ist "in".
ZOW Zulieferermesse Ost-Westfalen
Johannes Schulte und seine Mitarbeiter von Meister-Leisten begutachten neue Dekore von Masa.
ZOW Zulieferermesse Ost-Westfalen
Gemeinschaftsarbeit von Süddekor und Hueck: Berry-Laminatboden in gebürstetem Landhausstil.
ZOW Zulieferermesse Ost-Westfalen
Für dieses im Berry-Fischgrätmuster verlegte All-over-Dekor lieferte Interprint das Know-How.
ZOW Zulieferermesse Ost-Westfalen
Aktuelles Laminatbodenthema ist der Registerdruck.
ZOW Zulieferermesse Ost-Westfalen
Reale Fuge (l.), optische Fuge (r.) und dazu ein Fliesendekor - Lamingraf liegt hier auf aktueller Linie.

Vierter Trendfaktor sind weiterhin Fliesendekore. Hier haben einige Dekordrucker Entwicklungen in der Schublade, die im laufenden Jahr das Licht der Welt erblicken sollen. Optimismus wird gestreut. In der Umsetzung einer realistischen Steinoptik, heißt es, liege noch Potential.

Solches Potential wird bei den klassisch "hölzernen" 3-Stab-Mustern nicht mehr gesehen. Der Schiffsboden taugt im Laminatbodenbereich nur noch für das Massengeschäft. Den Einkäufern der Laminatbodenindustrie hier neue Dekore vorstellen zu wollen, stößt nach Erfahrung der Dekoranbieter auf wenig Begeisterung.

Ständig neue Entwicklungen

Messen sind für Dekorentwickler heute kein Anlass mehr, termingerecht Neuheiten zu offenbaren. Elisabeth Zenker, Marketing-Managerin von Interprint: "Solche Entwicklungszyklen gibt es nicht. Wir sind ständig auf der Suche nach Neuheiten. Man muss versuchen, der Erste zu sein, denn Wettbewerber schließen schnell auf."

Die ZOW ist daher ein Kommunikations-Zentrum, wo die Branche sich trifft, um gemeinsame Projekte und Geschäfte in die Wege zu leiten. Dieser "Werkstattcharakter" macht die Anziehungskraft der Messe aus. 549 Aussteller fanden im Februar 2004 in den 3 Hallen Platz. Nicht alle, die wollten, konnten kommen. Es gab eine Warteliste.

ZOW-Beirat Bernd Riechers: "Die ZOW ist eine Innovationsschau geworden. Daher wächst die Zahl und das Interesse internationaler Aussteller und Besucher." Ob die Tendenz zur Überfüllung weiter geht, bezweifelt Beiratskollege Ulrich Bühler (Egger Holzwerkstoffe): "Aus meiner Sicht wird sich die ZOW am Standort Bad Salzuflen in Zukunft wieder stärker regionalisieren." Der Grund liegt auf der Hand: Die ZOW geht ins Ausland. Italien, Spanien, in diesem Jahr Moskau und 2005 Shanghai sind internationale Ableger. Das weltweite Publikum, könnte man meinen, braucht dann nicht mehr extra nach Bad Salzuflen zu fahren.

aus ParkettMagazin 01/04 (Wirtschaft)