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Umweltverträglichkeit: Holz versus Bambus


Holz ist Holz und Bambus ist ein Gras - soweit der botanische Unterschied. Aus beiden Rohstoffen wird Fußboden hergestellt. Doch weil umweltverträgliche Eigenschaften im Verkauf eine immer wichtigere Rolle spielen, liefern sich die Lobbyisten beider Seiten einen Streit um das bessere Ökoprodukt, natürlich mit dem Ziel, bei sich die positiven und beim "Gegner" die negativen Aspekte zu betonen.

In den europäischen Wäldern ist zwanzigmal soviel Kohlendioxid gespeichert wie jährlich ausgestoßen wird, sagen die einen. Holz wächst langsam, Bambus dagegen wahnsinnig schnell, deshalb sei es nachhaltiger, erwidern die anderen. Außerdem gibt Bambus bis zu 35% mehr Sauerstoff ab als die meisten anderen Pflanzenarten. Das Gegenargument lässt nicht auf sich warten: Laubhölzer hätten insgesamt eine bessere Ökobilanz. Denn Bambus wachse in Monokulturen ohne Biodiversität, und lange Transportwege sorgten für hohe CO-Emissionen. Zudem sei der Herstellungsprozess von Bambusfasern energiereich und teuer.

In ihren Broschüren liefern sich Bambus- und Parketthersteller einen Wettstreit um die Öko-Vorherrschaft.

Die Schlacht ist noch nicht geschlagen. Die Delfter University of Technology kommt für den Bambus-Spezialisten Moso zu dem Ergebnis, dass alle bewerteten Bambusmassivparkette, Terrassendielen, Platten und Furniere sich während des gesamten Lebenszyklus CO-neutral und besser verhalten. Der Verband amerikanischer Laubholzexporteure AHEC hat eine Studie zum Thema Ökobilanz in Auftrag gegeben und meint, dass ihre CO-Emissionen im Transport minimal seien, weil der größte Teil des Weges per Schiff erfolgt. Wer sucht, findet für beide - Holz und Bambus - gleiche oder unterschiedliche Vorteile und bei Bedarf auch ein Haar in der Suppe.

aus ParkettMagazin 02/12 (Nachhaltigkeit)