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FussbodenTechnik-Besuch bei Witex in Augustdorf

Ceraclic bietet Chancen für Verleger

Ceraclic ist eine völlig neue Bodenbelagsgattung. Es ist der erste mineralische Bodenbelag in Paneelformat mit Klicksystem und Naturstein-Dekoroberfläche. Einzigartig ist auch die Zusammenarbeit der vier Unternehmen Witex, Tarkett, Resopal und Knauf Integral für das gemeinsame Produkt Ceraclic. FussbodenTechnik hat den Hersteller und Ideengeber Witex in Augustdorf besucht, um über Konzept, Produktion, Verlegung und das erste Referenz-Objekt zu informieren.

Im Moment "schwimmt" die Produkt-Neuheit Ceraclic im Großhandel auf einer Sympathie-Welle, nachdem Witex konsequent den dortigen Außendienst geschult hat. Die Schulungsinhalte umfassen sowohl Materialkunde als auch die praktische Verarbeitung und Einblicke in die Produktion. Ziel ist ein bundesweit einheitlicher Kenntnisstand, damit über das gesamte Händler und Verarbeiternetz eine gleich hohe Beratungsqualität gewährleistet werden kann.

Beim Verleger selbst muss jedoch noch harte Überzeugungsarbeit geleistet werden. Bei Witex ist man überzeugt, dass Ceraclic eine große Erfolgsgeschichte bevorsteht. "Wenn man auf die Entwicklung zurückblickt, die Laminat im Laufe der Jahre genommen hat, so haben sich die Verleger auch dort lange gegen die Verlegung gewehrt", blickt Geschäftsführer Norbert Kleinschmidt zurück.

Kleinschmidt vermutet, dass sich auch der Fliesenleger erst einmal wehren wird. Etwas außerhalb stehende Gewerke wie den Maler und Bodenleger glaubt man schneller überzeugen zu können.

Patentierter Produktaufbau

Der große Vorteil von Ceraclic besteht darin, dass keine Feuchtigkeit in das Objekt eingetragen wird. Die Folge davon ist eine enorme Zeitersparnis, weil kein Estrich trocknen muss. Der Untergrund muss lediglich ausreichend eben sein. Wie bei Laminatböden auch darf der Boden keine höheren Unterschiede als 3 mm auf den laufenden Meter aufweisen.

Das von Witex vertriebene Fertigbodenelement Ceraclic Original ist eine eigenständige und völlig neue Produktgattung. Die Bodenbelagspaneele besteht aus einer 2 mm Trittschalldämmung (Sound-Protect Akustiksystem), einem 12 mm starken mineralischen Trägermaterial (HGF) und aus einer dekorativen Dekor-Oberfläche. Die Trittschallverbesserung liegt bei 18 dB, das Gewicht bei 22 kg pro qm. Das mineralische Trägermaterial kommt von Knauf Integral und zeichnet sich durch seine hohe Dichte aus, wodurch gute Werte bei statischen Belastungsprüfungen erzielt werden. Die vom Schichtstoffhersteller Resopal gelieferte Oberfläche ist hoch abriebfest, feuchtraumbeständig und bietet vielfältige Stein-Dekore. Bei der Klickverbindung handelt es sich um das patentierte Verriegelungssystem 5 G von Välinge.

Unproblematisches Verfugen

Ceraclic kommt besonders gut zur Geltung, wenn der Belag verfugt wird und erinnert dann an Naturstein. Viele Verleger scheuen das Verfugen von Belägen, aber bei Ceraclic ist diese Sorge unbegründet. Speziell für diesen Belag wurde eine Fugenmasse auf Kunststoff-Dispersions-Basis von Witex entwickelt.

"Wir hatten auf dem Markt nichts Vergleichbares gefunden", begründete Geschäftsführer Kleinschmidt die Entwicklungsarbeit von Witex. Die Ceraclic-Fugenmasse weist die gewisse Elastizität auf, die beim Begehen wichtig ist.

Windmöller Flooring Products GmbH
Witex-Marketingleiter Markus Schätzle demonstrierte, wie
einfach das Verfugen von Ceraclic ist.
Windmöller Flooring Products GmbH
Ceraclic ist künftig auch mit anderen Oberflächen wie PVC, CV oder sogar textile Oberflächen denkbar.
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In der ersten Ausbaustufe ist die Ceraclic-Produktionsstraße auf eine
Beschichtungs- und Profilierungskapazität von rund 2,5 Mio. qm pro
Jahr ausgelegt.

Die Fugenmasse wird mit einer speziellen Glättkelle aufgetragen und in die Fugen gedrückt. Das überschüssige Material wird mit der Glättkelle abgezogen. Anschließend wird eine durchsichtige Haft-Folie vom Belag abgezogen, so dass eventuelle Verschmutzungen auf der Belagsoberfläche durch die Fugenmasse entfernt werden.

Fertigungsanlage erweiterbar

Mit einem einstelligen Millionenaufwand wurde das Witex-Werk 4 in Augustdorf im Herbst letzten Jahres für die Produktion des neuen mineralischen Fußbodenbelags Ceraclic umgebaut. Die gesamte Prozesskette läuft überwiegend automatisch: Von der Beleimungsanlage für das Zusammenführen des X-Protect-Schichtstoffes (HPL) mit der mineralischen Trägerplatte (HGF) und dem Sound Protect Akustiksystem. Bis hin zur Sägestraße für das Auftrennen der Großplatten in das Paneelformat und die Doppelendprofilierung der Klickverbindung.

Aufgrund des hohen Produktgewichtes von Ceraclic erhielt die Produktionstraße eine besondere Ausstattung: Angefangen von speziellen Fundamenten für einzelne Maschinen, stärkere Lager- und Fördereinheiten in der gesamten Produktionskette sowie abgekapselte, staubfreie Zonen bei bestimmten Produktionsbereichen. Im Dezember 2005 wurde mit dem Aufbau der Maschinenstraße begonnen, im Januar/Februar 2006 konnten die ersten Null- und Probeserien eingefahren werden und letzte Feineinstellungen und Optimierungen erfolgen. Seit dem Frühjahr ist die Anlage nun in Betrieb.

In der ersten Ausbaustufe ist die Ceraclic-Produktionsstraße auf eine Beschichtungs- und Profilierungskapazität von rund 2,5 Mio. qm pro Jahr ausgelegt. Bei steigender Nachfrage kann auf der insgesamt 8.000 qm großen Produktionsfläche die Kapazität ausgeweitet und eine zweite Anlage installiert werden. Als Lagerflächen für Ceraclic Original steht ein 4.000 qm großes Lager zur Verfügung.

Vertrieb auf drei Standbeinen

Beim Vertrieb haben sich die Kooperationspartner die Zielgruppen aufgeteilt: Tarkett übernimmt den Objekt-Bereich mit der 18 mm starken Gipsfaserplatte Ceraclic Contract als Estrich-Ersatzkonstruktion und Witex verantwortet den Privatbereich über den Bodenbelagsfachhandel und den leichten Objekt-Bereich mit der 12 mm starken Gipsfaserplatte Ceraclic Original. "Mit dieser Entscheidung wird der Vertrieb eindeutig gestärkt", berichtete Geschäftsführer Jörg Freyer, "schließlich verfügt Tarkett mit seiner Objekt-Mannschaft über große Kapazitäten." Ceraclic Original steht für den Großhandel ab sofort zur Verfügung. Der Holzhandel wird von 60 Leithändlern über Resopal bedient. Das objekttaugliche Ceraclic Contract wird ab Sommer 2006 erhältlich sein.

Witex beschränkt sich bei den Teilnehmern des Schulungsprogramms aber nicht nur auf Händler und Bodenleger, sondern ist offen für jeden, der das innovative Produkt kennen lernen und einsetzen will. So sind Architekten, Facility-Manager, Maler, Trockenund Akustikbauer und alle anderen Gewerke genauso eingeladen, sich von der einfachen Handhabung des Bodens und den neuen Perspektiven, die das Produkt mit sich bringt, überzeugen zu lassen.

Weitere Informationen zu den Terminen und Inhalten können per E-Mail unter training@witex.com angefragt werden.

aus FussbodenTechnik 02/06 (Sortiment)