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Europäischer Parkettmarkt 2001

Nach zehn Jahren erstmals wieder ein Rückgang

Der europäische Parkettmarkt blieb im Jahr 2001 hinter den Erwartungen zurück. Zum ersten Mal seit zehn Jahren fielen Verbrauch und Produktion unter die Vorjahresmenge. Die durchschnittlichen Einbußen waren mit 1,2 bzw 1,3 % nicht gravierend, jedoch wurden einige Länder, die in der Föderation der europäischen Parkettindustrie (FEP) vertreten sind, von überdurchschnittlichen Verlusten getroffen - darunter Deutschland.

Der Jahresbericht 2001, der bei der Generalversammlung der FEP im Juni in Helsinki vorgelegt wurde, weist einen Gesamtverbrauch von knapp 80 Mio. qm und eine Produktionsmenge von rund 62 Mio. qm auf. Der auffallende Abstand erklärt sich teilweise daraus, dass die Statistik Polen, Ungarn und Rumänien, die in die FEP noch relativ neu sind, vernachlässigt. Unter Berücksichtigung ihrer Produktionsmengen steigt die FEP-Gesamtproduktionsmenge auf 75,6 Mio. qm.

Die FEP-Mitgliedsländer repräsentieren den wesentlichen Teil des europäischen Parkettmarktes. Zusätzlich geht die FEP davon aus, dass Märkte wie Großbritannien und Irland, ferner auch Portugal und Griechenland weitere knapp 15 Mio. qm zum gesamten europäischen Parkettmarkt beitragen. Er summiert sich damit auf 94 bis 95 Mio. qm.

Produktion

Die Eigenproduktion der westeuropäischen FEP-Kernländer 2001 hat mit rund 62 Mio. qm ihre bisherige Rekordmarke nur leicht unterschritten. Seit 1986 stiegen die Produktionsmengen von Jahr zu Jahr. Zeitweilig erreichte das Wachstum zweistellige Werte: 1989 (15,2%), 1988/1994 (11%), 1995 (10%). Seit 1999 verlangsamte es sich auf Zuwächse um 4%.

Der Einbruch 2001 (-1,3 %) ist kein Einzelfall: 1990/91 ereignete sich ein ähnlicher Rutsch, der indes bei einem darauf folgenden Plus von 7,2 % im Jahr 1992 schnell wieder vergessen war. Diesmal bereitet der Rückgang mehr Sorgen, weil er Spiegelbild einer gesamtwirtschaftlichen Lage ist.

Die Produktionsmengen wurden in einzelnen FEP-Ländern unterschiedlich zurückgefahren. Die Schweizer drosselten um 17,1 %, die deutschen Hersteller um 11 %, die Finnen um 9,7 %, Österreich, Norwegen und Dänemark jeweils um etwa 3 %. Alle übrigen mitteleuropäischen Länder legten zu, darunter, laut FEP-Statistik, Spanien um 9,3 % und Schweden um 7,2 %.

Unter Einbeziehung der Hersteller in Polen, Ungarn und Rumänien ergeben sich signifikante Verschiebungen: Die ersten drei Positionen halten weiterhin Schweden (20 %), Deutschland (14 %) und Frankreich (9 %), auf Platz vier schiebt sich dann Polen (8%), gefolgt von Italien, Spanien, Norwegen/Dänemark (je 7%) sowie Finnland und Österreich (je 6 %). Gleich dahinter Rumänien (erreicht mit einem einzigen Hersteller 5% der europäischen Gesamtproduktion und damit Platz 7 in der Rangfolge). Ungarn (4%) schiebt sich vor die Schweiz (3%).

Schweden bleibt das produktionsstärkste Land innerhalb der FEP und legte gegenüber dem Vorjahr um 0,8 % zu. Deutschland fiel deutlich zurück: 2000 lag der Anteil noch bei 18,8 %.

Verbrauch

Der Verbrauch 2001 innerhalb der FEP-Länder entwickelte sich ebenfalls unterschiedlich. Überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnete man in Spanien (16 %) und Frankreich (13,4 %). Auch die Benelux-Staaten und Norwegen/Dänemark konnten mit durchweg 4,5 % zufrieden sein. In Italien stagnierte der Markt. Negativ ist das Ergebnis in Finnland (-16,5%), Österreich(-12,7%), Deutschland (-11,5%) und in der Schweiz (-7,7%).

Trotz erheblicher Rezession ist Deutschland nach wie vor der größte mitteleuropäische Verbrauchermarkt. Der Anteil fiel 2001 allerdings auf 27% - im Jahr zuvor hatte er bei knapp 31 % gelegen. Der spanische Markt - im Höhenflug - nahm mit 15 % Anteil die zweitstärkste Position ein. Es folgten Italien (14 %) und Frankreich (11 %).

Von Österreich angeführt werden die Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Parkett - statistisch verbraucht jeder Einwohner jährlich 0,6 qm. Ebenfalls einen hohen Verbrauch weisen Norwegen/Dänemark (0,53 qm) und die Schweiz (0,52 qm) auf.

Das vor einigen Jahren gesetzte Ziel, Parkett - damals mit rund 3 % am europäischen Bodenbelagsmarkt beteiligt - an die 5-Prozent-Marke heranzuführen, ist mit derzeit 5,1 % erreicht. Dieses Ergebnis basiert auf Berechnungen von Intercontuft. Innerhalb von fünf Jahren hat Parkett seinen Marktanteil in der Bodenbelagsbranche um 67 % verbessern können. Ebenfalls kontinuierliches Wachstum verzeichnet weiterhin Laminat; von 2000 bis 2001 nahm der Verbrauch in Europa wiederum um 6,56 % auf 130 Mio qm zu. Rückläufig war dagegen der Verbrauch von textilen Bodenbelägen, jedoch mit 866 Mio. qm (2000 = 888 Mio qm) noch weit in Führung. Kork- und Linoleumverbrauch halten sich stabil.

Nachfragetrends

Bei der Nachfrage nach bestimmten Parkettarten steht Mehrschichtparkett an der Spitze. Sein Marktanteil war 2001 mit 73 % dominant. Massivparkett brachte es auf gut 15 %, Lamparkett auf etwas über 7 % und Mosaikparkett auf 4,6 %.

Gegenüber dem Vorjahr legte Mehrschichtparkett zwar zu, das Wachstum war mit 1 % jedoch bescheiden. Den Einbußen bei Lamparkett (-1,8%) und Mosaikparkett (-2,4%) stand eine unerwartete Steigerung bei Massivparkett gegenüber: Der Zuwachs betrug immerhin 1,2 %.

Hinsichtlich der Produktionsmengen ergaben sich ähnliche Verläufe: 2001 nahm die Produktionsmenge bei Mehr-schichtparkett weiter zu - um 1 % auf 45,3 Mio. qm. Die Produktion von Mosaikparkett fiel um 14 % auf 2,8 Mio. qm, Lamparkett büßte 23 % ein und schrumpfte auf 4,5 Mio. qm. Dagegen machte Massivparkett einen beachtenswerten Sprung nach vorn - um 4,5 % auf 9,4 Mio. qm.

Außenhandelsgeschäft

Die Außenhandelstätigkeit ist schwer zu fassen. Die Angaben der europäischen Statistik Eurostat und die von der FEP dagegen gehaltenen Daten differieren teilweise erheblich. Die FEP vermutet bei Eurostat Erfassungsfehler, u.a falsche Zuordnung zu Produktgruppen.


Bezweifelt wird demnach, dass die Importe in die EU-Länder mengenmäßig um 35% und wertmäßig um 3 % zulegten. Tatsächlich sei - laut FEP - von einem Importvolumen von 23,1 Mio. qm und einem Zuwachs um 8 % auszugehen.

Entgegen den Eurostat-Daten wird ferner vermutet, dass der wertmäßige Umfang der Importe - größtenteils aus Osteuropa und Fernost - binnen Jahresfrist um 4 % schrumpfte. Der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Import-Parkett wurde für 2001 mit 14,45 EUR ermittelt.

Auch hinsichtlich der Exporte in Nicht-EU-Länder vermutet die FEP fehlerhafte Angaben. Eurostat geht von einer Zunahme der Liefermenge um 25 % und des Warenwerts um 11 % aus. Denn der durchschnittliche Quadratmeter-Preis für Export-Parkett lag 2001 bei 17,11 EUR und ging damit gegenüber dem Vorjahr um 11 % zurück.

Der Europäische Parkettmarkt

Österreich
Produktion: 4,2 Mio qm
davon: 336.000 qm Mosaikparkett, 824.000 qm Massivparkett (8 - 23 mm), 3,0 Mio qm Mehrschichtparkett
Verbrauch: 4,8 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Buche (32 %), Eiche (24 %), Ahorn (19 %)

Belgien
Produktion: 566.000 qm
davon: 339.900 qm Lamparkett (6 - 13 mm), 226.600 qm Massivparkett (14 bis 23 mm)
Verbrauch: 2.666.500 qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (80 %), Tropenhölzer (15 %)

Dänemark/Norwegen
Produktion: 5,5 Mio qm
davon: 2,9 Mio qm Mehrschichtparkett, 2,6 Mio Massivparkett, 50.000 qm Lamparkett
Verbrauch: 5,2 Millionen qm
Bevorzugte Holzarten:
Dänemark: Buche (55 %), Esche (20 %), Eiche (15 %); Tropenhölzer 2 %
Norwegen: Eiche (43 %), Esche (20 %)

Finnland
Produktion: 4,87 Mio qm, ausschließlich Mehrschichtparkett
Verbrauch: 1,76 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (40 %), Buche (33 %), Ahorn (10 %)

Frankreich
Produktion: 6,67 Mio qm
davon: 4,83 Mio qm Mehrschichtparkett, 1,12 Mio Massivparkett (14 bis 23 mm), 492.187 qm Lamparkett (6 bis 13 mm), 227.336 qm Mosaikparkett
Verbrauch: 8,6 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (64 %), Kastanie (17 %), Tropenhölzer (10 %)

Ungarn
Produktion: 3,15 Mio qm
davon: 1,86 Mio qm Mehrschichtparkett, 654.000 qm Massivparkett (14 bis 23 mm), 482.600 qm Lamparkett (6 bis 13 mm), 150.300 qm Mosaikparkett
Verbrauch: 851.00 qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (54 %), Buche (29%)

Italien
Produktion: 5,3 Mio qm
davon: 3,0 Mio qm Mehrschichtparkett, 1,2 Mio Massivparkett (14 bis 23 mm), 1,1 Mio qm Lamparkett (6 bis 13 mm)
Verbrauch: 11,0 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Tropenhölzer (62 %), Eiche (25 %)

Niederlande
Produktion: 2,25 Mio qm
davon: 1,11 Mio qm Massivparkett (14-23 mm), 950.000 qm Lamparkett (6 bis 13 mm), 190.000 qm Mehrschichtparkett
Verbrauch: 3,7 Mio. qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (50 %), Tropenhölzer (30 %)

Polen
Produktion: 6,3 Mio qm
davon: 2,8 Mio qm Mosaikparkett, 2,1 Mio qm Mehrschichtparkett, 800.000 qm Massivparkett, 600.000 qm Lamparkett
Verbrauch: ohne Angaben (kein nennenswerter Inlandsmarkt)
Bevorzugte Holzarten: Eiche (40 %), Buche (30 %), Esche (15 %), Tropenhölzer (15 %)

Rumänien
Produktion: 4,05 Mio qm
davon: 2,5 Mio qm Massivparkett (14 bis 23 mm), 1,6 Mio qm Mehrschichtparkett
Verbrauch: Keine Angaben (kein nennenswerter Inlandsmarkt)
Bevorzugte Holzarten: Eiche (35 %), Buche (60 %)

Spanien
Produktion: 5,3 Mio qm
davon: 3,0 Mio qm Mehrschichtparkett, 1,5 Mio qm Lamparkett, 800.000 qm Massivparkett
Verbrauch: 12,32 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (60 %), Tropenhölzer (25 %), Birke (10 %)

Schweden
Produktion: 14,95 Mio qm
davon: 14,85 Mio qm Mehrschichtparkett, 100.000 qm Massivparkett
Verbrauch: 3,9 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (60 %), Buche (17 %); Tropenhölzer 1 %

Schweiz
Produktion: 2,26 Mio qm
davon: 1,66 Mio qm Mehrschichtparkett, 571.050 qm Mosaikparkett, 32.430 qm Lamparkett
Verbrauch: 3,76 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (40 %), Ahorn (27 %), Buche (26 %); Tropenhölzer 4 %

Deutschland
Produktion: 10,24 Mio qm
davon: 6,99 Mio qm Mehrschichtparkett, 1,74 Mio qm Mosaikparkett, 1,50 Mio Lam- und Massivparkett
Verbrauch: 21,94 Mio qm
Bevorzugte Holzarten: Eiche (max 42 %), Buche (max 32 %), Ahorn (12 %); Tropenhölzer (3,2 %)

Anteile an westeuropäischer Gesamtproduktion
Schweden 23 %
Deutschland 15 %
Frankreich 11 %
Italien 9 %
Spanien 9 %
Norwegen/Dänemark 9 %
Finnland 8 %
Österreich 7 %
Schweiz 4 %
Niederlande 4 %
Belgien 1%

aus ParkettMagazin 04/02 (Wirtschaft)