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33.Generalversammlung der ISP

Rückgang des Parkettverbrauchs in der Schweiz

Erstmals seit 12 Jahren musste Bruno Durrer, Präsident der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie (ISP), von einem Rückgang des Parkettverbrauchs in dem Alpenland berichten. Einer allgemeinen Untergangsstimmung wollte er sich jedoch nicht anschließen. "Aufbruch tut not", lautete sein Aufforderung an die Gäste der Generalversammlung in Neuchatel. Das erste Quartal des laufenden Jahres sei "alles andere als berauschend" verlaufen, aber: "Parkett ist gefragt. Nutzen wir diesen Bonus!"

Die Bautätigkeit in der Schweiz ist ruhig, Preisdruck und Kampf um Aufträge haben sich verstärkt. Wirtschaftliche Prognosen für das kommende Jahr bleiben verhalten optimistisch. Dieter Betz, Obmann Produktion und Handel: "In vergangenen Phasen hat uns die Renovationstätigkeit geholfen." 2001 seien aber freie Mittel an den Börsen statt in Sanierungen investiert und dort "verbrannt" worden.

Import und Export

Parkettimporte in die Schweiz stiegen wertmäßig um 11 % und mengenmäßig um 3 %. Der Export ist wertmäßig mit 4 % und mengenmäßig mit 0,7 % weniger stark gewachsen. Zu schaffen macht Schweizer Produzenten der hohen Wechselkurs des Franken zum Euro, sowie die "ruinöse Preispolitik ausländischer Produzenten, die unseren Markt als Ventil für ihre Überproduktion benutzen" (Betz). Trotzdem: Seit 1992 konnte die Schweizer Parkettindustrie ihren Marktanteil im eigenen Lande von 5 % auf knapp 15% steigern.

Produktion

Durch Konzentration von Produktionsteilen des größten Schweizer Parkettherstellers in seinen Zweigwerken Deutschland und Österreich hat die inländische Herstellung abgenommen. Lagerkapazität ist geringfügig abgebaut worden.Der Herstellung von Mehrschichtparkett dominiert gegenüber Mosaikparkett. Massivparkett bleibt ein geringer Faktor.

Problematisch ist für die Schweizer der Streit zwischen den Zertifizierungssystemen in Sachen nachhaltige Holzwirtschaft. Der Nachweis gegenüber den Konsumenten sei wichtig, aber, so Dieter Betz: "Wir sollten uns nicht zum Spielball der Zertifizierer machen lassen." Darüber hinaus sein Appell: "Räuchereiche gehört unter heutigen Umweltanforderungen auf die Verbotsliste."

Entwicklungen


Die gestiegene Nachfrage nach Parkettböden mit Klick-Verbindung führt zu der Tendenz, Produkte mit Nut und Feder im Preis zurück zu nehmen. Dieter Betz hält das für eine falsche Strategie: "Ich möchte alle Händler bei einem solchen Vorgehen an die Lagerabwertung und damit verbundene Ertragseinbußen erinnern."

Wirtschaftlich wird für den Rest des Jahres 2002 "höchstens eine Bestätigung" des Vorjahres erwartet. Der Importdruck aus Deutschland werde ungemindert bleiben, da der dortige Markt stetige Rückgänge vermeldet.

Auch in der Schweiz sind zum 1. Januar 2002 die Lehrpläne für das neue Berufsbild "Bodenleger/Bodenlegerin" (Parkett bzw. textile und elastische Beläge) in Kraft getreten. Die ISP war an der Ausarbeitung beteiligt. Obendrein beschäftigte sich der ISP-Vorstand in der jüngeren Vergangenheit mit dem Thema "Problem von Parkett-Verfärbungen aus dem Untergrund".

Schweizer Parkett-Daten 2001

Parkettproduktion: 2,26 Mio. qm (-17,0 %)
davon: Mehrschichtparkett 1,66 Mio. qm (- 6,5 %), Mosaikparkett/Lam 0,57 Mio. qm (- 38,0 %), Massivparkett 32.000 qm (- 3,0 %)
Import: 2,85 Mio. qm (+ 3,0 %)
Export: 1,38 Mio. qm (+ 0,7 %)
Parkett-Verbrauch: 3,76 Mio. qm (- 7,7 %)
Lagermenge Ende 2001: 702.300 qm


Marktsituation Parkett CH - Einschätzung von ISP-Geschäftsleiter Bernhard Lysser

- Klick, Loc, Clip und Top haben in der Werbung abgenommen, aber eine markante Steigerung ihres Marktanteiles erzielt
- Mit Klickverbindungen sinkt das Niveau und die Qualität der Verarbeitung gegenläufig zu den Erwartungen des Verbrauchers
- In Fachzeitschriften halten sich die Werbung für Versiegelung und Öloberflächen die Waage
- Holzwerkstoffe werden immer mehr aufgeführt
- Das Label FSC ist stark präsent
- Dessinböden und Intarsien werden vermehrt angeboten
- Firmenzusammenschlüsse und Insolvenzen steigen
- Die Industrie bemüht sich, geeignete Reparatursets für UV-geöltes Parkett anzubieten
- Lösemittelkleber und -lacke werden noch zu häufig eingesetzt.

aus ParkettMagazin 04/02 (Wirtschaft)