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Talsohle erreicht?

Unterschiedliche Erwartungen für das kommende Jahr

Mit welchen Erwartungen blicken die verschiedenen Segmente der Branche in die nähere Zukunft? Gibt es Zeichen für steigenden Konsum oder muss der Gürtel noch enger geschnallt werden? Das ParkettMagazin hat sich umgehört.

Maschinen- und Anlagenhersteller

"Dass die Talsohle wohl erreicht ist", glaubt die Lignum Technologie AG. Der weltweit führende Anlagenhersteller für die holzbearbeitende Industrie hat seine Geschäftsentwicklung im 3. Quartal 2002 stabilisiert. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand zwar mit einem Umsatzrückgang von rund 17 %, doch Auftragseingang und -bestand sollen zum Jahresende wieder auf Vorjahresniveau liegen.

Im 3. Quartal war schon ein Auftragsplus von 3,5 % zu erkennen. Zufrieden ist man deshalb nicht. Vorstandssprecher Klaus Bukenberger: "Aufgrund der bestehenden Überkapazitäten gibt es am Markt enormen Margendruck." Kapazitätsanpassungen zeigen sich in der Personalentwicklung. Von 5.345 Mitarbeitern im September 2002 wird der Personalstand bis Jahresende auf 5.100 sinken. Mit solchen Einsparungen zielt der Vorstand 2003 auf eine Ergebnisverbesserung im Konzern bei einem Umsatz auf Vorjahresniveau.

Einen "in dieser Stärke nie da gewesenen Auftragseingangsrückgang im Holzplattenbereich" verzeichnet Wolf-Gerd Dieffenbacher. Sein Unternehmen hält
mit einer 2-Beine-Strategie (Holzplatten- und Umformtechnik) dagegen, setzt auf den Export (über 70%) und verfügt, nach eigenen Angaben, über ausreichende Kapitaldecke und Liquidität. Dieffenbacher hat zudem aus Kanada, USA und China eine Reihe von Aufträgen für OSB- und MDF-Anlagen auf dem Tisch liegen.

Werkzeug- und Gerätehersteller

Wie andere Unternehmen auch, kann Lägler dank eines starken Exportaufkommens zufrieden mit dem Jahr 2002 sein. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Umsatzplus von 12 % erreicht. Umsatztragende Produkte waren Parkettschleifmaschinen, Ersatzteile und Schleifmittel. Nachdem man 2001 mit der Umstellung auf Direktvertrieb begonnen hatte, wurde diese Maßnahme 2002 ausgebaut und gefestigt. Das soll sich - zusammen mit dem Serienstart einer neuen Einscheibenschleifmaschine, Erweiterung der Produktion und dem Bau von Schulungsräumen - 2003 auszahlen: Prozentual wird ein zweistelliges Umsatzwachstum angestrebt. Im Blick auf den gesamten Markt erwartet Lägler, "dass die derzeitige Zurückhaltung hinsichtlich der Nachfrage mittelfristig zurück geht."

Parketthersteller


Mehrschichtparkette gehen den Weg in die leimlose Klick-Verbindung, Markenauftritte werden forciert. Das beweist den Versuch vor allem größerer Hersteller, über den Fachhandel hinaus weitere Käuferschichten zu erschließen. Aber auch die Großen der Branche müssen dem immensen Preisdruck Tribut zollen - besonders dann, wenn sie von Laminat bis Landhausdielen auf verschiedensten Hochzeiten tanzen. Fusionen sind immer aktuell und Insolvenzgerüchte wollen nie verstummen.

Dass es sich in der Nische besser leben lässt, gilt nur, wenn sie exklusiv genug ist und durch eine erfolgreiche Kundenpflege untermauert werden kann. Das Oldenburger Parkettwerk - das Geschäft tragen Massivholzdielen, Holzpflaster und Sonderanfertigungen - rechnet für 2002 bei einem Umsatzrückgang von 5 % mit einem Gewinneinbruch von 50 %. Schon mussten Kosten durch Personalabbau reduziert werden. Für das kommende Jahre will keine Zuversicht aufkommen. Ohne Entscheidungswillen auf politischer Seite glauben die Oldenburger nicht an wesentliche Verbesserungen.

Oberflächenspezialisten

Stagniert hat der Umsatz im abgelaufenen Jahr in weiten Teilen der Lackhersteller. Durch die Erhaltung hoher Service-Bereitschaft und Beratungsaktivitäten hat man bei Berger-Seidle stärkere Rückgänge verhindert. Komplettierung und Verstärkung des weltweiten Vertriebsnetzes zählten ebenso zu den Maßnahmen, wie die Optimierung von Produktstruktur und Logistik. Im kommenden Jahr ist die Integration des Siegel-Entwicklungslabors am Standort Grünstadt geplant. Berger-Seidle sieht eine Zunahme umweltfreundlicher, wässriger Angebote und eine Abnahme lösemittelhaltiger Produkte. Das habe u.a. mit erhöhter Brandgefahr bei oxidativ trocknenden Systemen zu tun. Für 2003 wird insgesamt ein leichtes Wachstum erwartet.

Eukula nennt den Geschäftsverlauf 2002 "zufriedenstellend". Der Umsatz wird auf dem Niveau des Vorjahres liegen, der Gewinn allerdings sinken. Wasserbasierende Produkte waren auch hier die Umsatzträger. Den Export möchte man ausbauen. Kein Wunder, war doch der Inlandsvertrieb rückläufig und wird es, nach Einschätzung des Unternehmens, auch bleiben. Mit der Investition in Marketing- Maßnahmen in den einzelnen Export-Märkten plant Eukula seinen Umsatz 2003 zu steigern. "Wir glauben", heißt es, "dass die Nachfrage nach Exotenhölzern steigt. Geölte Flächen bleiben auf dem heutigen Niveau stabil. Hier ist wegen des hohen Pflegeaufwandes mit keinem Zuwachs zu rechnen. Hochwertige Wasserlacke, 2K-Wasserlacke, werden hochabriebfeste, lösemittelhaltige Systeme ablösen."

Dekordrucker

Allgemein gut beurteilt Schattdecor den Geschäftsverlauf 2002. Es wird mit einem Umsatz über 300 Mio. EUR gerechnet. Der Vertrieb, heißt es, habe sich positiv entwickelt. Mit neuen Produktionsstandorten in Russland und China soll der Kostensteigerung entgegen gewirkt werden. Investitionen fließen dabei in die Optimierung der Maschinentechnologie. "Optimistisch" geht Schattdecor ins Jahr 2003. Auf der Messe ZOW will man neue Dekore präsentieren.

aus ParkettMagazin 06/02 (Wirtschaft)