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MDH - Marketingverbund für deutsche Holzfachhändler

Holzhandelskooperation für den Mittelstand

Kleineren und mittleren Holzhändlern, die sich in den großen Kooperationen nicht zu Hause fühlen, bietet sich mit der Holzhandelskooperation MDH die Möglichkeit, die Vorteile einer Gemeinschaft zu vergleichsweise günstigen Gebühren zu nutzen. Der MDH kann dabei auf ein breites Angebot verweisen, zumal in besonders wichtigen Bereichen wie etwa dem Einkauf eng mit der Holzland-Kooperation zusammengearbeitet wird. 115 Holzhändler haben sich bis heute zu einer Mitgliedschaft im MDH entschlossen.

Hauptsitz der Kooperation MDH ist Erfurt. Ein weiteres Büro befindet sich in Forchheim bei Nürnberg. Von beiden Standorten aus werden die MDH-Partner bundesweit betreut.

Die MDH-Kooperation für mittelständische Holzhändler ist aus der NBB-Gruppe (Norddeutsche Betriebsberatung) entstanden, die in Rodenberg bei Hannover ihren Hauptsitz unterhält. Die Beratung des Baustoffhandels war vor 20 Jahren das Hauptbetätigungsfeld der NBB. Entstanden ist hieraus das Baumarkt-Franchisekonzept "bauSpezi", das heute nicht nur etliche Baustoffhändler, sondern auch Existenzgründer und bestehende Baumarktbetreiber nutzen. Sie behaupten sich damit gegenüber den großflächigen Baumärkten erfolgreich als Nahversorger in Klein- und Mittelstädten.

NBB entwickelte aber in den letzten Jahren noch weitere Franchisekonzepte wie "AngelSpezi" (Angelfachgeschäfte), "Kiebitz" (Fachmärkte für Landhandel), "NBB egesa gartenSpezi" (Gartencenter) und als neuestes Konzept den Frequenzbringer "Sherlock - der Preisdetektiv". Dabei haben sich vor allem die Franchisenehmer als sehr erfolgreich entwickelt, die mehrere NBB-Franchise-Systeme und deren Synergieeffekte gleichzeitig nutzen.

Für ein Vermarktungskonzept zeigte vor 20 Jahren auch der Holzhandel Interesse, so dass innerhalb der "bauSpezi"-Gruppe ein weiteres Konzept namens "holzSpezi" entwickelt wurde. Allerdings war die Holzbranche damals noch nicht bereit, dieses Modell als Franchising-System zu übernehmen. Der Unabhängigkeitsdrang der Holzhändler war zu dem Zeitpunkt noch sehr ausgeprägt. Deshalb hatte man sich vor 10 Jahren entschlossen, die Holzhändler aus der "bauSpezi"-Gruppe herauszulösen und in die eigenständige Kooperation MDH ohne Franchising einzugliedern. Wichtig dabei war, dem jeweiligen Holzhändler seine Individualität bezüglich Firmennamen und Logo sowie seine rechtliche und wirtschaftliche Selbständigkeit zu belassen.

Seitdem ist die Zahl der Partnerfirmen von ehemals 2 "holzSpezi"-Betrieben auf jetzt 115 MDH-Standorte angewachsen. Das "holzSpezi"-Konzept wurde dabei bis vor kurzem nicht weiterverfolgt. Doch seit einiger Zeit erlebt dieses Konzept eine Renaissance. So stieg die Anzahl auf mittlerweile 8 Systemnutzer an und die Nachfrage wächst weiter, auch aufgrund der Weiterentwicklungen des Systems.

Die Dienstleistungen des MDH sind sehr vielfältig. Sie reichen vom Einkauf und Sortimentsberatung über Zentralregulierung, Bereitstellung eines Intranets, Abschluss von Rahmenverträgen, Erarbeitung von Marketingkonzepten, betriebswirtschaftlichen und fachlichen Beratungen, Planen und Gestaltung von Märkten und Ausstellungen bis hin zur Unterstützung bei der Personalauswahl.


Der Einkauf wird besonders durch die seit dem Jahr 2000 bestehende Zusammenarbeit mit Holzland geprägt. Optimale Volumenbündelung bei gleichen Lieferanten führt zu Konditionen, wie sie sonst nur von großen Kooperationen zu erzielen wären.
- Die Zentralregulierung wird für die Partnerfirmen über die VR-Diskontbank abgewickelt.
- Das MDH-Intranet gibt den Partnern in erster Linie Auskunft über aktuelle Einkaufsaktionen und Lieferantenkonditionen (Skonto, Bonus, Rabatte etc.) Weiter können dort Beilagenseiten, Anzeigen, Lieferantenlisten und Newsletter mit Brancheninformationen eingesehen werden. Eingeschlossen ist hierbei insbesondere die Bereitstellung der monatlichen Umsatz- und Bonusstatistiken pro MDH-Partner sowie des Betriebsvergleichs.
- Die Rahmenverträge reichen von Versicherungsabschlüssen für Kfz, Betriebshaftpflicht etc. über Telefon bis hin zu günstigen Fahrzeugbeschaffungen.

Im Rahmen der zentralen Aufgabe Marketingberatung' wird dem neuen MDH-Partnerunternehmen zu Beginn der MDH-Mitgliedschaft ein Holzhandels-Marketinghandbuch zur Verfügung gestellt, das vom MDH verfasst wurde. In diesem Leitfaden wird holzhandelsspezifisches Marketing und seine Umsetzung vermittelt. Darauf folgt eine Vorort-Beratung, in der ein Maßnahmenkatalog gemeinsam erarbeitet wird. Die betriebswirtschaftlichen Aspekte werden ebenfalls gemeinsam mit dem Partner erörtert, wobei insbesondere das Thema "Basel 2" in den Mittelpunkt gerückt ist. Hierzu erstellt der MDH individuelle Strategiekonzepte zur Vorlage bei den Hausbanken.

Zur Gestaltung von Holzfachmärkten werden CAD-Pläne erstellt. Enthalten sind dabei die Ladenplanung für Neubau, Umbau und Erweiterung sowie die Planung von Ausstellungen, Außenansichten und Sortimentsplatzierungen.

Die Kosten der Mitgliedschaft im Marketingverbund für deutsche Holzfachhändler sind moderat. Über das Grundangebot hinaus gehende Leistungen werden nach Aufwand abgerechnet. Auch hier sind die Kosten überschaubar. So wird für eine eintägige Marketingberatung ein Betrag von 150 EUR in Rechnung gestellt. Möglich ist dieser günstige Kostenrahmen, weil zur Finanzierung der Aufwendungen des MDH auch ein kleinerer Anteil aus der Bonusrückvergütung der Lieferanten eingesetzt wird. Der größere Anteil der Rückvergütung wird jährlich an die Partnerfirmen ausgeschüttet.


Marketingverbund MDH

Geschäftsführung: Thomas Herzner, Heinz Dingfelder
Prokurist: Gert Otten
Marketing/Kommunikation/Fachbetreuung: Andreas Ludwig
Einkauf/Fachbetreuung: Roland Wiesenmüller
Organisation/Verwaltung: Gisela Bertuch
Datenservice: Kerstin Eberhardt

aus ParkettMagazin 05/05 (Wirtschaft)