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Karsten Kause: Nachhaltige Bauprojekte sind für den Objekteur interessant

Von Ökoeffizienz profitieren Kunden und Verarbeiter

Objekteur Karsten Krause will das Thema Nachhaltigkeit bei der Auftragsakquise durch kenntnisreiche Beratung in den Fokus des Auftraggebers stellen. Der Verarbeiter müsse dem Auftraggeber vorrechnen können, was er durch nachhaltige Produkte und Einbautechniken konkret einspart. Dann müsse man nicht allein über den Preis verkaufen und beide Seiten profitierten von der Ökoeffizienz.

Das Thema Nachhaltigkeit ist längst in der Branche angekommen, meint Karsten Krause, Vorstandsmitglied im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik sowie Geschäftsführer von K+R Bodenbeläge und Dekoration in Wedel bei Hamburg. Es spielt nicht nur beim Neubau, sondern auch bei Bestandsgebäuden in der Sanierung eine Rolle, wenn die mit einem Nachhaltigkeitslabel zertifiziert werden. Die Hersteller von Bodenbelägen und Verlegewerkstoffen verdienten mittlerweile mit den entsprechenden Produkten gutes Geld.

Generell hätten sich die Baukosten für komplette Gebäude in den vergangenen Jahren um 30% erhöht. Für Bodenbeläge mussten im selben Zeitraum immerhin 10% mehr kalkuliert werden, wobei die Verarbeiter diese Preiserhöhungen oft nicht an ihre Kunden weitergegeben hätten. Aber Krause ist sich sicher: Was Bodenbelags- und Verlegewerkstoffhersteller können, das sollte für Raumausstatter und Verarbeiter auch möglich sein, nämlich das Thema Nachhaltigkeit im Markt zu besetzen und damit wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.

Drei Dinge seien dabei entscheidend:

Karsten Krause ist Objekteur, Geschäftsführer von K+R Bodenbeläge und Dekorationen in Wedel bei Hamburg und stellvertretender Bundesinnungsmeister im Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF): "Wir müssen Beratungskonzepte entwickeln, die nicht nur den Auftrag und seine Abwicklung im Blick haben, sondern die gesamte Nutzungszeit des Fußbodensystems sowie die Kosten für Reinigung und Unterhalt und auch Wiederverwertungs- bzw. Entsorgungsmöglichkeiten."

1. Der Verarbeiter muss eine besondere Beratungskompetenz im Thema Nachhaltigkeit entwickeln. Damit lässt sich der Auftraggeber überzeugen, dass Produkte und Verarbeitungstechniken zum Einsatz kommen, die ihm einen nachhaltigen Effekt im Sinne von geringeren Unterhaltungskosten, langer Nutzungsdauer und moderaten Ausbau- und Entsorgungskosten sicher stellt - in einem Wort: Ökoeffizienz. Dann sei der Kunde auch bereit, mehr zu zahlen.

2. Weil für Generalunternehmer und Bauträger häufig nur das günstigste Angebot im Vordergrund steht, sind Planer, Entscheider, Investoren oder die künftigen Nutzer die richtigen Ansprechpartner. Diese sind auch zugänglicher für beispielsweise die Ergebnisse einer Studie der Gesellschaft für Umweltanalytik (GUA). Nach der haben die Reinigungskosten den größten Effekt in der Nachhaltigkeitsbewetung von Bodenbelägen. Dieser sei noch größer bei häufiger Reinigung, beispielsweise in Krankenhäusern.

3. Der Verarbeiter muss seine Kalkulation verändern, denn Objekte, die nach LEED oder DGNB zertifiziert werden, sind keine Standardaufträge. Wer sie akquirieren will, muss sich zum Thema Nachhaltigkeit weiterbilden und in Bezug auf Produkte und Verarbeitungstechniken sowie Zertifizierungs- und Ausschreibungsanforderungen auf dem Laufenden halten. Beratungsintensität und -qualität gehen über das bisher übliche Maß hinaus, denn es handelt sich um Konzepte, die nicht nur den Auftrag und seine Abwicklung im Blick haben, sondern die gesamte Nutzungszeit des Fußbodensystems. Der dafür nötige Zeitaufwand muss mit kalkuliert werden, damit der Deckungsbeitrag nicht schlechter wird.

aus BTH Heimtex 04/12 (Nachhaltigkeit)