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Sonnenschutz auf der Heimtextil

SB-Anbieter wappnen sich gegen Billig-Importe

Die Sonnenschutz- und Dekorationstechnik-Branche muss im Mitnahme-Sektor zunehmend gegen namenlose Import-Massenware ankämpfen, die zu Dumpingpreisen die deutschen Bau- und Möbelmärkte überschwemmt. Dagegen machen die etablierten SB-Anbieter jetzt Front und forcieren ganzheitliche Kollektions- und Präsentationskonzepte zur besseren Kundenorientierung, verknüpft mit konsequenter Markenpolitik und umfassenden Serviceleistungen. Zudem bauen zahlreiche Hersteller ihr Angebot an maßgefertigten Beschattungssystemen, Vorhangstangen- und schienen aus und setzen Trends mit kreativen Innovativen.

Gleich die ersten beiden Monate des Jahres 2006 bescherten der Sonnenschutzbranche zwei Großereignisse: Auf die Heimtextil-Messe in Frankfurt folgte Anfang Februar die im dreijährigen Turnus stattfindende Rollladen- und Sonnenschutzmesse R + T in Stuttgart. Aus diesem Grund hatten sich die Reihen in der Heimtextil-Sonnenschutzhalle 4.2. merklich gelichtet, denn das Gros der Aussteller aus der Zulieferindustrie, wie Systemlieferanten, Komponenten- und Sonnenschutzstoff-Hersteller verzichtet im Veranstaltungsjahr der R + T traditionell auf eine Präsenz in Frankfurt.

Der Heimtextil fern geblieben waren diesmal aber auch klassische Sonnenschutz- und Dekotechnik-Anbieter wie zum Beispiel Heinrich Büscher oder Silenta, die allerdings keine offizielle Stellungnahme für ihre Abwesenheit liefern wollten. Vielleicht lag es an den hohen Preisen für die Standmieten, denn auch verschiedene Aussteller präsentierten ihre Neuheiten diesmal an deutlich verkleinerten Messeständen, "um Kosten zu sparen".

Die Besucherfrequenz in der Sonnenschutz-Halle wurde von den ausstellenden Firmen ganz unterschiedlich beurteilt. Wer im vorderen Hallenteil nahe des Haupteingangs platziert war, konnte sich über regen Publikumsverkehr freuen, wie etwa Teba, die ein "gutes Besucher-Plus" verbuchten. Im hinteren Teil der Ausstellung und an den Seitenrängen war es hingegen ruhiger. "Der Messebesuch lief schleppender an und war nicht so stark wie letztes Jahr", registrierte Robert Döhlemann, zuständig für den Export bei Döfix Döhlemann. "Wir machen keine Luftsprünge vor Begeisterung." Die Export-Partner seien "gut vertreten" gewesen, während aus dem Inland "weniger Fachbesucher" gekommen seien. Das zeigen auch die offiziellen Zahlen des Messeveranstalters, die einen Besucherrückgang inländischer Interessenten und ein Plus von Gästen aus dem Ausland ausweisen.

Durchwachsene Bilanz 2005

Die Bilanz der Sonnenschutz-Industrie für das vergangene Geschäftsjahr fällt zwar durchwachsen aus, allerdings besser als in den Vorjahren. So erreichte die Branche 2005 nach Verlautbarung des Verbands innenliegender Sicht- und Sonnenschutz (VIS) in Krefeld ein Produktions- und Marktvolumen "von 1 % unter Vorjahr". Der Jahresverlauf sei "uneinheitlich geprägt" gewesen.

Der Blick zurück zeigt: Ein langer Winter mit spätem Schneefall im März hatte den Sonnenschützern den Start vermasselt. Dann folgte in den Hochsommer-Monaten Juli und August ein lang anhaltendes Tiefdruckgebiet mit Dauerregen, das die Nachfrage nach Schattenspendern ebenfalls bremste. Erst der September und die Herbstmonate brachten Sonnenschein und ließen die Umsätze wieder nach oben schnellen. Das leichte Minus führt der Verband auf die "weiterhin sichtbare Konsolidierungsphase" im Heimtextil-Fachhandel zurück, sowie auf Auftragsrückgänge in der Baubranche. Auch die politischen Vorhaben der neuen Bundesregierung, die Veränderung in der Steuergesetzgebung und dem Sozialversicherungsbereich ließen die Konsumenten abwartend reagieren.

Der VIS hofft, dass sich in den kommenden Monaten die Kaufzurückhaltung im Hinblick auf die geplante Mehrwertsteuererhöhung 2007 "zu einem Teil" auflösen könnte. Optimistische Töne schlägt VIS-Mitglied Wilhelm Hachtel, geschäftsführender Gesellschafter von MHZ an: "Ich erwarte 2006 einen Konjunkturaufschwung und gehe davon aus, dass unser Markt insgesamt zwischen 4 und 5% wachsen wird."

Direktimporte aus Asien

Bei inoffiziellen Gesprächen mit einzelnen Unternehmen wird bestätigt, dass die Umsatzzahlen im Fachhandelsbereich mit maßgefertigtem Sonnenschutz relativ stabil geblieben sind, während der Dekotechnik-Bereich leide und Einbußen hinnehmen musste.

Stark unter Preisdruck geraten sind jedoch Sonnenschutz-Anbieter, die Mitnahme-Artikel an Bau- und Möbelmarktgruppen liefern. Insider schätzen das Umsatzminus im SB-Markt insgesamt auf etwa 5% bei Sonnenschutz und zirka 8 bis 10% bei Dekotechnik.

Warum diese starken Rückgänge? Das Volumengeschäft ist momentan geprägt von preisaggressiven Direktimporten, vornehmlich aus chinesischen Produktionswerken, die eine zunehmende Konkurrenz für alle etablierten Sonnenschutz-Firmen in Westeuropa darstellen. Ganze Containerladungen bereits fertig verpackter Beschattungsprodukte und Vorhanggarnituren in Standardmaßen überschwemmen derzeit die Verkaufslager bekannter Bau- und Heimwerkermärkte im In- und Ausland. Branchenkenner berichten, dass Hersteller aus China mittlerweile sogar schon Einkaufsverbände direkt kontaktieren und komplette Container mit Gardinenstangen zum Kauf anbieten.

Ganz problemlos ist das Business jedoch nicht. Inzwischen klagt so mancher Baumarkt über Restbestände bei Billig-Rollo & Co., die teilweise bis zu 30 % betragen sollen, während der klassische DIY-Lieferant solche Ladenhüter zurücknehmen muss. Macht der Händler nämlich eine Vollkostenrechnung auf und addiert zum günstigen Direktimport-Einkaufspreis auch die Restanten-Quote, Transport- und Kapitalkosten, Produktpflege etc., hinzu, dann schrumpft seine Marge deutlich. Der Geschäftsführer eines betroffenen Sonnenschutz-Anbieters legt den Finger in die Wunde: "Direktimporte bringen kurzfristig Erfolg durch den günstigen Preis, doch langfristig ist man mit überzeugenden Sortimenten erfolgreicher."

Die bewährten Anbieter von SB-Sonnenschutz und -Dekotechnik haben sich jetzt gewappnet und bieten den Direktimporteuren Paroli, indem sie ihren Handelskunden intelligente Kollektions- und Präsentationskonzepte offerieren, verbunden mit konsequenter Markenpolitik, fairen Preisen und umfassenden Serviceleistungen. Ferner ist zu beobachten, dass viele Hersteller ihr Angebot an maßgefertigten Beschattungssystemen, Vorhangstangen- und schienen ausbauen und mit innovativen Neuheiten powern - denn die Chance für die heimische Industrie liegt in der Sonderfertigung auf Maß.

Markenpolitik und Präsentationskonzepte

So hat zum Beispiel Gardinia Home Decor sein Fachhandelsprogramm Kirsch erweitert und das Sortiment verfeinert. Die DIY-Marke Gardinia setzt auf neue Warenpräsentationen zur besseren Kundenorientierung und hat ein produktübergreifendes Farbkonzept für Rollo, Raffrollo, Plissee und Flächenvorhang aufgelegt. Reinhard Heidemann, Geschäftsführer von Gardinia Home Decor Zentral- und Osteuropa, findet die Situation in den Bau- und Heimwerkermärkten derzeit 'verwirrend': "Viele Endverbraucher erkennen in den meisten Märkten keine klaren Sortimentsstrukturen". Deshalb wollen die Isnyer künftig ihre Stärke als "namhafter Markenanbieter, der dem Handel alle Bausteine für ein kompetentes Category-Management bietet", vermehrt herausstellen.

Was den Geschäftsverlauf bei Gardinia betrifft, blickt Reinhard Heidemann "sicherlich auf kein leichtes Jahr. Wir haben den Umsatz in etwa gehalten, obwohl wir mengenmäßig mehr verkauft haben." Der Preisverfall im Bereich Deko-Zubehör und Sonnenschutz habe die Branche bereits das vierte Jahr wertmäßig schrumpfen lassen.

Blome in Sundern, Anbieter von Vorhanggarnituren und Sonnenschutz auf Maß und in Standardgrößen, beliefert im Rahmen seiner Sparte Hobbycor ebenfalls den DIY-Sektor. Mit dem SB-Sortiment Indeko zielt das Unternehmen aus Sundern auf Fachmärkte und Möbelhäuser, während die Markenpolitik des Labels Blome "ganz klar" auf den Fachhandel ausgerichtet wurde. Mit je 50% Anteil halten sich Maß- und SB-Geschäft die Waage. Das Angebot wird jedoch bislang vom Dekotechnik-Bereich mit rund 80% Sortimentsanteil dominiert, die restlichen 20% entfallen auf Sonnenschutz. Bekanntlich führt der ehemalige Stilgarnituren-Hersteller Blome seit seiner Übernahme 2004 durch den holländischen B & C-Konzern ein Komplettsortiment mit Beschattungssystemen und Vorhanggarnituren. "Die Marke Blome hat es in kurzer Zeit geschafft, eine positive Akzeptanz im Fachhandel zu finden, auch bei Sonnenschutz", konstatiert Blome-Vertriebsleiter Stephan Prade. "Wir sind mit dem Umsatz in allen Bereichen zufrieden, und lagen sogar teilweise über unseren geplanten Zahlen." Nur das Baumarktgeschäft sei schwer, weil "viel Unruhe" im Markt bestehe.

Für 2006 hat sich das international agierende Unternehmen viel vorgenommen, wie etwa zahlreiche Neuheiten und neue SB-Präsentationskonzepte entwickelt sowie den Export unter anderem in den USA und Südamerika verstärkt. Die Muttergesellschaft B & C vertreibt neben Sonnenschutz nun auch Vorhangsysteme von Blome auf dem niederländischen Markt und seit Mitte 2005 arbeitet man mit Grossist Inku Böhm zusammen, der das Blome-Komplettprogramm exklusiv in Österreich vermarktet.

Im Maßbereich mit Innovationen powern

Teba ist "angesichts der Marktsituation in Deutschland" mit dem Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr zufrieden. "Wir haben das Umsatzniveau von 2004 gehalten." "Sehr erfolgreich" habe sich die Faltstore-Kollektion verkauft, während Dekotechnik "rückläufig" gewesen sei, resümiert Frank Tovornik, Geschäftsführer von Teba. Das Maßgeschäft, das rund 70% zum Umsatz beisteuert, lief besser, als das SB-Programm, das auf Fachmarkt-Kunden zielt. Um der Mitnahme-Serie Sun Collection neuen Schwung zu verleihen, hat das Unternehmen mit der Sonne im Logo dem Sortiment ein neues, wertigeres Outfit verpasst, mit verjüngtem Verpackungskonzept und Farbleitsystem, das den Endverbraucher mit "positiven Emotionen zum Kauf animieren soll". Als Konfektionär der Marke Luxaflex präsentierte Teba ferner eine neue Faltstore-Generation mit optimierter Blöcker-Technik, die nun als Luxaflex Faltstore Kollektion an den Start geht. Zur Erinnerung: Systemlieferant Blöcker in Bremen, der unter dem Label Cosiflor ein marktführendes Faltstore-Programm vertreibt, wurde im Januar 2005 von Hunter Douglas übernommen. Der niederländische Komponentenhersteller unterhält auch eine eigene Plissee-Kollektion, die auf der sogenannten EOS-Systemtechnik basiert.

Heimtextil Frankfurt
Die zahlreichen Messe-Neuheiten von Teba wurden von den Fachbesuchern interessiert und vielversprechend aufgenommen. Auch die neue Verpackungspräsentation des Teba Mitnahme-Programms Sun Collection zog viel Aufmerksamkeit auf sich.
Heimtextil Frankfurt
Kadeco hatte seinen Messeauftritt unter das Motto "Meetingpoint der Neuheiten" gestellt und erstmals einen Prospekt mit "Messe News" für die Besucher aufgelegt.
Heimtextil Frankfurt
Neuer Messestand, viele neue Produkte und ein neuer Geschäftsführer: Silent Gliss, das Unternehmen mit der schleichenden Katze im Logo hatte auf der Heimtextil einige Überraschungen für die Besucher parat.
Heimtextil Frankfurt
Liedeco hat sein Corporate Design geändert - weg vom verspielten "Liedeco - Behaglich Wohnen" - hin zum modernen Firmenlogo und einer klaren Messestand-Architektur.
Heimtextil Frankfurt
Velux feiert dieses Jahr ein kleines Jubiläum: Vor genau 50 Jahren meldete der dänische Velux Gründer Villum Kann Rasmussen die Markise für Dachwohnfenster zum Patent an.
Heimtextil Frankfurt
Schienenhersteller Möller hatte seinem Messestand ein völlig neues Outfit verpasst. Der Eyecatcher waren farbig unterteilte Zonen in Orange, Grün und Creme, die als Hintergrund für die Produktinnovationen dienten.

Kadeco hatte seinen Messeauftritt unter das Motto "Meetingpoint der Neuheiten" gestellt und erstmals einen Prospekt mit "Messe News" für die Besucher aufgelegt. "Wir konnten auch im vergangen Jahr einen deutlichen Umsatzzuwachs verzeichnen", freut sich der geschäftsführende Gesellschafter Walfried Kattelmann, und führt den Erfolg zurück auf innovative Produkte, fantasievolle Kollektionen und den Mut, immer wieder Neues zu wagen. "Unsere Auslandstöchter in Österreich und der Schweiz haben gut eingeschlagen und tragen ebenfalls positiv zum Gesamtergebnis bei". Was die einzelnen Produktgruppen betrifft, habe der Faltstore "nach wie vor ein großes Zuwachspotenzial" und macht den größten Umsatzanteil aus. Der Flächenvorhang sei "ebenfalls sehr stark" im Abverkauf, während Vertikallamellen nach wie vor "unter Preisverfall" litten. Mit Innovationen, wie etwa Lasercut-Motiven, will der ostwestfälische Hersteller den Lamellenvorhang aufwerten. Sehr aktiv ist Kadeco in der Verkaufsförderung. Die Premiumpartnerschaft für den Fachhandel sei auf gutem Wege. Für das neue Sonnenschutz-Verkaufsflächenkonzept hätten sich bereits "mehr als 20 Fachhändler" entschieden, berichtet Kadeco-Verkaufsleiter Ralf Rosemuck.

MHZ hat sein Standkonzept einem Museumsraum nachempfunden und das Fachpublikum mit aparten Produktinszenierungen überrascht, wie zum Beispiel die aktuelle Stangen- und Schienen-Kollektion, die jetzt in einem neuen Katalog erscheint. Dekotechnik war "zyklisch bedingt im vierten Jahr der Kollektion nicht mehr der große Renner", offenbart Wilhelm Hachtel, Geschäfsführender Gesellschafter von MHZ, der bei den Stangen-Neuheiten auf reduzierte, geradlinige Formen und Innenlaufsysteme setzt.

Im zweiten Halbjahr 2005 habe MHZ "einen sehr schönen Zuwachs querbeet in allen Produktgruppen hingelegt" und im Gesamtjahr "fast den Vorjahresumsatz erreicht." Durch den langen Winter sei der Markisenabsatz "extrem eingebrochen". Die Flächenvorhang-Sparte sei "heftig gewachsen", Rollo habe sich "gut entwickelt" und kehre ins Objekt zurück. Erfolgreich schneide MHZ auch im Vertikallamellen-Bereich ab, weil man an die Preisbedürfnisse der Händler herangehe.

Auf seinem Messestand wies MHZ auf die aktuelle Kooperation mit Automatisierungs-Spezialist Somfy hin und stellte Motorisierungs-Lösungen für unterschiedliche MHZ Sonnenschutz-Systeme vor, die der Raumausstatter einfach und ohne Elektriker installieren kann.

Neuer Messeauftritt, ein neuer Geschäftsführer und viele neue Produkte - Silent Gliss, das Unternehmen mit der schleichenden Katze im Logo hatte auf der Heimtextil einige Überraschungen für das Fachpublikum parat. Der im Silent Gliss-typischen Blauton gestaltete, mit einer transluzenten Hülle ummantelte Messestand soll den Design- Qualitäts- und Serviceanspruch des international agierenden Unternehmens, das sich "Top of the Pyramid" positioniert hat, "klar demonstrieren und neue, spezifische Kundenpotenziale erschließen". Personell gab es einen Stabwechsel. Der bisherige Geschäftsführer Thomas Held wechselte zum Jahresanfang in eine Führungsposition bei der Schweizer Muttergesellschaft Silent Gliss. An seine Stelle trat der bisherige Vertriebs- und Marketingleiter Achim Brugger, der den Vertrieb mit neuen Außendienst-Mitarbeitern verstärken will. Im Vorfeld wurden bereits die Organisation und das Führungsteam bei der deutschen Tochter in Weil am Rhein umstrukturiert. Obwohl 2005 ein schwieriges Jahr gewesen sei, gab es keine Umsatzverluste: "Wir sind einfach nicht so gewachsen, wie wir geplant haben", erklärt Brugger. Das Fachhandelsgeschäft sei stabil geblieben, während es im Objekt Schwankungen gab. "Wir flüchten nach vorne, indem wir neue Produkte in den Markt bringen."

Für Liedeco, Aussteller in Frankfurt seit 1998, ist die Heimtextil die wichtigste Messe, um nationales- und internationales Fachpublikum zu erreichen und das Firmenprofil zu schärfen. Als Anbieter von Sonnenschutz und Dekotechnik für den Maß- und SB-Bereich sowie einer Badteppich-Kollektion, erreicht Liedeco auf der Messe außer den Raumausstattern auch die Einkäufer aus der Baumarkt-, Möbel- und Versandhandels-Szene. Das Familienunternehmen aus dem ostdeutschen Thalwenden, das seinen Umsatz 2005 in nicht beziffertem Umfang steigern konnte, hat auch sein Corporate Design geändert - weg vom verspielten "Liedeco - Behaglich Wohnen" - hin zum modernen Firmen-Schriftzug und einer klaren Messestand-Architektur - um "jünger und frischer" zu wirken. Geschäftsführer Markus Liese will außerdem im Maßbereich stärker werden.

Döfix Döhlemann vertreibt sein Produktprogramm mit Raumausstatter-Zubehör und Sonnenschutz-Technik für Dachschrägen, Wintergärten, Flächenvorhänge und Raffrollos direkt über den Fachhandel. Das von vier Brüdern geführte Familienunternehmen aus Weilheim/Teck sieht sich als Nischenanbieter: "Wir sind als Tüftler bekannt, bieten Lösungen für spezielle Probleme und können durch unsere Firmengröße schnell darauf reagieren, was der Markt verlangt", sagt Robert Döhlemann, zuständig für den Export. Die flexiblen, international operierenden Schwaben, die 2005 eine "Umsatzsteigerung im Inland und Exportgeschäft" verbuchen konnten, unterhalten eine Tochterfirma in Michigan, USA und liefern ihre Sortimente in 42 Länder.

Furnilux aus dem sächsischen Limbach-Oberfrohna wurde erst im September 2005 gegründet und ist eine Tochterfirma des Anbieters Multifilm. Nach Frankfurt brachten die Newcomer eine echte Neuentwicklung mit: Sonnenschutzelemente aus nur 0,4 mm dünnen, lichtdurchlässigen Echtholzfurnier-Lamellen, einsetzbar im Bereich Plissee, Jalousie und Flächenvorhang. "Furnilux fertigt die Furniere und konfektioniert selbst, "informiert Ellen Harzendorf, verantwortlich für Vertrieb und Marketing. "Es gab eine sehr gute Resonanz auf unsere Kollektion, die Kunden sind begeistert."

Velux feierte den 50. Geburtstag der textilen Markise für Dachwohnfenster, die der dänische Velux Gründer Villum Kann Rasmussen 1956 zum Patent anmeldete. Inzwischen ist die moderne Markisengeneration sogar mit montagefreundlichem Solarantrieb erhältlich. Für den Bereich Dekoration und Sonnenschutz war 2005 "generell ein gutes Jahr". Die 10-EUR-Rabattaktion von März bis Juni hätte den Absatz "sehr gut gefördert und soll eine Neuauflage bekommen, kündigt Sabrina Eilers, Produktmanagerin Dekoration und Sonnenschutz, an. Als Arbeitserleichterung für den Fachhandel wurde eine 24-Stunden-Bestellmöglichkeit im Internet geschaffen

Komponentenlieferanten demonstrieren Kompetenz

Hunter Douglas war als einziger Vertreter aus dem Metier der Komponentenhersteller mit einem Messestand in Frankfurt präsent. Für Aad Kuiper, Vice President und Managing Director Hunter Douglas Europe sowie Friedrich Petrat, zuständiger Geschäftsführer für die deutsche Niederlassung in Kassel, eine ideale Plattform, um dem Fachpublikum die Produkt-Kompetenz des Weltmarktführers im Sonnenschutz zu zeigen. Ganz neu vorgestellt wurde unter anderem eine Digital-Print-Kollektion zur individuellen Bedruckung von Rollo-Stoffen für Einzelkunden.

Pünktlich zur Heimtextil-Messe gab Almedahls Kinna, schwedischer Produzent von innenliegenden Sonnenschutz-Stoffen seine Übernahme durch den finnischen Rollokomponenten- und Stoffhersteller Domicet in Kaarina bekannt. Unter dem Begriff "Dna - Sun Protection Systems" werden die beiden Traditionsfirmen, die schon seit 15 Jahren erfolgreich zusammenarbeiten, Sonnenschutz-Komplettsysteme anbieten. "Zwei Organisationen vereinigen sich und teilen Kompetenz, Markt und Logistik. Unsere Marktanwesenheit wird stärker, unsere Bedienungsstufe wird höher und wir gewinnen Vorteile", beschreibt Martti Paldan, geschäftsführender Direktor von Domicet, den Grund für den Zusammenschluss. Für die Kunden wird sich die Beschaffung von Stoffen und Rollokomponenten künftig vereinfachen. Tor Albohm, geschäftsführender Direktor von Almedahls: "Jetzt braucht es nur eine einzige Telefonnummer, um Beratung und Hilfe für die richtige Sonnenschutz-Lösung zu finden."

Als Marketingdirektor und stellvertretender Geschäftsführer für das neue Unternehmen Domicet-Almedahls (Dna) fungiert Gert Hoffmann: "Besonders spannend wird das Ergebnis der Begegnung zwischen den technischen Kenntnissen von Domicet und dem Design von Almedahls." Es sei noch nicht entschieden, ob in Zukunft außer der Produktgruppe Rollo auch Gesamtlösungen weiterer Sonnenschutz-Systeme in das Angebot von Dna aufgenommen werden.

Somfy, Hersteller von Antrieben und Steuerungen, zeigte neue Automatisierungslösungen, die problemlos in Rollos, Raffrollos, Plissees und Jalousien integriert werden können und sich unter anderem komfortabel per Funkfernsteuerung bedienen lassen. Marketingleitre Robert Adam und Produktmanager Oliver Schöpf waren erfreut über den "super gut" besuchten Messestand und stellten mit Befriedigung fest, dass das Interesse der Raumausstatter an der Automatisierung von Sonnenschutz steigt.

Dekotechnik: rückläufig im Inland, im Export steigend

Stilgarnituren-Hersteller Büsche, dessen Messestand ungünstig an eine Trennwand grenzte, die den Publikumsstrom stoppte, übte Kritik an der Hallen-Belegung: "Wir versuchen schon seit Jahren bei den Organisatoren darauf hinzuwirken, dass die Dekotechnik-Anbieter in Halle 4.2 konzentriert sind. Die Messe sollte eine klare Konzeption haben und Firmen, die Vorhangsysteme anbieten, nicht über mehrere Hallen verteilen", monierte Geschäftsführer Friedrich Harr den Zustand, dass manche Stilgarnituren-Anbieter in den Dekostoff- und Gardinen-Hallen 3.0 und 3.1 ausstellen.

Zum Geschäftsverlauf 2005 befragt, war man bei Büsche "soweit nicht unzufrieden". Der Absatz im Inland sei "leider zu verhalten. Wir kompensieren viel mit unserem Export, der leicht über 50% ausmacht."

Schienenhersteller Möller hatte seinem Messestand ein völlig neues Outfit verpasst. Der Eyecatcher waren farbig unterteilte Zonen in Orange, Grün und Creme, die als Hintergrund für die Produktinnovationen dienten. Im Bereich Deco-Technik erzielte man insgesamt ein Umsatzplus, berichtet Vertriebsleiter Thomas Blume. Der Mehrumsatz wurde im Ausland geholt. "Was uns freut und stolz macht ist, dass wir mit dem Namen Möller und der Bezeichnung 'Made in Germany' ein gutes Entree in den ausländischen Markt haben." Während die Innenlaufschiene aus Kunststoff trendbedingt im Inland rückläufig gewesen sei, konnte die Sparte Aluminiumschienen-Technik "ordentlich zulegen", wobei es sich fast ausschließlich um Umsätze im deutschsprachigen Raum handelte. Möller Deco-Technik erwirtschaftet zwei Drittel seines Umsatzes im Inland-, ein Drittel im Auslandsgeschäft.

Die aktuelle Strategie von Interstil ist es, aktiv in Wohn- und Dekorationszeitschriften für sein Vorhanggarnituren-Palette zu werben, was Akzeptanz und Markenbekanntheit bei den Endverbrauchern schaffen und den Fachhandel am POS unterstützen soll. Zu diesem Zweck wurde auch die Entwicklungs- und Innovationsplattform Outlook geschaffen, damit sich der renommierte Hersteller vom "Massenangebot namenloser Vorhanggarnituren-Anbieter" abgrenzen kann. Das Familienunternehmen aus Steinhagen bearbeitet zudem offensiv den internationalen Markt. So wurden "neue Kontakte in Japan" geknüpft, ebenso in Australien, Russland und der Ukraine", sagt Inhaber Manfred Diedrichsen. Vor dem Hintergrund eines "schrumpfenden Inlandsmarktes" konnte Interstil durch Innovationen "einiges wettmachen und das Umsatzniveau halten." Der Exportanteil betrage rund 40%.

Der italienische Vorhangstangen-Anbieter Casa Valentina aus Gussago will den deutschen Markt mit Garnituren im Ethno-Stil, Klassik-Look oder schlichtem Edelstahl- und Aluminium-Design erobern. Acht Außendienst-Mitarbeiter sowie der für den Export zuständige Denis Rampon sind seit letzten Sommer flächendeckend in Deutschland tätig. Als Messeneuheit stellten die ambitionierten Italiener eine spezielle Kindergarnitur mit zugehöriger Dekostoff-Kollektion vor.

aus BTH Heimtex 02/06 (Wirtschaft)