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FEP Föderation der Europäischen Parkett-Industrie

FEP-Präsident Dieter Betz: Wie lässt sich der Parkettkonsum in Europa weiter steigern?


Eine Verdoppelung des Parkettmarktes hält FEP-Präsident Dieter Betz für möglich - was bleibt, ist die Frage nach dem Wie. Immerhin würde ein solches Zukunftsszenario bedeuten, dass sich der jährliche Verbrauch der Haushalte in Europa um zusätzliche 90 bis 100 Mio. qm Parkett und Holzböden erhöhen müsste. In den letzten drei Jahren steigerte sich laut Dieter Betz der europäische Parkettkonsum inklusive der Nicht-FEP-Mitgliedsländer Portugal und Großbritannien im Durchschnitt um 6%. Dabei sind die Verhältnisse zwischen den einzelnen Ländern sehr inhomogen. So entwickeln sich die wichtigen Märkte Deutschland und Niederlande momentan leicht rückläufig, während Skandinavien (2002 bis 2004: + 25%), Polen, Rumänien und Ungarn (+ 42%) aber auch Spanien deutliche Zuwächse im Parkettbedarf zeigen. Interessanterweise korreliert der durchschnittliche Zuwachs nach FEP-Angaben nicht mit dem Pro-Kopf-Parkettverbrauch, denn auch Länder wie Skandinavien, die bereits über einen hohen Verbrauch verfügen, erreichen noch gute Wachstumszahlen. In osteuropäischen Ländern wiederum nähert sich der Parkettverbrauch langsam den durchschnittlichen, europäischen Pro-Kopf-Zahlen an. Doch die Angleichung der regionalen Unterschiede ist aus Sicht von Dieter Betz nur eine Möglichkeit, um den "Kuchen für die Parkettindustrie größer zu machen".

Deutlich mehr Erfolg für das zukünftige Branchenwachstum sieht der FEP-Präsident in einer klareren Abgrenzung des Parketts vom Laminatboden. Denn der Blick auf die aktuelle Situation beweise, dass "der Parkett-Look überaus beliebt ist". So sei die Nachfrage nach Laminatboden in Holzoptik und nach Parkett zusammengerechnet in den letzten drei Jahren mit durchschnittlich rund 11% weitaus stärker gestiegen als die Nachfrage nach Parkett alleine. Problem ist aus Sicht von Dieter Betz die fehlende Klarheit und Akzeptanz beim Endverbraucher. Der normale Kunde hat größte Mühe, Parkett von seinen Kopien zu unterscheiden. Deswegen muss die Parkettindustrie "endlich sprachliche Distanz zum Wettbewerb erreichen", betont der ehemalige Bauwerk-Geschäftsführer. Die Verwendung des Begriffs "Parkett" alleine reiche da schon lange nicht mehr aus, da sich auch die Laminatbodenindustrie mittlerweile des Begriffs bedient. Aus diesem Grunde erarbeitet die Föderation der Europäischen Parkettindustrie momentan ein "Echtholz-Parkett-Siegel".


Außerdem muss die Parkettindustrie aus Sicht des FEP-Präsidenten einen kürzeren Weg zum Endverbraucher finden. So wird Parkett noch immer viel zu sehr mit produktionsorientierten Begriffen beschrieben. Eine kleine Collage mit Begriffen aus Endverbraucher-Informationsmaterial verschiedener Hersteller zeigte beeindruckend, wie groß der Begriffspool ist. Um die Parkettindustrie bei den Bemühungen um eine größere Nähe zum Endverbraucher zu unterstützen, wird der europäische Verband im Juni 2006 eine entsprechende Werbeinitiative starten. Zentraler Punkt ist eine neutrale Konsumenten-Website für Parkett, die für eine größere Parkettnachfrage sorgen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die gesamte Branche gefordert, betonte Dieter Betz.

aus ParkettMagazin 01/06 (Wirtschaft)