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Carpet Performance

Olympiade des schlechten Geschmacks


So haben wir die Aufgabenstellung der Carpet-Performance verstanden: Dem Fachhandel in einer Sonderschau zeigen, wie er in seinem Geschäft Teppiche gewinnbringend inszeniert. Wie eine Teppichabteilung der Zukunft jenseits von Stapel und Schiebeanlage aussehen könnte.

Das Ergebnis hat uns frustriert. Zunächst einmal mussten wir die "moderne und offene Präsentation" (Pressetext Messe Hannover) in Halle 17 suchen. Dann traten wir nicht etwa in ein Fachgeschäft der Zukunft, sondern in ein Horrorkabinett des schlechten Geschmacks. Die Bilder auf dieser Seite sprechen für sich. Von der "eigenwilligen" Dekoration einmal abgesehen - andekorierte Kojen mit Teppich, Sitzmöbel und Accessoire gibt es, so lange wir zurückdenken können. Ideen für eine Teppichabteilung der Zukunft konnten wir dagegen in der Carpet-Performance auch ansatzweise nicht entdecken.

Das Ergebnis ist nicht nur frustrierend, sondern auch ärgerlich, denn für die 150.000,-- DM, die diese Sonderschau nach unserer Schätzung gekostet hat, hätten wir uns dringend nötige Impulse für den Fachhandel gewünscht, neue Ideen für die Shop-Gestaltung, für die Dekoration, für das Schaufenster, für das Teppichgeschäft.


Statt dieses Schnellschusses hätte man lieber das von der gesamten Branche geliebte Orientzelt noch ein Jahr stehen lassen sollen. Vielleicht mit Gebrauchsanweisung, wie eine solche Dekoration in ein Fachgeschäft zu übertragen ist.

Und hätte das Jahr genutzt, um im Spannungsfeld zwischen Kreativen und Fachleuten eine Carpet-Performance 2003 zu entwickeln, die den selbstgewählten Anspruch erfüllt. Dies bleibt unser Wunsch für das nächste Jahr, denn wir wollen unsere Kritik wie immer konstruktiv verstanden wissen.ms

aus Heimtex Orient 01/02 (Wirtschaft)