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Forbo International SA

Forbo hat 2005 Verlust abgebaut, 2006 Rückkehr in Gewinnzone erwartet


Forbo konnte 2005 seinen Umsatz um 4,9% auf 1,7 Mrd. CHF (entspricht 1,08 Mrd. EUR) steigern, wobei man "erstmals seit fünf Jahren wieder organisch gewachsen sei", wie der Konzern bei Vorlage der Zahlen mitteilte. Wegen weiterer Sonderbelastungen für die Restrukturierung blieben die Schweizer mit einem Verlust von 16,5 Mio. CH in den roten Zahlen, auch habe Forbo unter den hohen Rohstoffpreisen gelitten, die das EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen) von 143,1 auf 135,1 Mio. CHF drückten. Dennoch sieht Vorstandsvorsitzender This E. Schneider mit dem Blick auf den Vorjahresverlust von -157,4 Mio. CHF ein "erstes Etappenzel erreicht".

Recht zufrieden zeigt er sich vor allem mit der Bodenbelagssparte, die der Konzern noch vor zwei Jahren abstoßen wollte. Er hat nicht nur im Umsatz um 1,3 auf 747 Mio. CHF zugelegt, sondern überproportional das EBITDA um 9,1 auf 86,2 Mio. CHF verbessert. Damit konnte die Betriebsgewinnmarge mit 6,7% auf Zielgröße gebracht werden. Der Linoleum-Absatz entwickelte sich besonders erfreulich in Nordamerika und in Osteuropa. Während das Objektgeschäft bei den Kunststoffbelägen insgesamt weiter wuchs, verzeichnete der Wohnbereich in Westeuropa unter anderem aufgrund von Sortimentsbereinigungen einen Umsatzrückgang.

Weniger Freude machte Schneider trotz schnellem Wachstum dagegen der Klebstoff-Bereich, wo die Rentabilität wegen Kosten für die Markterschließung und Rohstoffverteuerungen deutlich sank. In Zahlen: Der Umsatz stieg um 8,8% auf 628,5 MIo. CHF, das EBITDA schrumpfte um 21,6% auf 42 Mio. CHF. Einen Ausweg sucht Forbo hier mit einer Strategie der exklusiven Spezialprodukte statt des Massenmarktes.

Bei Kunststoffbändern hat sich die ohnehin ungenügende Rentabilität weiter verschlechtert. "Hier vernichten wir seit Jahren Unternehmenswert", sagte Schneider deutlich. Im laufenden Jahr erwartet er dennoch Verbesserungen. Hier wird für 2005 ein Umsatz von 326,5 Mio. CHF (+6,4%) ausgewiesen bei einem EBITDA von 16,8 Mio. CHF (-19,2%).


Generell will Schneider 2006 den Turnaround schaffen und wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Angestrebt werden ein Reingewinn von rund 30 Mio. CHF und eine Betriebsgewinn-Marge von 6 bis 7%. In den beiden ersten Monaten 2006 habe der Umsatz weiter angezogen, allerdings seien die Margen unverändert unter Druck.

Ungewöhnlich war die Warnung von Finanzvorstand Jörg Riboni in Richtung Börse: Der Kurs der Forbo-Aktie von 340 CHF sei auch für Forbo "eine Überraschung". "Wir erachten dieses Kursniveau als deutlich zu hoch". Analysten hätten das Kursziel des Papiers nur gerade bei 260 CHF angesetzt. Die Erklärung für den hohen Kurs seien neben übertriebenen Erwartungen auch die Tatsache, dass wegen der Großaktionäre nur ein geringer Teil der Aktien gehandelt werde, meinte Schneider. Die Börse reagierte prompt: Die Aktie sank auf 325,5 CHF.

aus BTH Heimtex 04/06 (Wirtschaft)