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Heimtextil Frankfurt

Heimtextil Sunday -Top oder Flop


Gleich vorweg gesagt: Der Heimtextil Sunday war kein Flop - wenn auch deutlich weniger Endverbraucher zum ersten Publikumstag auf der Heimtextil kamen, als sich Messeleitung und Aussteller erhofft hatten. Im Vorfeld waren optimistische Schätzungen bis zu 15.000 Besuchern gegangen, tatsächlich kamen nur 7.500, einschließlich 800 Fachbesuchern.

Dennoch war der Tenor unter den 655 Teilnehmern positiv, da sich die anwesenden Verbraucher außerordentlich interessiert zeigten und die gefürchteten Schnäppchenjäger ausblieben. Allerdings wünschten sich manche noch mehr Werbung und Aktionen seitens der Messegesellschaft für den Heimtextil Sunday. Vereinzelt wurde kritisiert, dass die Plakatkampagne "zu intellektuell" und damit schwer verständlich gewesen sei. "Da wussten viele Verbraucher bestimmt gar nicht, worum es geht".

Jab Anstoetz - Claus Anstoetz
"Die Anzahl der Besucher am Heimtextil Sunday war zwar höher prognostiziert worden, dafür war die Qualität der Besucher und der Anfragen sehr gut - bei uns waren stoffinteressierte und auch - kundige Verbraucher. Es war ein anspruchsvolles und für hochwertige Einrichtung interessiertes Publikum auf diesem Publikumstag - es hat uns übrigens außerordentlich gefreut, dass die Mehrzahl der Besucher Jab Anstoetz aus der Werbung (TV/Print) kannte. Auch eine Vielzahl unserer Handelskunden hat den freien Sonntag für den Messebesuch genutzt.

Fragen kamen vor allem zu einzelnen Stoffen bis hin zur kompletten Hausplanung - wobei diejenigen mit vollständigen Architektenmaßstabplänen ausgerüstet waren. Interessanterweise wurde wenig nach Preisen und gezielten Bezugsquellen gefragt.

Wir sagen ein klares "Ja" zum nächsten Heimtextil Sunday. Wenn sich die Branche zusammen so kompetent präsentiert, sollte es dem Endverbraucher im Sinne des Appetitanregens nicht vorenthalten werden."

Schmitz-Werke - Justus Schmitz
"Der Besucheransturm bereits in der ersten Stunde nach der Eröffnung ist sehr ermunternd gewesen. Der unbefangene Endkonsument wird von den verschiedenen Angebotsbereichen auf dem Heimtextil Sunday schlichtweg überwältigt sein. Wer sich für Textilien für die eigenen vier Wände interessiert, für den ist es ein Muss, hierher zu kommen. Und mit der Breitenwirkung durch die Presse hat die Messe ihre eigentliche Absicht voll erreicht, nämlich einen großen Event für die Verbraucher zu gestalten."

J & M Decoration - Klaus Germes, Geschäftsführer
"Resonanz und Stimmung am Heimtextil Sunday waren in Ordnung. Sicher sollte man die vergleichsweise geringe Besucherzahl nicht überbewerten, wichtig aus unserer Sicht ist, dass ein solcher Tag stattgefunden hat, dass es Berichterstattungen in den Medien gab und dass man auf breiter Front davon ausgeht, dass ein solcher Tag im nächsten Jahr wiederholt wird. Das Deco Team konnte sich dank der durchgeführten Aktionen und natürlich dank der prominenten Besetzung in den Shows sicher besonders hoher Besucherzahlen am Sonntag erfreuen.

Die Verbrauchergruppen genau zu definieren, fällt sicher schwer. Wir konnten einige Endverbraucher begrüßen, die konkret wohninteressiert waren und sich für bestimmte Stoffrichtungen interessierte haben. Es war festzustellen, dass eine Neueinrichtung geplant ist. Die meisten waren grundsätzlich interessiert und haben die Messe als Informationsveranstaltung gesehen. Die gestellten Fragen waren zielgruppenspezifisch unterschiedlich und gingen von Fragen zur Pflege bis zu Fragen der Kombinationsmöglichkeit mit anderen Einrichtungsgegenständen, von denen zum Teil sogar Fotos mitgebracht wurden.

Abschließend wird die Teilnahme am Heimtextil Sunday in einer der nächsten Deco Team Sitzungen noch besprochen. Der hier zu fällenden Entscheidung möchte ich nicht vorgreifen, doch sehe ich nach allen vorliegenden Informationen und auch aus eigener Sicht keinen Grund, warum wir nicht langfristig an diesem Tag teilnehmen sollten

Wir gehen davon aus, dass sich der Heimtextil Sunday fest etablieren und zunehmender Besucherzahlen erfreuen wird. Ein wenig enttäuschend fanden wir die Besucherfrequenz aus dem Handel an diesem Sonntag. Hier waren wir davon ausgegangen, dass einige Raumausstatter den zusätzlichen Messetag nutzen würden, um die Messe zu besuchen."

Apelt - Donata Apelt-Ihling
"Die Stimmung war gut. Es herrschte keine Euphorie, eher entspannte Gelassenheit. Auch die Stimmung auf dem Deco Team-Forum war gut: Viele Leute, die sich dort aufhielten - auch wenn keine Show war - dichtes Gedränge bei den Shows mit Birgit Schrowange.

Es waren sicherlich am Wohnen und an Stoffen interessierte Verbraucher da, nicht die gefürchteten "Schnäppchenjäger". Bei uns wurden hauptsächlich Fragen zu Händler-Adressen oder zu Prospekten gestellt, keine detaillierten Fragen über Preise etc. Wir würden wieder am Heimtextil Sunday teilnehmen, wenn er in dieser Form wieder stattfindet, allerdings dann mit einer wesentlich verkleinerten Mannschaft."

Dura - Dr. Christian Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung
"Die Resonanz am Heimtextil Sunday war hoch, die Stimmung dem Veranstaltungsumfeld entsprechend angenehm. Auf Halle 3 bezogen war am Sonntag die Besucherfrequenz erstaunlich gut, mit Konzentration auf der Zeit von 10.30 bis 16.30 h. Durch unsere F 1-Präsentation sowie das angebotene Preisausschreiben und die Durabac-Vorführung war unser Stand sehr gut besucht.

Zu uns kamen sowohl Kunden überwiegend aus dem Einzelhandel, Schwerpunkt Region Rhein-Main sowie gut situierte Verbraucher, keine "Baumarkt-Interessenten", sondern eine gehobene, sehr interessierte Klientel.

Gefragt wurde am häufigsten nach Trends und Farben, aber auch nach Einsatzbereichen und Technik, da offensichtlich Renovierungsgedanken im Vordergrund standen und die Besucher hierzu Anregungen suchten.


Wir werden zu gegebener Zeit besprechen, ob wir wieder am Heimtextil Sunday teilnehmen. Im nächsten Jahr auf jeden Fall nicht, da wir nur im 2 Jahres-Rhythmus auf den Messen ausstellen."

Vorwerk - Thomas Weber, Marketingleiter
"Die Resonanz und die Stimmung am Sonntag waren sehr positiv. Wir hatten die Gelegenheit, interessierte Verbraucher ausgiebig über Teppichboden zu informieren und die aktuellen Kollektionen vorzustellen, was auf sehr positive Resonanz stieß.

Die Verbrauchergruppen waren im wesentlichen Wohnungs- und Einrichtungsinteressierte, die in nächster Zeit Bedarf an Heimtextilien haben. Sie interessierten sich besonders für Produktvorteile, Gestaltungsfragen, Verlegetechniken, insbesondere Ecofix, und die Allergiker-Eignung von Teppichböden.

Vorwerk wird am nächsten Heimtextil Sunday wieder teilnehmen, weil er ein hervorragendes Medium für einen intensiven Dialog mit dem Verbraucher darstellt und auch großes Interesse in der Publikumspresse weckte.

Weseler Teppichfabrik - Rudolph Welcker, Geschäftsführer
"Indem die Messe mit dem Heimtextil Sunday erstmals ihre Pforten für Endverbraucher öffnet, schafft sie für uns eine interessante Plattform, über die Zielgruppen Fachhandel und Raumausstatter hinaus auch Kontakte zu Verbrauchern knüpfen zu können. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass Tretford eine von wenigen, beim Endverbraucher bekannten Marken ist.

Für uns bietet die Messe mit ihrem breiten Spektrum textiler Wohnprodukte nicht nur einen idealen Rahmen, sondern es ist für uns als Markenartikler auch interessant, in dieser einzigartigen Atmosphäre unsere Produkte bis hin zum Endverbraucher kommunizieren zu können."

Maiflor - Geza Darida, Geschäftsführender Gesellschafter
"Auffällig war für uns, dass sich auch einzelne Fachhändler offensichtlich in der Terminierung vertan haben und meinten, die Heimtextil ginge genrell bis Sonntag.

Die Besucherfrequenz an Endverbrauchern hat nicht ganz unsere Erwartungen erfüllt. Es ist allerdings möglich, dass wir den Heimtextil Sunday aus Unkenntnis überbewertet haben.

Positiv fiel uns auf, dass von den Besuchern echtes Interesse an den ausgestellten Produkten gezeigt wurde. Man kann sagen, dass jeder zweite Besucher nach einem Händlernachweis gefragt hat. Inwieweit dies natürlich zu Aufträgen führen wird, können wir jetzt noch nicht erkennen.

An unseren Produkten waren hauptsächlich Verbraucher der mittleren Altersgruppe interessiert, was wir vielleicht auf die gehobene Qualität und Preislage unserer Produkte zurückführen können. Die meisten Fragen richteten sich auf das Material; man kann ganz klar eine Tendenz zum Naturprodukt erkennen.

Nachdem nach so kurzer Zeit die Effektivität für uns nicht ermittelbar ist, müssen wir abwarten, inwieweit unsere Händlerkunden hier Aufträge hereingeben.

Unserer Meinung nach sollte die Messegesellschaft versuchen, für den nächsten Heimtextil Sunday mehr Interessenten aus dem weiteren Umkreis und nicht nur aus dem Umkreis Frankfurt zu werben."

Der Heimtextil Sunday in Zahlen:
Von insgesamt 3.155 Ausstellern nahmen 655 aus 35 Ländern am Heimtextil Sunday teil und präsentierten sich auf knapp 50.000 qm in den Hallen 3.0, 3.1, 5.1, 6.1, 8.0 und im Forum. Gezählt wurden rund 7.500 Besucher, davon 800 Fachbesucher, die teilweise mit ihren Kunden gekommen waren.

aus BTH Heimtex 02/02 (Wirtschaft)