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Haustextilien 2011

Die Preise sind gestiegen

Tischdecken, Bettwäsche oder Handtücher finden sich in vielen Raumausstattergeschäften und nahezu jedem Fachmarkt. Für die meisten der haustextilen Produktgruppen war 2011 ein gutes Jahr. Die Preise sind durchweg gestiegen, die Mengen zumindest bei Tisch- und Bettwäsche auch. Bei Wohndecken gab es allerdings einen nicht erklärbaren, gewaltigen Rückgang.

Uneinheitlich haben sich die einzelnen Haustextilien-Segmente im Jahr 2011 entwickelt. Nach einer Statistik des Industrieverbandes Veredlung-Garne-Gewebe-Technische Textilien (IVGT) ist die Inlandsverfügbarkeit (siehe Kasten) für Tisch- und Bettwäsche nach Menge im letzten Jahr deutlich gewachsen, bei Frottierwaren gab es leichte und bei Wohndecken sogar einen dramatischen Einbruch. Die Preise und somit der Wert sind in allen Segmenten gestiegen.

Tischwäsche setzte den Aufwärtstrend aus dem Jahr 2010 nicht nur fort, sondern konnte die Wachstumsrate sogar noch einmal mehr als verdoppeln. Letztenendes wurden vom IVGT etwas mehr als 11.000t erfasst (+8,1%). Prozentual betrachtet, hat vor allem die Inlandsproduktion zugelegt (+21,1%). Aber in absoluten Zahlen nimmt sich die Produktionsmenge von knapp 1.700t doch eher bescheiden aus, vergleicht man sie mit den Einfuhren von nahezu 12.500t (+7,4%).

Erfreulich aus Sicht der Industrie: Die Preise für Tischwäsche sind sogar noch stärker gestiegen als die Menge. Mit gut 105Mio.EUR notierte der Wert im Inland verfügbarer Produkte um stolze 21,6% über Vorjahr. Damit konnten die Verluste der beiden vorangegangenen Jahre mehr als ausgeglichen werden.

Noch besser hat sich die Produktgruppe Bettwäsche entwickelt. Nach 9,2% in 2010 wurde 2011 sogar ein Mengenwachstum von 10,7% auf gut 100.000t realisiert. Die Zunahme ist allerdings ausschließlich den gestiegenen Einfuhren (+17,6%) geschuldet. Die Inlandsproduktion ging um 17,1% zurück. Sie macht mit etwas mehr als 16.000t nur noch gut ein Zehntel der Importe aus.

Um beeindruckende 28,8% hat sich der Wert der in Deutschland verfügbaren Bettwäsche erhöht. Er lag bei 746,7Mio.EUR. Preissteigerungen gab es sowohl bei im Inland produzierter als auch bei aus dem Ausland eingeführter Ware.

Für Bettwäsche war 2011 ein gutes Jahr, für Wohndecken ein schlechtes.

In entgegengesetzte Richtungen entwickelten sich Menge und Preis von Frottierwaren und Haushaltswäsche. Die Inlandsverfügbarkeit nach Menge betrug 38.000t und damit 8,5% weniger als 2010. Dafür verantwortlich sind die gesunkene deutsche Produktion (-19,3%) und die deutlich angestiegenen Ausfuhren (+39,4%). Mit einem Plus von nur 1,6% bei den Einfuhren konnte das nicht ausgeglichen werden.

Dass unter diesen Umständen der Marktwert in Deutschland angebotener Frottier- und Haushaltswäsche mit 258,1Mio.EUR um 5,5% über dem des Vorjahres liegt, ist erstaunlich.

Als einziges haustextiles Sortiment haben Schlaf- und Wohndecken ausschließlich negative Vorzeichen in ihrer Bilanz. Als Katastrophe muss man sicher die Halbierung der Inlandsverfügbarkeit nach Menge bezeichnen. Sie betrug 2011 nur noch 15 Mio. Stück. Sowohl die Inlandsproduktion (-24,6%) als auch die Einfuhren (-51,0%) gingen dramatisch zurück. Eine Begründung für diese dramatische Entwicklung kann der IVGT nicht geben.

Einziger Trost: Der Wertverlust ist nicht ganz so ausgeprägt. Das Minus von 30,2% spricht dafür, dass auch in diesem Bereich die Preise angehoben werden konnten.


Inlandsverfügbarkeit
Die Inlandsverfügbarkeit definiert das rechnerische Marktvolumen im Inland. Sie ergibt sich aus: inländische Produktion plus Importe abzüglich Exporte. Obwohl sich die Inlandsverfügbarkeit aufgrund unterschiedlicher Betrachtung von Lagerbeständen im Produktions- und Distributionssektor formal vom Inlandsmarktvolumen unterscheidet, wird sie häufig mit der Inlandsnachfrage gleichgesetzt.

aus BTH Heimtex 07/12 (Haustextilien)