Studie Bodenbelagsmarkt
Stellenmarkt

Branchen-Planer

Belgien Special

Artikel-Archiv


Neue Parkettlinie für den Fertigparketthersteller

Barlinek will 10 Mio. qm im Jahr produzieren

Barlinek, größter polnischer Hersteller von Mehrschichtparkett, ist weiter auf Expansionskurs. Das Unternehmen hat gerade eine neue Fertigungslinie am Stammsitz in der Sonderwirtschaftszone Kostrzyn-Subice eingeweiht. Mit ihr steigt die jährliche Produktionsmenge auf 6 Mio. qm. Damit nicht genug: Die Barlinek Gruppe baut gerade ein Werk in der Ukraine und plant ein weiteres in Russland. Nach Fertigstellung wird die Gesamtkapazität des Fertigparkettherstellers auf 10 Mio. qm im Jahr gewachsen sein.

Auf dem erstrebten Weg in die Weltspitze der Dreischichtparkett-Produzenten erhöht die Barlinek-Gruppe ihre Leistung und Flexibilität. Am Stammsitz in Polen wurde eine neue Fertigungslinie für das sogenannte Barlinek Floorboard eingeweiht. Auslöser für den damit erreichten zusätzlichen Ausstoß von 2 Mio. qm jährlich war nach Unternehmensangabe die weltweit steigende Nachfrage. Barlinek exportiert derzeit 75 % seiner Produkte in 31 Länder auf drei Kontinenten. Aber auch auf heimischem Boden soll die Position des Unternehmens gestärkt werden. In Polen hält man nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 65 %. Diese Zahlen umfassen Fertigparkett, Furniere, Verlege- und Pflegeprodukte sowie Holzpellets aus der Resteverwertung.

Die neue Fertigungslinie wartet mit neuesten technischen Details auf. Alle Stationen der Bearbeitung sind computergesteuert und werden von der EDV überwacht. Die überwiegende Anzahl der Maschinen im vollautomatischen Prozess sind online direkt mit dem Service-Center des Maschinenherstellers vernetzt. Darüber hinaus wurde Wood Eye installiert - ein Fehlersuchsystem, das Halbfertigprodukte mit Laser und fotometrischer Optik auf Fehlstellen und Unregelmäßigkeiten in der Oberflächenqualität untersucht. Mit dieser State-of-the-art Ausrüstung wird Barlinek in die Lage versetzt, auch begrenzte Mengen von Sonderserien zu produzieren, wie etwa speziell eingefärbte oder künstlich auf alt getrimmte Parkettoberflächen.

Einschnittkapazitäten erhöht

Steigende Parkettkapazitäten bedeuten für Barlinek neue Investitionen in die Prozesskette. Das Sägewerk für Laub- und Nadelholz verfügt neuerdings über eine Kapazität von 150.000 cbm jährlich, das Sägewerk für Konstruktions-Nadelholz schafft sogar 320.000 cbm. Als vertikal integriertes Unternehmen hat Barlinek damit volle Kontrolle über das gesamte Rohmaterial. Die Sägewerksaktivitäten sind laut Unternehmen exakt auf die Anforderungen für das Dreischichtparkett ausgerichtet. Der Laubholzzuschnitt wird vom Computer gesteuert und macht die Holzausbeute so effektiv wie möglich.

Angeschlossen an die Sägewerke sind drei moderne, schallgedämpfte Trocknungsanlagen. Das Holz wird automatisch eingefahren und nach dem Trocknungszyklus an den Ort der Weiterverarbeitung geleitet. EDV-Überwachung garantiert die korrekte Dauer der Trocknung, Temperatur und Feuchtigkeitsmessung und bietet digitale Veranschaulichung der Prozessparameter.

Schließlich verfügt die Fertigungslinie über ein eigenes Vertriebscenter auf 13.000 qm Fläche. Dort werden die fertigen Parkettelemente automatisch verpackt, für den Versand gelagert und in die Logistikkette gegeben.

Ausbeute erhöhen

Barlinek S.A.
Die neue Produktionslinie soll die Stellung des Unternehmens auf heimischen und internationalen Märkten stützen.
Barlinek S.A.
Holzstaub wird zu 99,5 % aus der Abluft gefiltert und trägt laut Barlinek dazu bei, dass die eigene Produktion eine der saubersten Industrien in Polen ist.

Um die Ausbeute des Rohstoffes Holz komplett zu machen, stellt Barlinek aus Holzspänen und Sägemehl Holzpellets für Holzfeuerungsanlagen her. Bereits die dritte Pelletanlage wurde nun eingerichtet. Die Beförderung der Holzabfälle erfolgt mittels Luftsog in einem abgeschlossenen System. Die genutzte Luft wird gefiltert und zu 99,5 % gesäubert an die Umwelt abgegeben. Insgesamt 50.000 t Biobrennstoffe sind das jährliche Ergebnis. Es kommt der Energieproduktion für die dritte Parkettlinie zugute. Zwei neue Kessel sorgen dort für Wärme und reduzieren die bisherigen Strombedarf von außen. Weil das verbrannte Holz frei von Gefahrstoffen ist, kann sogar seine Asche genutzt werden - als Düngemittel.

Seit dem Jahr 2000 hat Barlinek rund 7,4 Mio. EUR in umwelttechnische Maßnahmen gesteckt. Einer von mehreren, öffentlich wirksamen Beiträgen ist der "Kunden-Wald". Fünf Jahre schon werden für verkaufte Packungen Fertigparkett Bäume gepflanzt. Das hat den Wald auf bereits 1,75 Mio. junger Buchen, Eichen und anderer Baumarten anwachsen lassen. Barlineks Engagement in Sachen Ökologie spiegelt sich schließlich im FSC-Zertifikat wider, das Barlinek-Produkten eine Herkunft und Herstellung auf der Basis nachhaltiger Kriterien bescheinigt.

----

Im Osten - für den Osten

In Osteuropa steigt die Nachfrage nach Fertigparkett. Kurze Transportwege und die Nähe zu waldreichen Gegenden machen die Produktion vor Ort kosteneffektiv. Barlinek sieht großes Absatzpotenzial in der Ukraine und in Russland. Genau dort bauen die Polen derzeit zwei neue Werke.

Der erste Bauabschnitt bei Winnica in der Ukraine wurde im März 2006 fertiggestellt. Ein Laubholzsägewerk mit einer Kapazität von 60.000 cbm im Jahr produziert nun Decklagen. Derzeit wird noch für die polnische Produktion geliefert. Mit Abschluss des etwa 34,5 Mio. EUR teuren zweiten Bauabschnitts aber soll das gesamte Werk völlig unabhängig 2 Mio. qm Dreischichtparkett für den ukrainischen Markt produzieren. 400 Mitarbeiter werden dann in dem Werk beschäftigt sein.

Als nächsten Schritt hat Barlinek eine Produktionsanlage gleicher Art in Russland geplant. Produktionsbeginn ist für den Herbst 2007 vorgesehen.

aus ParkettMagazin 04/06 (Wirtschaft)