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Architektenumfrage: Laminatverbrauch könnte weiter steigen

Laminatboden - eine Chance für den Holzhandel

Deutschland ist mit Abstand der größte Einzelmarkt für Laminatfußböden aus europäischer Produktion. Und laut einer Architektenumfrage durch Heinze Marktforschung könnte die Nachfrage in den nächsten Jahren weiter steigen. Der Holzfachhandel hat eine große Chance, sich ein Stück von diesem Kuchen abzuschneiden, meint die Handelskooperation Holzland. Voraussetzung ist allerdings, dass Laminat konsequent in die Warengruppe Boden integriert wird.

Für Johannes Schulze, Produktmanager Holzfachmarkt der Holzland-Kooperation, steht fest: "Natürlich hat der Holzhandel eine gute Chance, sich Laminatumsätze von den Baumärkten zu holen." Denn das Potenzial im Bereich Laminatboden ist nach wie vor groß. So liegt die Menge des von den Mitgliedsunternehmen des Verbandes der Europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) allein in Deutschland verkauften Laminatbodens 2004 und 2005 bei jeweils 84 Mio. qm. Zum Vergleich: Im zweitstärksten Laminatbodenmarkt Großbritannien wurden im gleichen Jahr 41 Mio. qm Laminat neu verlegt.
Ist das Ende der Fahnenstange damit erreicht? Bauprofis sehen das nicht. Laut einer Befragung durch die Heinze Marktforschung aus April 2005 gaben 38% der Architekten an, dass der Einsatz von Laminat im Bereich Wohnungsbau noch weiter zunehmen wird. 36% waren der Ansicht, dass der Laminatverbrauch auf dem heutigen hohen Niveau verharren wird und nur 21% glauben, dass Laminat in Zukunft weniger verbaut werden wird.

"Der Markt für Laminat ist auch in den kommenden Jahren interessant", erwartet Johannes Schulze. Holzland reagiert, gerade in Bezug auf die Warengruppe Boden, einem der zentralen Wachstumssegmente des Holzhandels, mit einem weiteren Ausbau des Angebots. Johannes Schulze weiter: "Laminat - das zeigt die Marktentwicklung dieser Produktgruppe mehr als deutlich - ist damit ein zentrales Thema des Holzhandels."

Gesamte Preisrange abdecken

Prinzipiell bietet sich dem Holzfachhandel eine Spanne von Möglichkeiten, um die Warengruppe Boden inklusive des attraktiven Teilsortiments Laminat Erfolg versprechend zu präsentieren: Und zwar durch eine zielgruppengerichtete, informative Ausstellung, die auf Vielfalt und Nischenprodukte der Hersteller setzt und dabei auch preisorientierte Einstiegssortimente nicht außer acht lässt.

Die Bodenkompetenz im Holzfachhandel drückt sich durch ein breites und tiefes Sortiment aus und umfasst die gesamte Preisrange, vom Preiseinstieg bis zum Premiumbereich. Dies bedeutet, so Schulze, dass der Holzfachhandel in seiner Region überzeugend der beste Anbieter im Bereich Boden sein muss, wenn er auf Sicht am "Wachstum Boden" teilhaben will. Dies gelte insbesondere auch für den Anspruch, Eckpreisartikel führend zu besetzen.

Laminat muss nicht billig sein

Richtig ist, so Schulze weiter, dass Laminat aus der Sicht der Holzhändler lange Zeit kein Produkt gewesen ist, das ins typische Sortiment gepasst hätte. "Inzwischen hat sich die Warengruppe Laminat jedoch differenziert und ist kein Billig- oder Einstiegsprodukt mehr", erklärt Schulze. Das Produkt habe den textilen Belägen Marktanteile abgerungen und sei aufgrund technischer Entwicklungen auf dem Sprung zum Trendy- und Lifestyle-Produkt. "Das Thema Wohnen ist konsumiger geworden, was dem Produkt Laminat, das deutlich "hoffähig" geworden ist, entgegen kommt und dem Holzhandel neue Chancen eröffnet."

Holzland GmbH
Laminatböden sollten wie bei Holzland Jung in Weroth konsequent in der Warengruppe Boden beim Holzhandel integriert sein, empfiehlt die Holzland-Kooperation.

Ein Beispiel seien dunkle Trendholznachbildungen, die im hochwertigen Laminatbereich ebenso interessant sind wie Trend-Designs und zu aktuellen Wohnstilen und Life-Style-Kollektionen passen. An dieser Stelle spreche der Holzhandel genau die richtigen Zielgruppen an, die nicht Mainstream, sondern Lifestyle "kaufen" möchten. "Hier liegen große Potenziale gerade für den Holzhandel im Wettbewerb mit den Baumärkten."

Die gesamte Werbung und Öffentlichkeitsarbeit - beides Leistungen der Holzland-Zentrale - werden konsequent auf die Kommunikation und die damit zusammenhängenden Service- und anderen Dienstleistungen ausgerichtet. Für den Holzhändler selbst ist die Profilierung über das Sortiment Boden inklusive Laminat in wirtschaftlicher Hinsicht interessant: "Zum einen generiert er zusätzliche Umsätze durch den verstärkten Verkauf von Laminatfußböden", erklärt der Holzland-Produktmanager. Zum anderen baue er seine Kernkompetenz im Sortiment Boden noch weiter aus. "Er wird gewissermaßen als kompetenter Komplettanbieter zum Platzhirschen mit Schwerpunkt Boden."

Aktive Verkaufsberatung

Johannes Schulze weist auch auf die Risiken hin, die eine solche Ausweitung des Laminat-Geschäftes mit sich bringen kann: "Es besteht die Gefahr von Margen- und Umsatzverlusten, wenn grundsätzlich hochwertig kaufende Kunden auf das preiswertere Laminat ausweichen." Hier kann der Holzhandel durch aktive Verkaufsberatung Kunden in die Margen-interessanteren Preisstufen lenken. Die Möglichkeit vielfältiger Warenpräsentation und moderne Ausstellungssysteme, die hierzu erforderlich sind, wird der Wettbewerb auf Sicht nicht bieten wollen. "Es muss darauf geachtet werden, dass die bestehenden Produktbereiche wie etwa Parkett und weitere Produktgruppen nicht vernachlässigt werden. Es geht um die ganzheitliche Präsenz im Thema Boden." Damit seien die Chancen höher zu bewerten als die potenziellen Risiken.

Auf der Holzland Expo 2006 wird die Kooperation auf 1.200 qm in einer ganzen Halle geballte Bodenkompetenz präsentieren, "inklusive des Produktbereiches Laminat natürlich."

aus ParkettMagazin 04/06 (Wirtschaft)