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Parador: Bilanz und Ausblick

Umsatzrekord, Investitionen und jede Menge Neuheiten

Schöne Produkte und unkonventionelle Konzepte allein machen noch keinen Branchenführer aus. Wer an die Spitze will, muss auch den Kommunikationswettbewerb für sich entscheiden. Bei Parador hat man das erkannt: Auf seiner ersten internationalen Pressekonferenz unterstrich das Unternehmen eindrucksvoll den Anspruch, zu den bedeutendsten Impulsgebern auf dem Sektor "dekorative Innenraumgestaltung mit Holzwerkstoffen" zu gehören. In lockerer Atmosphäre berichtete die Führungscrew über das zur Neige gehende Geschäftsjahr sowie Neuentwicklungen und Perspektiven.

Kaum hatten die Pressevertreter das Trendcenter in Coesfeld verlassen, da nahmen auch schon Ausstellungsdesigner und Innenausbauer von den Räumlichkeiten Besitz, um mit Hochdruck die Hausmesse Paravision vorzubereiten, zu der vom 6. bis 14. Januar 2007 rund 3.000 Besucher aus dem In- und Ausland erwartet werden. Freuen dürfen sie sich nicht nur auf extravagante Bodenkreationen. Mit "ProAir" bietet Parador ein neuartiges System für Laminat- und Parkettböden, "das in der Raumluft enthaltene gesundheitsschädliche Stoffe wie Formaldehyd neutralisiert und unangenehme Gerüche reduziert".

Wachstumspfad wurde eingehalten

Parador rechnet für 2006 mit einem Umsatzrekord von 169 Mio. EUR, was einer Steigerung von 6 % entspricht. "Eine besondere Rolle für das satte Wachstum spielt "Trendtime". Die Design-Kollektion ist seit Anfang des Jahres durch die Erweiterung um ein Massivholzdielen-Segment komplett und entwickelte sich 2006 zu einem erheblichen Umsatzträger", erläuterte Geschäftsführer Volkmar Halbe. Rund 25 % des Gesamtumsatzes entfällt auf diese Range.

Die Exportquote wurde auf 42 % geschraubt. Messeteilnahmen auf der Europarkett in Maastricht, der National Floor Show in Harrogate, der Batimat in Paris oder der Mosbuild in Moskau belegen die Ambitionen des Unternehmens auf Auslandsmärkten. Auch in den nächsten Jahren rechnet der Geschäftsführer mit Steigerungsraten im höheren einstelligen Bereich, die allerdings überwiegend vom internationalen Geschäft getragen werden dürften.

Das Geschäft in Deutschland war 2006 von einem eher geringen Wachstum geprägt. "Insbesondere der DIY-Bereich verlor durch den Kampf der Marken - Handelsmarke versus Konsumentenmarke - an Dynamik", bilanzierte Gesamtvertriebsleiter Lubert Winnecken. Mit einem neu aufgestellten, ausschließlich für die Großfläche zuständigen Außendienstteam soll ab Januar eine intensive und direkte Betreuung gewährleistet werden. Kennzeichnend für die Fachhandelsszene seien dagegen hohe Wachstumstendenzen bei der Marke und ihren hochwertigen Produkten. Auch für diesen Vertriebskanal werde der Support intensiviert. Viel Freude bereitet Winnecken die Entwicklung der Auslandsmärkte mit einem zweistelligen prozentualen Plus, "wobei Großbritannien, Spanien, Italien, Russland und die Ukraine ein besonders hohes Wachstums-tempo vorlegen".

Markenbekanntheit jetzt schon über 30 Prozent

Mit einer gestützten Markenbekanntheit von 31 % nimmt Parador in Deutschland eine Sonderstellung unter den Fußbodenherstellern ein. Für den Ausbau und die Pflege der Markenarchitektur beabsichtigt das Unternehmen auch 2007 wieder 4,5 % des Umsatzvolumens bereitzustellen. "Ziel ist die Schärfung des Profils in Richtung individuelle Raumgestaltung mit Holz- und Holzwerkstoff-Produkten", unterstrich Marketingleiterin Ulrike Feier-abend-Hoffmeier.

Parador GmbH & Co. KG
Volkmar Halbe, Geschäftsführung Parador-Unternehmensgruppe
Parador GmbH & Co. KG
Laminat "Trendtime 4", Digital Net
Parador GmbH & Co. KG
Parkett "Trendtime 1", Eiche kerngeräuchert, Fineline lackversiegelt

Mit einem strategisch ausgefeilten Investitionsplan dokumentiert Parador, wie gleich alle vier Produktionsstandorte auf Zukunftskurs gebracht werden sollen. Coesfeld ist und bleibt die "Wiege" der Parador-Laminatböden mit einer Jahreskapazität von 17 Mio. qm. Der Investitionsschwerpunkt lag 2006 auf dem Aufbau einer neuen Profilierungsanlage, die nach sechsmonatiger Projektierung im November in den Produktionskreislauf integriert wurde. Damit trägt man unter anderem den vielfältigen Formaten der "Trendtime"-Kollektion Rechnung.

Massivholzdielen: Produktionskapazität auf 600.000 qm gesteigert

Die ständige Vollauslastung bei der Parkettfertigung im österreichischen Güssing - es handelt sich um ein Joint-Venture mit der Gebr. Meyer Parkettindustrie GmbH - erforderte 2006 die Erweiterung einer Zelthalle sowie die Inbetriebnahme einer dritten Presse. Dadurch erhöht sich die Jahreskapazität um weitere 300.000 qm auf insgesamt 2,2 Mio. qm. Bereits 2007 sollen 1,8 Mio. qm realisiert werden.

In den Bornheimer Holzwerken, dem Massivholzdielen-Joint-Venture von Parador, ging im Mai dieses Jahres eine weitere Profilierungsanlage ans Netz. Somit können an diesem Standort neben der klassischen Nut- / Feder-Massivholzdiele auch die leimfrei verlegbaren massiven Klick-Dielen profiliert werden. Die Gesamtkapazität liegt nun bei 600.000 qm. Im vergangenen Jahr wurden 350.000 qm realisiert und 2006 sollen es 400.000 qm sein.

Rückintegration nennt Parador den entscheidenden Schritt, wenn man im Produktionsprozess auf die Beschaffung des Ausgangsmaterials Einfluss nimmt. Mit der beabsichtigten Beteiligung an dem österreichischen Sägewerk "European Hardwood Production" sehen sich die Coesfelder auf dem richtigen Weg, um die Potentiale einer verlängerten Wertschöpfung optimal zu nutzen. Bis zum 1. Januar sollen alle Verträge unterzeichnet sein. Das Sägewerk stellt die Versorgung der Parkett- und Massivholzdielen-Produktion mit Rohware sicher. Für Parador schlagen sämtliche Investitionen in diesem Jahr mit 10 Mio. EUR zu Buche.

Bodendesign auf der Höhe der Zeit

Welche Wohntrends sind wichtig und welche berühren weniger? Bei Parador beantwortet diese Frage Udo Tünte. Für "Trendtime" spürte der Leiter Entwicklung & Innovation die modischen Tendenzen einmal mehr in Mailand auf, die sich nun in einer neu aufgelegten Design-Kollektion niederschlagen - ein gelungener Mix aus klassischen Stilelementen und avantgardistischem Design: Fineline-Optiken, Industriedesign (Hochkantlamelle) und Hirnholz setzen beim Parkett interessante Akzente, während beim Laminat unter anderem dreidimensional wirkende Dekore oder die Reproduktion alter Wein- und Obstkisten verblüffende Effekte erzeugen.

aus BTH Heimtex 11/06 (Wirtschaft)