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Meisterwerke: Bekenntnis zur Hausmesse und neue Laminatboden-Generation

Meister-Direktdruck heißt Alanto

Lange hat die Branche darauf gewartet: Ab Januar ist der neue im Direktdruckverfahren hergestellte Laminatboden auch in Deutschland erhältlich. Allerdings setzen die Meisterwerke ihn - anders als mancher erwartet hat - in das bestehende Laminatprogramm eher an das obere Ende der Preisskala. Das neue Angebot direkt bedruckter Laminatböden wird unter der Kollektionsbezeichnung "Alanto" auf den Markt gebracht. Um sich auf diese und weitere Markteinführungen besser konzentrieren zu können, verzichten die Meisterwerke auf die Teilnahme an der Domotex und der Bau.

Fast bescheiden geben sich die Meisterwerke, wenn es um die Markteinführung der neuen Laminatboden-Generation im Printed Direct Laminate (PDL)-Verfahren (Direktdruck-Verfahren) geht. Zwar bringt das Unternehmen aus dem Sauerland als erster Hersteller im Januar einen solchen Laminatboden ohne Dekorpapier auf den deutschen Markt. Dennoch will man mit der technischen Revolution nicht hausieren gehen. "Den hervorragenden Boden werden wir offensiv kommunizieren. Aber für unsere Kunden ist völlig egal, dass es sich um ein neues Verfahren handelt", so Marketingleiter Josef Schulte-Führes. Die Produktion des neuen Bodens läuft bereits seit einem Jahr. Die Erstproduktion der PDL-Böden wurde bisher aber ausschließlich in Osteuropa verkauft. Jetzt kommt der PDL-Boden flächendeckend auf den Markt.

Der Direktdruck-Boden wird als neue Kollektion mit der Nutzungsklasse 23/31 in das bestehende Laminatboden-Programm integriert und europaweit unter dem Namen Alanto zu einem empfohlenen Verkaufspreis von 21,95 EUR/qm angeboten. Für die Meisterwerke ist "Alanto" der "wohl echteste Laminatboden aller Zeiten". Durch das direkte Bedrucken des Holzwerkstoffs wirke der Boden nicht nur optisch wie Holz, sondern sei auch genauso fußwarm wie ein Furnierboden. Besondere Vorteile sieht Vertriebsleiter Ludger Schindler vor allem bei matten und gleichzeitig dunklen Holzdekoren. Hier würden die herkömmlichen Verfahren mit Dekorpapieren an ihre Grenzen stoßen. Statt milchig zu wirken, erreiche der neue Boden eine besondere Brillanz und Tiefe. Die 1.287 x 140 mm großen Alanto-Elemente sind mit einer umlaufenden Mikrofase ausgestattet, um den "authentischen Auftritt" zu unterstreichen.

Alle zwei Jahre Hausmesse

Im nächsten Schritt soll die neue Kollektion im Markt etabliert werden. Hierfür ist üblicherweise mindestens ein Jahr erforderlich, so dass die Meisterwerke einen Innovationszyklus von zwei Jahren für realistisch halten. "Normalerweise werden auf den Januar-Messen brandneue Produkte gezeigt. Bis sie dann "über den Kofferraum des Vertriebs" und über den Großhandel beim Fachhandel und dann beim Handwerk landen, vergehen etliche Monate. Dann ist Juli oder August und wir arbeiten schon wieder an der Entwicklung neuer Produkte. Eigentlich müsste mit den neuen Ideen bereits im Herbst eine Vorpräsentation für den Großhandel laufen. Unsere zum Jahresanfang eingeführten Produkte haben bei diesem Rhythmus gar keine Zeit, sich zu drehen, ehe wir sie bereits wieder überdenken", erklärt Schulte-Führes und ergänzt: "Die Meisterwerke wollen in Zukunft nicht mehr von Messe zu Messe hecheln. Stattdessen wird alle zwei Jahre eine Hausmesse in Meiste bei Rüthen stattfinden, das nächste Mal 2008." Auf den wichtigsten ausländischen Messen wie die National Floor Show (Harrogate), die Europarket (Kortrijk) oder die Bobât (Paris) wird das Unternehmen weiterhin vertreten sein, u.a. weil dort die Marktdurchdringung noch nicht so hoch ist wie im deutschsprachigen Raum. Falls es - wie derzeit mit dem Direktdruck-Laminatboden - ein wichtiges neues Produkt außerhalb des Zweijahresturnus gibt, sollen Markteinführungen mit zusätzlichen Marketingmaßnahmen unterstützt werden.

Aufwändige Alanto-Kampagne

Gemeinsam mit vier anderen hochwertigen Kollektionen wird der neue, direkt bedruckte Laminatboden in einer aufwändigen Laminatboden-Offensive beworben. Die Markteinführung wird mit einer achtseitigen Beilage in zwei Endverbraucher-Magazinen unterstützt, u.a. in der Bausparer-Zeitschrift "Das Haus" mit einer Gesamtauflage von 4,2 Mio. Exemplaren. Auf der Rückseite der Broschüre sind die Meister-Handelspartner genannt, bei denen Alanto und Co. erhältlich sind. Vertriebsleiter Schindler rechnet derzeit mit 150 bis 200 teilnehmenden Händlern. "Wir wollen nicht nur die eigene Marke feiern, sondern auch die Händlermarke pushen. Daher werden in unseren Marketingmaßnahmen unsere Handelspartner mehr als sonst üblich und nicht nur im Kleingedruckten auftauchen", so Schulte-Führes. Die Händler bekommen ein umfangreiches Vermarktungspaket an die Hand, dass neben Direct-Mailings und PR-Unterstützung auch Verkaufshilfen am PoS beinhaltet. Um auch die Fachberater gezielt zu unterstützen, ist die Teilnahme an Verkäuferschulungen obligatorisch.

Außer "Alanto" mit seinen 16 Dekoren wird Meister in der Laminatboden-Offensive weitere Produkte kommunizieren: "Melango" - ein Sortiment mit extra großen, 2.049 mm langen Dielen; "Frame" - einen Laminatboden in extra breiten und plattenartigen Ausführungen; "Canyon 19 Silence" und "Systema Silence" - beide mit hochwertigen, integrierten Trittschalldämmunterlagen ausgestattet.

Eine weitere Marketing-Initiative zum Jahresanfang widmet sich dem Thema "Obst und Exotik". In einem hochwertigen DIN A3-Katalog werden Meister-Produkte - unabhängig ob Laminatböden, Parkett oder Paneele - zu diesem derzeit besonders angesagten Architekten-Thema zusammengestellt.

Holz als knappes Gut

"Wir werden es noch erleben, dass Parkett wieder richtig viel Geld kosten wird", ist sich Schulte-Führes sicher. Die derzeitigen Rohstoffpreise und die Schwierigkeiten in der Versorgung mit hochwertigen Decklagen für Eiche-Landhausdielen dürften jeden Branchenkenner aufhorchen lassen. Gerade ungewöhnliche und exotische Holzarten wie Kirschbaum, Palisander oder Zebrano sind als Parkett - wenn überhaupt - nur zu sehr hohen Preisen lieferbar. Damit werden Furnierböden auch als preiswerte Alternative zu Parkett interessant. Weil man dies in Meiste ebenso beurteilt und an das zukünftige Marktpotenzial der Furnierböden glaubt, sind die Meisterwerke einer der wenigen verbliebenen Furnierbodenhersteller in Europa. Schon in den nächsten drei bis vier Jahren könnten, wenn sich die derzeitige Entwicklung auf dem Rohholzmarkt fortsetzt, in Meiste wieder rund 1 Mio. qm Furnierboden hergestellt werden.


Hauptumsatzträger Laminatböden

Meisterwerke Schulte GmbH
Der neue im Direktdruckverfahren hergestellte Laminatboden wird von den Meisterwerken als "der wohl echteste Laminatboden aller Zeiten" beworben.
Meisterwerke Schulte GmbH
Die Meisterwerke fahren mit Meister und Schulte Räume im deutschsprachigen Raum eine Zweimarkenpolitik.
Meisterwerke Schulte GmbH
Vertriebsleiter Ludger Schindler schätzt, dass sich rund 150 bis 200 Meister-Handelspartner an der Markteinführung des neuen direkt bedruckten Laminatbodens Alanto beteiligen werden.

Das Hauptgeschäft mit einem Umsatzanteil von aktuell 45% machen die Meisterwerke schon seit Jahren mit Laminatböden. Rund 12 Mio. qm können jährlich im herkömmlichen DPL-Verfahren gefertigt werden. Mit der aktuellen Nachfrage stoße man derzeit an die Grenzen seiner Kapazitäten. Entlastung versprechen sich die Meisterwerke von der Direktdruck-Laminatlinie mit einer Jahreskapazität von 7,5 Mio. qm. Hier sollen neben den hochwertigen Alanto-Böden bei Bedarf auch Standard-Laminatböden der Beanspruchungsklasse 31 produziert werden.

Die Parkettproduktion ist mit jährlich rund 1,5 Mio. qm gemeinsam mit Paneelen für Wand- und Deckenverkleidungen der zweitwichtigste Produktionszweig der Sauerländer. Holzleisten, die traditionellen Produkte des ehemaligen Unternehmens Meister-Leisten, folgen an dritter Stelle. Kork- und Linoleumböden runden die Produktpalette ab.

Wachsender Markenanteil

Vorrangig setzen die Meisterwerke auf die Stärkung der Marken. Statt den Bodenbelagsgroßhandel oder die Holzhandelskooperationen mit weißer Ware zu versorgen, soll der Markenanteil weiter gesteigert werden. "Unsere Kapazitäten sind nicht so groß, dass wir uns auch auf diesem Schauplatz tummeln müssten", betont der Marketingleiter. Mit einem Anteil von 75 - 80% haben die Marken Schulte Räume und Meister schon heute einen ungewöhnlich hohen Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens. Paneele werden sogar zu 90% unter eigenem Label vertrieben.

Bei den Vertriebswegen werden die Marken strikt getrennt gehalten: Die Traditionsmarke Meister für den Holz- und im zunehmenden Maße auch für den Baustofffachhandel; die vergleichsweise junge Marke Schulte Räume (Umsatzanteil: 12 - 15% ) für die Bodenbelagshändler und in Österreich auch für den Möbelhandel. "Wir setzen ausschließlich auf den qualifizierten Fachhandel. Die Großfläche werden wir auch weiterhin meiden", betont Schulte-Führes.

Zuwächse im Export

Nachfragesteigerung notieren die Meisterwerke vor allem im Export (Umsatzanteil: 38% ), nachdem sich das Familienunternehmen in einigen Ländern Europas neu aufgestellt hat: In Frankreich, Benelux und Großbritannien wird Meister nun flächendeckend von jeweils einem Gebietsverkaufsleiter und mehreren Handelsvertretern vertreten. Bisher werden im Ausland in der Regel Produkte der Marke Meister vertrieben. Die Marke Schulte Räume wird z. Zt. ausschließlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz vermarktet.


Meisterwerke - in Kürze

Meisterwerke Schulte GmbH
Zum Walde 16
59602 Rüthen-Meiste
Tel: 02952/816-0
www.meisterweb.com

Geschäftsfelder: Produktion und Vertrieb von Laminatböden, Paneelen, Parkett, Leisten sowie Kork-, Linoleum- und Furnierböden
Umsatz: 155 Mio. EUR (Prognose 2006), davon 20 Mio. EUR Schulte Räume
Marken: Meister (Vertriebsweg Holz- und Baustoffhandel), Schulte Räume (Vertriebsweg Bodenbelags- und Möbelhandel)
Markenanteil: 75 - 80%
Mitarbeiter: 634
Exportanteil: 38%
Kapazität der Profilierlinien: knapp 20 Mio. qm Laminatböden (12 Mio. qm DPL, 7,5 Mio. qm PDL), 1,5 Mio. qm Parkett, 1 Mio. qm Furnierboden
Investitionen: 6 Mio. EUR (2006)

aus ParkettMagazin 06/06 (Wirtschaft)