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14. Homag-Treff in Schopfloch

Anlagen zur Fußbodenfertigung boomen

Maschinen für die Bauelemente-Fertigung waren in diesem Jahr Schwerpunkt der Homag-Hausmesse. Was alles dazu gehört, zeigte der Maschinenbauer an Hand eines Musterhauses: Möbel, Treppen, Parkett und Laminatböden. Mit dem Doppelendprofiler FPL 520 wurde u.a. ein Einstiegsmodell zur Herstellung von Parkett und Laminatböden präsentiert. Mit Anlagen zur Produktion von Fußböden setzt der Konzern heute bereits mehr als 50 Mio. EUR um - bei stetig steigenden Auftragseingängen.

Rund 3.500 qm Ausstellungsfläche hat Homag in seinen Montagehallen auch in diesem Jahr wieder freigeräumt, um seinen Kunden "live" die neuesten Holzbearbeitungsmaschinen vorzuführen. Den 1.700 Fachbesuchern des Homag-Treffs wurden in Schopfloch sowohl optimierte Anlagen als auch Neuheiten wie "Printline", eine Anlage zum Bedrucken von Möbelkanten, praxisnah gezeigt.

Der Fokus der traditionellen Hausmesse lag in diesem Jahr auf Maschinen zur Herstellung von Bauelementen. Ein Musterhaus, das in Zukunft auf ausländischen Messen zum Einsatz kommt, diente der anschaulichen Präsentation der unterschiedlichen Produktgruppen. Im Fußbodenbereich umfasst das Homag-Angebot Anlagen zur Fertigung von Laminatböden, Zwei- und Dreischichtparkett, Massivholzdielen, Korkböden sowie Sockelleisten.

Effizienter, schneller und präziser

2006 hat sich Homag vor allem um die Optimierung bestehender Anlagen gekümmert. "90% aller gezeigten Maschinen des Homag-Treffs sind keine Prototypen, sondern fertige Anlagen", betonte Vorstandssprecher Dr. Joachim Brenk. "Dabei steht in der Möbelbranche derzeit vor allem die kommissionsweise Fertigung bis hin zur Stückzahl 1 im Mittelpunkt. Dagegen sind im Fußbodenbereich Effizienz und Schnelligkeit die entscheidenden Faktoren." Gleich ist für jede Kundengruppe der gute Service und die Gewährleistung kurzer Anlaufzeiten bei neu installierten Anlagen.

Deswegen werden die von Homag gefertigten Produktionsanlagen bereits in Schopfloch einmal komplett aufgebaut und getestet. Nach der Installation vor Ort kann der Kunde bei Bedarf rund um die Uhr einen Techniker erreichen, umreißt Achim Gauß, Vorstand Forschung und Entwicklung der Homag-Gruppe, dass weitreichende Serviceangebot.

Preisgünstige Einstiegslösungen

Neben der Anlagenoptimierung hat die Homag den Ausbau des Produktportfolios über alle Leistungsklassen forciert. Mehr und mehr bieten die Süddeutschen neben Sonderlösungen im High-End-Bereich auch kostengünstige Einstiegsmaschinen an.

Mit der FPL 520 bietet Homag eine neue Doppelendprofiler-Baureihe zum Start in die Laminatboden- und Parkettfertigung. Die neue Anlage zeichnet sich laut Hersteller vor allem durch eine leichte Bedienbarkeit, einen einfachen Werkzeugwechsel und optimale Steuerung aus.

Homag Group AG
Rund 3.500 qm hatte Homag in seinen Fertigungshallen für den Homag-Treff 2006 freigeräumt.
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Im Musterhaus präsentierte Homag die sehr unterschiedlichen Bauelemente, für die das Unternehmen Anlagen fertigt.
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Die Homag-Gruppe

Ebenfalls in die Gruppe der Einstiegsmodelle gehört der Optimat FPR 225/226 mit einer Leistung von maximal 1 Mio. qm im Jahr. Die gut nachgefragte Fertigungslinie lässt sich einerseits zur Längs- und Querprofilierung von Laminatböden und Mehrschichtparkett einsetzen, andererseits als Längsmaschine zur Schmalteilebearbeitung von Parkettstäben.

Komplexe Sonderlösungen

Am oberen Ende des Angebots stehen die mit dem Drive-Belt-System ausgerüstete Hochgeschwindigkeitsanlagen zur Herstellung von Laminatböden. Auf Anlagen der Baureihe FL10 - FL 20 können in den Standardabmessungen 1.210 x 190 mm rund 10 Mio. qm Laminatböden im Jahr produziert werden. Bei Vorschubgeschwindigkeiten bis zu 300 m/min. kontrollieren integrierte Kamera- und Bildverarbeitungssysteme die Qualität der Böden. Pro Sekunde wird auf diesen High-End-Maschinen ein Quadratmeter Laminat produziert. Mit Hilfe der angeschlossenen Verpackungslinien werden pro Stunde 50 versandfertige Laminatboden-Paletten bereitgestellt.

High-End-Anlagen baut Homag am Firmensitz in Schopfloch. Für Einstiegsmodelle, die insbesondere in Asien zum Einsatz kommen, setzt der Maschinenhersteller auf seine Produktionsstätte in China. "Unsere Lösung ist: Wir lassen lokal einzusetzende Maschinen auch lokal produzieren", erklärt Vorstandssprecher Dr. Brenk. Die Taktik scheint aufzugehen. Das chinesische Werk in Shanghai arbeitet seit Monaten an der absoluten Kapazitätsgrenze, heißt es dazu aus der Führungsetage. Pro Monat können dort sechs Produktionsanlagen - je zur Hälfte Parkett- und Laminatanlagen - gebaut werden.

Im Bereich der Produktionsanlagen für Laminatböden sieht sich Homag als weltweite Nummer Eins unter den Anlagenbauern. Aber auch bei Anlagen für die Parkettindustrie sieht das Unternehmen gute Absatzchancen, zumal vor allem in Europa noch großes Potenzial bestehe. Bisher liefert Homag seine Parkettanlagen überwiegend an asiatische Parketthersteller. Maschinen für die Parkett- und Laminatfertigung sind mit einem Anteil von rund 50% bedeutender Teil des Geschäftsbereichs Bauelemente (Jahresumsatz: ca. 100 Mio. EUR). Mit rund 80% Anteil dominieren die Produktionsanlagen für Laminatfußböden. Dass es nicht nur in Asien gut läuft, zeigen die jüngsten Investitionen am Stammsitz in Schopfloch. Innerhalb von vier Monaten errichtete Homag dort eine zusätzliche Fertigungshalle mit einer Fläche von 8.200 qm. In dieser neuen Montagehalle werden die neu gebauten Anlagen vor der Auslieferung ausführlich getestet. Dadurch können die Anlaufzeiten beim Kunden noch weiter reduziert werden.


Homag - in Kürze

Homag Group AG
Homagstr. 3-5
72296 Schopfloch
Tel: 07443/13-0
www.homag.de

Geschäftsfelder: Herstellung und Vertrieb von Holzbearbeitungsmaschinen
Umsatz: 619 Mio. EUR (2005)
Mitarbeiter: 4.448 (per 31.12.2005), davon 1.200 in Schopfloch

aus ParkettMagazin 06/06 (Wirtschaft)