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Wohntrends 2013

Sehnsucht nach Natürlichkeit

Trends, gerade beim Wohnen, entstehen nicht über Nacht, sondern entwickeln sich über Jahre hinweg. Sie fangen klein und unscheinbar an und werden dann peu à peu stärker, bis sie wieder abflauen. Oftmals sind es nur Akzente, die sich ändern und damit einem Trend eine neue Note verleihen. Es gibt auch nie nur einen Trend, sondern eine Vielzahl an Optionen, da wir verschiedene ästhetische Präferenzen haben. Die letzten Jahre bestimmten folgende Faktoren immer wieder unsere Wohnwelten: Industrie-Minimalismus, Sehnsucht nach Natürlichkeit, emotionale Romantik und die traditionelle Klassik. Im folgenden Bericht vermittelt Trendberaterin Gabriela Kaiser interessante Informationen über die aktuellen Wohntrends 2013.


City-Charme
Beim Industrie-Minimalismus ist unnötiger Dekor verpönt. "Weniger ist mehr" lautet die Devise, wobei es deswegen nicht ungemütlich clean aussieht. Eine entspannte Lässigkeit hat bei diesem Stil Einzug gehalten. Die Inspirationen sind der modernen Architektur und Technik entlehnt, setzen diese aber nicht mehr über den Menschen. Die Farben sind in der Grundstimmung Nichtfarben. Schwarz-Weiß wird wieder wichtiger, und Grautöne bilden die Basis. Teilweise kommt auch ein weiches Beige dazu, um dem Thema Sanftheit zu geben. Als Akzentfarbe darf es kräftig und leuchtend sein, wie ein spritziges Gelb. Metallisches Silber unterstreicht den City-Chic, wobei manchmal nun auch ein warmes Gold dazu kommt.

Bei den Mustern geht es eher schlicht zu. Viel ist einfach Uni. Grafische, geometrische und konstruierte Muster gehören hierher. Webklassiker wie Vichy, Hahnentritt und Glencheck-Karos passen gut dazu. Regelmäßige Streifen sind Standard und bekommen eine neue Optik durch das so genannte Taping - Klebestreifen-Optiken, die auch etwas unregelmäßiger sein dürfen. Wichtig werden zudem cleane Schriften. Wolkige Muster und Marmorierungs-Effekte unterstreichen das Lässige. Die Oberflächen sind makellos schlicht. Matt-Glanz-Kontraste finden sich bei Möbeln und auch Textilien. Schillernde, perlmutt-artige Oberflächen geben Metallictönen eine neue Optik. Die Materialien sind hochwertig. Auf der einen Seite finden sich Naturmaterialien wie feine Baumwolle, Leinen und Leder, auf der anderen Seite aber auch Hightech-Fasern und Gewebe, die fast schon futuristisch anmuten. Die Konfektionen sind schlicht, geradlinig und funktional.


Butterfly-Garden
Je urbaner unser Leben wird und je mehr wir von steriler Technik umgeben sind, desto mehr sehnen wir uns nach ursprünglichem Naturerleben und einer gemütlichen heimeligen Atmosphäre. Zurück zu unseren Ursprüngen im Schutz der modernen Zivilisation. Gärtnern auch in den Städten ist ein großes Thema unserer Zeit. Die Natur mit ihrer heimischen Pflanzen- und Tierwelt sind die Inspiration. In diesem Herbst/Winter ging es vor allem um die heimischen Waldtiere mit Eichhörnchen, Igeln und Eulen. Frühjahr/Sommer 2013 kommen nun die heimischen Gartentiere mit Schmetterlingen, Käfern und Libellen. Dazu passen rustikale Karos und Patchwork-Optiken. Alte und schnörkelige Schriften runden das Thema ab

Die Farben sind der Natur entlehnt - Creme, Beige, Braun- und weiche Grüntöne und die Naturfarben verschiedener Hölzer. Schwarz und Weiß bilden einen modernen, urbanen Kontrast. Fruchtiges Orange und Sonnengelb geben dem Thema farbige Akzente. Sparsam kann auch noch ein gebranntes Rot dazu gesetzt werden.

Bei den Materialen ist vor allem Holz aus heimischer, nachhaltiger Forstwirtschaft, wie Esche, Lärche und Eiche wichtig - gerne unbehandelt, roh und mit ausdruckstarker Maserung. Auch bei den Textilien geht es um Naturmaterialien wie Leinen, Hanf, Sisal, Bambus und Baumwolle. Die Materialien werden gerne so gezeigt, wie sie in der Natur wachsen. Die Oberflächen haben oftmals starke Haptiken, welche die natürliche Aussage unterstreichen. Sie wirken handwerklich unregelmäßig und grob wie handgewebt, -gestrickt oder -geflochten. Die authentische rustikale Designaussage wird mit geflickten und gealterten Optiken unterstrichen. Ein unfertiger, teils improvisiert wirkender Charakter bringt den wohnlichen Charme.


Sweet Home
Unsere rational dominierte Welt voller Technik und Virtualität hat im Gegenzug das Bedürfnis nach Emotionalität und Romantik entstehen lassen. Eine Üppigkeit an Dekoration und Wohnaccessoires machen diese Wohnwelt aus. Viele kleine nette Details bilden so im Zuhause ein fröhliches optimistisches Wohnpatchwork. Retro- und Vintage-Elemente passen hier wunderbar hinein. Das Mixen von Farben und Mustern sind ein elementares Thema. Rosa, Pink, Mint, Türkis, frisches Grün und gerne auch ein Vanille-Gelb treffen zu einem fröhlichen Mix zusammen, der an Torten, Macarons und Petit Fours in der Konditorei erinnert. Weiß neutralisiert, damit es nicht zu lieblich und kitschig wird.

City-Charme
Butterfly-Garden
Sweet Home
Classic-Glam

Die Materialien sind hier nicht ganz so wichtig, wenn es nur viel an Textil ist. Hier darf es alles sein, wenn nur die Farbe stimmt und es gemustert ist. Gerade auch ein Materialmix unterstreicht den Wohnpatchwork-Gedanken. Muster spielen hier eine entscheidende Rolle. Viele verschiedene Muster werden miteinander kombiniert: Blumen, Rosen, Streublümchen, Karos, Punkte, Vichys, Törtchen, Muffins, Herzen, liebliche Tiermotive, gegenständliche Zeichnungen, Colourblocking - und am besten alles zusammen nebeneinander. Auch die Haptiken zeigen sich vor allem romantisch mit anschaulichen Blumen und Plüschigem. Viele verschiedene Kissen werden hier miteinander kombiniert - verschieden an Größe, Format, Hauptfarbe und Musterung. Die Formensprache und Konfektion ist im Gegenzug zu den lieblichen Farben und verspielten Mustern eher schlicht und zurückhaltend. So entsteht ein interessantes Spiel von Reduktion und Verspieltheit.


Classic-Glam
Gerade in Zeiten alles umfassender Globalität wird unsere eigene Kultur und Tradition wieder wichtiger. Die Klassik ist über die Jahre immer unfarbiger geworden und hat dadurch einen modernen urbanen Touch bekommen. Unterstützt wird dies beim Styling durch die Kombination von schlichten Produkten im Kontrast zu dekorativeren Elementen. Diese werden augenblicklich wieder besonders opulent und glamourös - und das nicht nur an irgendwelchen Festtagen, sondern auch im Alltag. Luxus, Glamour und Dramatik dürfen wieder zelebriert werden. Neben Weiß, weichem Creme, Beigetönen, warmen eleganten Gold- und Bernsteintönen spielt vor allem das elegante Schwarz wieder eine wichtige Rolle. Als Akzentfarbe können ein kühles Blau, Petrol, dunkles Rot oder Violett ergänzt werden.

Muster sind hier wichtig. Ornamentale, aufwendig prächtige Dessinierungen wie Zitate alter Wandfresken. Art Deco und Klimt dienen als Inspiration für Allovers und Bordürenlösungen. Intarsien, reiche Mosaike und Orientteppiche erobern wieder unser Zuhause. Handwerkliche Optiken präsentieren sich elegant und wertig wie mundgeblasenes Glas, handgeschliffenes Kristall und handgewebte Gobelins.

Die Materialien sind hochwertig und elegant. Seide, Samt, glänzender Satin, feiner Damast, elegante Jacquards, Spitze, Stickereien. Die Konfektionen dürfen üppiger und verspielter ausfallen mit abgesteppten Wattierungen, eingefassten Kanten, Stehsäumen und Kedern. Goldbeschichtungen, Metallicfäden, Troddelkanten, Quasten, Federn und aufgesetzte Strass- und Schmucksteine geben den letzten Schliff. Ein bisschen Glanz und Gloria können uns in unserer rationalen High-Tech-Welt ja auch wirklich nicht schaden.


TRENDagentur Gabriela Kaiser


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