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Rückblick, Überblick und Ausblick auf die Verbandsaktivitäten

Fünf Jahre FEB

Der Fachverband der elastischen Bodenbelagshersteller, kurz FEB, feiert 2007 fast ein kleines Jubiläum: Vor fünf Jahren fanden sich die wichtigsten Hersteller elastischer Objektbeläge Deutschlands zusammen und bauten eine Interessenvertretung auf. Als vorrangige Ziele wurden "mehr Markttransparenz, Verbesserung des Kundenservices und die Image-Aufwertung der Produkte" formuliert. Wo steht der Verband inzwischen? Welche konkreten Projekte konnten realisiert werden, was ist in Planung? Darüber informierte der FEB auf einer Pressekonferenz.

Vor fünf Jahren, 2002, konstituierte sich der Fachverband der elastischen (Objekt-)Bodenbelagshersteller, besser bekannt als FEB. Aktuell vereint die Standesorganisation die elf wichtigsten Produzenten in Deutschland, die nach eigenen Schätzungen einen Umsatzanteil von 85% in ihrem relevanten Marktsegment repräsentieren. Vertreten sind die Produktgruppen Linoleum, homogenes und heterogenes PVC, PVC-Designbeläge und Beläge aus anderen Kunststoffen; Kautschuk und CV sind ausgenommen.

Inzwischen hätten bereits einige wichtige Projekte abgeschlossen werden können, verkündete FEB-Vorsitzender Ivo Schinz auf einer Pressekonferenz. So seien Ende 2006 generalisierte Klebstoffempfehlungen und -standards nach DIN 14259 eingeführt worden, die neue Homepage des Verbandes (www.feb-ev.com) stünde kurz vor der Freischaltung und es würden Statistiken über Produkt-und Verarbeitungsqualität sowie den Absatz geführt. Darüber hinaus habe der Verband eine Zufriedenheits- und Imagestudie durchführen lassen und ein Logistik-Projekt angeschoben. Die FEB-Mitglieder könnten die bislang gesammelten Daten nutzen, um die eigene Lieferqualität und Logistik-Prozesse zu verbessern, im nächsten Schritt sollen nun Synergien gefunden werden: "Beispielsweise die Gründung eines Logistikverbundes für FEB-Mitglieder mit Warenfluss von Großbritannien nach Deutschland."

Projekte und Pläne

2007 stehen neben der Fortsetzung des Logistikprojektes ganz oben auf der Agenda die Einrichtung von Fördermitgliedschaften, um den Verband insgesamt auf eine breitere Basis zu stellen, die Umsetzung der neuen CE-Kennzeichnung sowie die Realisation des FEB-Explorers, einer "Produktfibel", in der der FEB sich und seine Produkte vorstellen will. 2008 will sich der FEB dann intensiv mit der Europäischen Chemikalienverordnung REACH, dem Thema "Innenraumluft-Qualität", übergreifenden Kollektionierungs-Standards und dem Fußbodenpass befassen.

Über diese konkreten Vorhaben hinaus nannte Schintz eine ganze Reihe weiterer Felder, auf denen der FEB mittelfristig aktiv werden will:
- Stichwort Umweltverträgliche Lösungen bei Verlegung, Pflege und Recycling, Beispiel leimfreie Verlegung,
- Stichwort Optimierter Kundenservice, Beispiel Standardisierung von Produktdaten und Datenblättern, Differenzierung von werkseitigen Serivceleistungen,
- Stichwort PPP (Private Public Partnership) - wo liegen die Chancen bei diesen privaten Entscheidern?
- Stichwort Demografische Entwicklung - welche Folgen ergeben sich daraus für das Marketing?
- Stichwort Internationalisierung - wie muss sich der Verband positionieren, wo kann er aktiv werden, welche Konsequenzen ergeben sich für die Industrie aus dem Markteintritt ausländischer Verarbeiter?

Marktentwicklung und -perspektiven

Ein Anliegen des FEB ist, für mehr Transparenz auf dem Markt für elastische Objektbeläge zu sorgen. Ein hehres Ziel, doch leider ist die Offenheit gegenüber der Öffentlichkeit beschränkt und konkrete Zahlen werden nur den Mitgliedern zugänglich gemacht. Der Rest der Branche muss sich mit Tendenzen begnügen. Wir veröffentlichen deshalb flankierend zu den FEB-Aussagen Produktions-Daten vom Statistischen Bundesamt für die ersten neun Monate des vergangenen Jahres und Verbrauchsschätzungen von Intermarket, um den Markt wenigstens einigermaßen einschätzen zu können.

Laut FEB ist 2006 die erwartete Stabilisierung der Konjunktur eingetreten, der bei elastischen Belägen (ohne CV) zum Turnaround geführt hat. Soll heißen, der Absatz verzeichnete ein Plus von 2,7%, nachdem er 2005 noch um 4,7% hinter dem Vorjahr hinterher hinkte. Und auch die Preise hätten sich nach oben entwickelt, berichtete Schintz. Für das laufende Jahr ist der Verband optimistisch und geht von einem Niveau mindestens auf Vorjahreshöhe aus, nach den ersten Monaten zeichne sich sogar eine weitere Verbesserung ab.

Zufriedenheits- und Imagestudie über elastische Bodenbeläge

Aufschluss über das Image von elastischen Belägen bei den Kunden, die Position der Produkte im Objektbereich, das Informationsverhalten und die Innovationswünsche seiner Klientel hatte sich der FEB von einer Kundenzufriedenheits-Analyse erhofft, mit dem das Marktforschungsinstitut Ducker Research beauftragt worden war.

FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Geballte Marktmacht elastischer Objektbeläge: der FEB, hier fast
komplett vertreten mit Martin Thewes (Forbo), Gerhard Hausegger (Gerflor-Mipolam), Matthias Windmöller (WPT), Markus Dünkelmann (Project Floors), Heinz Steinhilber (Dunloplan), Ulrich Windmöller (WPT), Ivo Schintz (Tarkett), Uwe Leupold (Armstrong-DLW), Manfred Kopf (Debolon), Jorge Haberl (Armstrong-DLW), Eberhard Lotz (Objectflor). Es fehlen Timo Jahnen von Altro und Oliver Kluge von Amtico.
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Verbrauch elastischer Bodenbeläge in Deutschland 2005-2008
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Inlandsproduktion elastischer Bodenbeläge Januar bis September 2006
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Marktentwicklung 2006: Absatztendenzen nach Produktkategorien
FEB Fachverband der Hersteller elastischer Bodenbeläge e.V.
Marktperspektiven Bauwirtschaft in Deutschland

Dazu befragt wurden insgesamt 142 Architekten bzw. Planer, Bauherren, Großhändler und Verleger aus dem Kundenkreis der FEB-Mitglieder. Danach benannten alle Gesprächspartner die Strapazierfähigkeit, den Reinigungs- und Pflegeaufwand und die Lebensdauer als wichtigste Entscheidungskriterien - noch vor dem Kaufpreis, der Ästhetik und der schnellen Verfügbarkeit.

Die Zufriedenheit mit elastischen Belägen war bei den Befragten überdurchschnittlich hoch, negativ beurteilt wurde lediglich der Umweltaspekt. Als besondere Vorteile wurden genannt die Pflegeleichtigkeit, die speziell in Hygienbereichen unabdingbar sei, die lange Lebensdauer, die Strapazierfähigkeit, die einfache Verarbeitung und der Preis, nachteilhaft empfunden werden die begrenzte Belastbarkeit hinsichtlich punktueller Eindruckstellen, der ökologische Aspekt, der vor allem gegenüber Textil schlechtere Schallschutz, die begrenzte Auswahl an Farben und Dessins und die hohen Voraussetzungen an den Untergrund hinsichtlich Ebenheit und Trockenheit.

Wichtigste Informationsquelle für die Probanden sind die Lieferanten, sprich der Hersteller bzw. Großhändler und hier insbesondere die persönliche Beratung. Generell wurde die Leistung der Anbieter von elastischen Belägen als "gut" bewertet, vor allem die Produktqualität und auch die Verkaufsunterlagen. Die niedrigsten Noten gab es für das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Innovationsfreudigkeit - die allerdings auch nicht als besonders wichtig angesehen wird.
Seit Anfang des Jahres gilt für alle Bodenbeläge die CE-Kennzeichnung, die in der EN 14041 europaweit gültige, einheitliche Anforderungen hinsichtlich Gesundheit, Sicherheit und Energie-Einsparung festlegt, ebenso die Prüfverfahren zur Bewertung dieser Konformität und die Regeln für die richtige Etikettierung.

Manfred Kopf, Leiter der Arbeitsgruppe Produkt und Anwendungstechnik, stellte die wichtigsten Punkte der CE-Kennzeichnungspflicht vor:
- Die CE-Kennzeichnungspflicht gilt für Bodenbelagshersteller seit dem 1. Januar 2007 in den Verkehr gebrachten Bodenbeläge entsprechend der EN 14041. Achtung: Zur Kennzeichnung verpflichtet ist derjenige, der die Produkte in den Verkehr bringt - also nicht zwangsläufig der Hersteller, sondern unter Umständen auch der Importeur oder Händler.
- Die CE-Kennzeichnung ist auf dem Produkt, einem angebrachten Etikett, der Verpackung oder den Begleitpapieren anzubringen - und zwar bevor das Produkt in den Verkehr kommt. Die Haftung ist deutlich verschärft worden: Wer nicht gekennzeichnete Produkte in den Verkehr bringt, verstößt gegen öffentliches Recht und riskiert drastische Strafen bis hin zu Gefängnis.


Was ist der FEB?

Im Fachverband der elastischen Bodenbelagshersteller e.V., kurz FEB, haben sich die wichtigsten Hersteller elastischer Objektbeläge vereint. Die elf Mitglieder beziffern ihren Umsatzanteil im relevanten Marktsegment auf 85%. Zweck des Vereins ist die "Wahrung, Förderung und Vertretung der wirtschafts- und sozialpolitischen sowie fachlichen Belange" der Anschlussfirmen auf nationaler und internationaler Ebene. Er will für mehr Markttransparenz sorgen, den Kundenservice verbessern und das Image elastischer Objektbeläge weiter aufwerten.

Sitz: Wuppertal
Gründungsjahr: 2002
Vorsitz: Ivo Schintz, Tarkett
Schriftführer: Martin Thewes
Schatzmeister: Oliver Kluge, Amtico
Vorstandsmitglied: Manfred Kopf, Debolon
Leitung AG Produkt- und Anwendungstechnik: Manfred Kopf, Debolon
Leitung AG Marketing: Timo Jahnen, Altro

Die Mitglieder:
Altro, Hamburg
Amtico, Neuss
Armstrong-DLW, Bietigheim
Debolon, Dessau
Dunloplan, Hanau
Forbo Flooring, Paderborn
GerflorMipolam, Troisdorf
Objectflor, Köln
Project Floors, Hürth (neu seit Anfang 2007)
Tarkett, Frankenthal
WPT, Detmold

Likolit ist Ende 2006 auf eigenen Wunsch aus dem FEB ausgeschieden.

aus BTH Heimtex 04/07 (Wirtschaft)