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Textilforschung

"Perspektiven 2025"


Als womöglich erster Industriezweig hat die auf Leichtbaukomponenten, Textil-Implantate oder Smart Textiles übergegangene Textilbranche einen moderierten Blick in das Jahr 2025 geworfen. Nach gut einjährigem Diskussionsprozess im Auftrag des Forschungskuratorium Textil (FKT) liegen jetzt nach dem Motto "Das Denkbare machen, statt das Machbare denken!" für zehn Themenfelder über 250 bewertete Ideen und Lösungsvorschläge zum Einsatz technischer Textilien in Wachstumsmärkten der Zukunft vor. Erste Projektergebnisse aus der Zusammenarbeit mit dem auf Zukunftslandkarten spezialisierten Trendforscher Thomas Strobel (Gauting) werden in der Strategiebroschüre "Perspektiven 2025" veröffentlicht, die jetzt erschienen ist.

Zukunfts"lotse" Strobel bewertet die jetzt abgeschlossene Zeitreise als "außergewöhnliche Vorarbeit eines Industrieverbandes für seine Mitglieder." Es sei eine Wissensbasis geschaffen worden, die es Unternehmen der Branche ermögliche, aus diesen Vorarbeiten selbstständig oder mit Expertenbegleitung firmenspezifische Strategien für die Umsetzung in Innovationen und in neue Geschäftsmodelle abzuleiten. Aus seiner Sicht steht die Textilforschung, die insbesondere faserbasierte Hightech-Materialien und Werkstoffe sowie die dafür benötigten Technologien entwickelt, vor zahlreichen Herausforderungen und großen Chancen:

-Textiler Leichtbau wird nur eine Chance haben, wenn die Rohstoffrückgewinnung unter Energie- und Umweltgesichtspunkten mindestens so gut gelöst wird wie das Einschmelzen von Metall.

-Verbundwerkstoffe mit belastungsoptimierten 3D-Faserstrukturen, die beispielsweise durch Laserschweißen verfestigt oder in Kombination mit 3D-Druckern mit zusätzlichen Werkstoffeigenschaften ausgestattet werden, öffnen neue Einsatzszenarien.


-Besonders hohe Verwertungschancen haben neuartige textilbasierte Bauteile, sofern sie mit minimalem Materialeinsatz, hoher Festigkeit und belastungsgerechter Auslegung gestaltet werden.

-Kohlefasern müssen mittelfristig voraussichtlich aus einem anderen Rohstoff als Erdöl hergestellt werden.

In der Bewertung des FKT hat die Arbeit an den "Perspektiven 2025" durch die breite Einbindung von Unternehmern, Forschern und Vertretern der jungen Akademikergeneration zu vielfältigen und neutral bewerteten Erkenntnissen geführt. Insbesondere das im Projekt genutzte Gruppenwissen aller Beteiligten sei für den Abgleich mit verfügbaren Zukunftsvisionen, wie der Hightech-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie Zukunftsstudien unterschiedlicher Branchen, ein wichtiger Erfolgsfaktor gewesen, so das Resümee. Die FKT-Geschäftsführung hat für 2013 erfahrungsbasierte Vorträge und Workshops für Mitgliedsverbände und Forschungsinstitute angekündigt, siehe: www.textilforschung.de/pdfcat/Techtex2025

aus Haustex 01/13 (Haustextilien)