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Parador: 3.500 Besucher auf der Paravision 2011

Ästhetik und Design im Vordergrund

Für einige Markenhersteller scheint die eigene Hausmesse die besser geeignete Plattform zur Vorstellung neuer Produkte zu sein, als einen aufwändigen Stand auf einer der großen Leitmessen aufzubauen. Parador aus Coesfeld richtete im Januar an elf Tagen die Paravision 2011 aus und konnte sich über den Besuch von 3.500 Gästen aus dem In- und Ausland freuen. Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung wurde bereits zum fünften Mal durchgeführt. In den Ausstellungsräumen war ein babylonisches Sprachengewirr zu vernehmen, was bei einer Exportquote von nahezu 50 % Prozent auch zu erwarten war.

Die Veranstaltung strahlte viel Optimismus aus. Nach Umsatzverlusten im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 konnte das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr wieder erheblich Boden zurückgewinnen. Zwar gelang es noch nicht, den Spitzenumsatz aus 2007 wieder einzustellen. Erreicht wurde ein Plus von 7,5 % auf rund 132 Mio. EUR. Für dieses Jahr legte Geschäftsführer Volkmar Halbe die Messlatte deutlich höher und hofft, knapp 150 Mio. EUR zu erreichen, was dann einem zweistelligen Wachstum entsprechen würde. Neben dem deutschen Markt habe im vergangenen Jahr auch der Export wieder spürbar angezogen. Ausnahme: England und Spanien.

Mit den Laminatumsätzen in Höhe von rund 8 Mio. m2 zeigte sich Halbe zufrieden. Besonders positiv war die Entwicklung bei Parkett und Terrassendielen. Erstmals konnte mit 2,2 Mio. m2 Parkett die Hürde von 2 Mio. m2 übersprungen werden. Da im Werk im österreichischen Güssing eine Kapazität von 3 Mio. m2 zur Verfügung steht, sieht sich das Unternehmen auch für ein weiteres Wachstum gut aufgestellt. Einen wesentlichen Beitrag für die erfreuliche Entwicklung im Holzbodenbereich habe die enge Zusammenarbeit mit dem zur Unternehmensgruppe gehörenden Sägewerk geleistet, dass unverändert in Partnerschaft mit dem Massivdielenhersteller Berthold betrieben wird.

Sägeraue Haptik auch bei Laminat

"Wir wollen in allen Produktsegmenten der Designführer im Markt sein. Daher hat das Design für uns eine etwas höhere Priorität als technische Feinheiten", sagte Halbe zur Erläuterung der Unternehmensphilosophie. Selbst im so genannten Brot- und Buttergeschäft fallen viele außergewöhnliche Dekore auf, etwa Briefmarken oder ein Maßband. Im Bereich der Phantasiedekore wird auf Basis des Digitaldrucks die 2009 eingeführte Kollektion No limits fortgeführt. Neu vorgestellt wurde auf der Hausmesse die Kollektion Edition 1 Experimental mit einer Vielzahl atemberaubender Designideen.

Für die Gestaltung hatten die Coesfelder gleich sechs international bekannte Designikonen gewinnen können, unter ihnen auch einige Architekten. Der Schulterschluss mit Architekten zahlt sich dabei doppelt aus. Neben der Entwicklung besonderer Dekore eröffnet die Zusammenarbeit mit Vertretern der Architekturszene neue Geschäftsmöglichkeiten im Objektgeschäft. Die Zahl eingehender Ausschreibungen - auch für große Prestigeobjekte selbst aus Übersee - sei sprunghaft angestiegen. Als eines der ersten Referenzobjekte konnte der Hersteller kürzlich 10.000m2 digitalbedrucktes Laminat für das neue "nhow" Hotel in Berlin liefern. Das neue Haus gehört zu der Sparte der Designhotels der großen spanischen Kette NH.

Bei den Holznachbildungen ist insbesondere das neue Hirnholzdekor zu nennen. Die perfekte Kantenfräsung und die einzelnen Hirnholzquadrate machen es völlig unmöglich, die Fugen der einzelnen Dielen zu erkennen. Der zur Hüls-Gruppe gehörende Hersteller legt Wert darauf, grundsätzlich alle Dekore selbst zu entwickeln und sich nicht aus dem Angebot der diversen Papierlieferanten zu bedienen. Teilweise stehen Originalobjekte alter Holzböden Pate bei der Dekorentwicklung. Das neue Dekor Nussbaum Antik stammt zum Beispiel aus einer über hundert Jahre alten Kanzlei.

Interessant sind die Artikel der Serie Eiche mix. Hier haben die Designer den Gedanken von Parkettböden mit fallenden Längen und auch fallenden Breiten aufgenommen. Neue Designs mit Oberflächen, die an gebürstete Dielen oder gar sägeraue Bretter erinnern, machen es dem Betrachter unglaublich schwer, das Imitat vom Original zu unterscheiden. Den Langdielen im Format von 2.200 x 234 mm wurden zusätzliche Produkte in der Breite von 157 mm zugefügt.

Neue Oberflächen im Parkettsortiment

Neben UV-getrockneten bietet der Hersteller nunmehr zusätzlich Holzböden mit oxidativ getrockneter Oberfläche an. Sägeraue und gebürstete Varianten stehen sowohl beim Mehrschichtparkett als auch den Massivdielen zur Verfügung. Außerdem gewinnen eingefärbte Oberflächen zunehmende Bedeutung im Sortiment von Parador. Vor Kratzern braucht der Kunde keine Angst zu haben. Sie lassen sich ganz leicht mit Farböl aus dem Zubehörsortiment reparieren.

Ungewöhnlich ist eine Mehrschichtdiele mit einer Deckschicht aus Eiche im Format von 2.200 x 185 mm. Als Rohstoff für die Deckschicht wird ausschließlich altes Holz aus abgerissenen Scheunen und Fachwerkhäusern eingesetzt. Große Risse und Astlöcher werden akzentuierend mit schwarzem Kitt verfüllt. Verfärbungen, zum Beispiel durch rostige Metallschrauben hervorgerufen, stellen keinen Grund zum Aussortieren dar. Dieser Parkettboden wird nicht nur den Antik-Fan begeistern, sondern auch den Liebhaber des rustikalen Einrichtungsstils ansprechen. Selbst zu modernem Mobiliar aus Glas und Edelstahl würde dieser Boden passen.

Mit einer zusätzlichen Serie von Landhausdielen in nur 95 mm Breite versucht der Hersteller sich vom handelsüblichen Marktangebot abzugrenzen.

Parador GmbH & Co. KG
Zwei sichtbar zufriedene und stolze Geschäftsführer. Lubert Winnecken (links) und Volkmar Halbe freuten sich über den Besucherandrang zu ihrer Paravision 2011.
Parador GmbH & Co. KG
Die Laminat-Kollektion Edition 1 Experimental, entworfen von bekannten Architekten und Star-Designern, bietet ungewöhnliche visuelle Effekte.
Parador GmbH & Co. KG
Der Rohstoff aus Eiche für die Deckschicht dieser Mehrschichtdiele wird ausschließlich aus alten Scheunen und Fachwerkhäusern im Recyclingverfahren gewonnen. Risse und Astlöcher werden akzentuierend mit schwarzem Kitt ausgespachtelt.
Parador GmbH & Co. KG
Edition Irregulare aus der von Matteo Thun gestalteten Kollektion von Holzbelägen für die Terrassengestaltung. Deutlich sichtbar die von Parador entwickelten Kunststoffteile, die als Connectoren für die Verlegung benötigt werden.

Vom Designer Matteo Thun wurden die Kollektionen Scandinavian- und Palazzo-Style gestaltet. Dabei handelt es sich um Dielen im nordischen Landhausstil, bei denen weiße und hellgraue Hölzer dominieren, und Stäbe mit einer gebleichten Walnuss-Oberfläche.

Terrassendielen vom Stardesigner

Bei den normalen Dielen geht der Trend weg von geriffelten Oberflächen hin zu glatteren Oberflächen. Parador bietet daher seine Produkte in den Holzarten Eiche und Thermoesche in Form einer Wendediele an. Eine Seite ist glatt gehobelt und die andere Seite weist eine gebürstete Struktur auf. Dem Kunden bleibt die Wahl, welche Oberfläche er bevorzugt. Die Kopfstöße sind zusätzlich profiliert, um endlos und ohne Rücksicht auf die Lagerhölzer der Unterkonstruktion verlegen zu können. Neu ist auch das eigene Befestigungssystem, dass sichtbare Schrauben überflüssig macht.

Absolutes Highlight der neuen Outdoor Kollektion waren jedoch die Entwürfe von Matteo Thun zur Serie Edition. Grundsätzlich handelt es sich um drei verschiedene und werkseitig vorgefertigte Holzelemente mit fest verschraubter Unterkonstruktion und einer Vielzahl von rückseitigen Bohrungen zur Aufnahme der Zapfen des Befestigungssystems Connector.

Das Produkt Irregulare im Format von 600 x 300 cm besteht aus drei versetzt angeordneten Stäben in unterschiedlicher Breite. In der Fläche ergibt sich ein unregelmäßiges Erscheinungsbild.

Die quadratischen Elemente im Format von 500 x 500 mm von Intreccio verabschieden sich vom typischen längsorientierten Format normaler Terrassendielen. Die mit schmalen Profilstäben versehenen Elemente werden schachbrettartig kombiniert.

Besondere Bodengestaltungen lassen sich mit dem Element Griglia verwirklichen. Die 400 mm breiten Elemente sind ebenfalls mit dünnen Profilstäben in 1.200 mm Länge ausgearbeitet. Durch geschickte und kreative Anordnung der einzelnen Elemente, also ob längs oder quer gelegt, lassen sich sehr elegant wirkende Erscheinungsbilder des Bodens entwickeln.

Die Hölzer der Laufschicht wie auch der Trägerkonstruktion weisen eine Materialstärke von je 21 mm auf. Damit ergibt sich inklusive der Connectoren eine Gesamtbauhöhe von rund 45 mm. Edition gibt es in den Holzarten Eiche und Thermoesche. Bei der Oberflächenbeschichtung kann der Kunde zwischen Naturöl oder Öl mit einer Silberpatina wählen.

Das Befestigungssystem Connector besteht aus einem rund 7 cm langen Steg aus flexiblem Kunststoff mit zwei hochstehenden Zapfen, die in die Bohrlöcher der Holzelemente greifen und so für sicheren Zusammenhalt sorgen. Die Positionierung der Bohrungen ist standardisiert und ermöglicht eine große Auswahl von verschiedenen Velegemustern. Die Unterseite der Connectoren ist weich und elastisch und gleicht damit kleine Unebenheiten aus und reduziert zusätzlich den Trittschall.

Neu im Sortiment ist eine Kollektion von aufwändigen und hochwertigen Sichtschutzblenden.

aus ParkettMagazin 02/11 (Marketing)