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Interview mit Andreas Ridder, Geschäftsführer der Holzland-Kooperation

"Wir optimieren unsere Lagerkapazität mit ausgefeilter Logistik"

Mit der Vorgabe, die Kooperationsleistungen weiter auszubauen, ist Andreas Ridder im März 2012 als Geschäftsführer der Verbundgruppe Holzland angetreten. Ein wichtiger Schritt ist der Aufbau eines Produktinformationsmanagements (PIM), das erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen soll. 'Aber - und dem messe ich höchste Bedeutung bei - mit PIM steigern wir vor allem die Qualität", erläutert Ridder in unserem Interview. Um bei den Gesellschaftern Überzeugungsarbeit zu leisten, passt der Branchentag genau ins Zeitfenster der Kooperation.

Parkett im Holzhandel: Für 2013 hat Holzland den Aufbau eines Produktinformationsmanagements - kurz PIM - angekündigt, da ein sauberer und umfangreicher Artikelstamm unabdingbar ist, um effizient die Einkaufs- und Verkaufsprozesse im Holzhandel abzuwickeln. Die konkrete Umsetzung des Vorhabens war für das 1. Quartal 2013 geplant. Auf welchem Entwicklungsstand befindet sich das Projekt?

Andreas Ridder: Die konkrete Umsetzung bzw. der Beginn meinte zunächst den Aufbau der nötigen Plattform, also das PIM-System. Dieser ist fast abgeschlossen und es finden bereits Produktdatenimporte mit namhaften Lieferanten statt. Die Ergebnisse werden wir auf dem Branchentag präsentieren. Anschließend wird unser Fokus klar auf dem zügigen Import von weiteren Produktdaten und Tests mit Pilothändlern liegen. Ziel ist es, schnellstmöglich mit dem Live-Betrieb zu starten. Wir sind absolut überzeugt von diesem Schritt. Unser Ansatz, dies als Kooperationsleistung auszubauen, bietet natürlich klare Kosteneinsparungen. Aber - und dem messe ich höchste Bedeutung bei - mit PIM steigern wir vor allem die Qualität.

PiH: Artikeldatenpflege in der Warenwirtschaft ist als Thema eher unbeliebt, und nur wenige Händler setzen sich intensiv damit auseinander. Werden Sie den Branchentag nutzen, um Überzeugungsarbeit in Sachen PIM zu leisten?

Ridder: Absolut, der Branchentag ist die diesjährige Vermarktungsplattform für unser Vorhaben. Wir werden die Händler aktiv ansprechen, den Nutzen darlegen und über die nächsten Schritte reden. Des Weiteren werden wir an beiden Tagen auf unserem Stand eine Präsentation zum Thema Holzland-PIM durchführen, um das Thema einem möglichst großen Publikum näher bringen zu können. PIM ist auf dem Branchentag unser zentrales Thema.

PiH: Ist das Produktinformationssystem auch bei der Entwicklung von elektronischen Handelsportalen erforderlich oder haben Ihre Gesellschafter auf diesem Sektor ohnehin keine Ambitionen?

Ridder: Für elektronische Handelsportale sind gute Produktdaten natürlich ein Muss und wir werden mit dem Thema ständig konfrontiert. Dementsprechend haben wir selbstverständlich auch ein solches Portal bei der Entwicklung unseres Holzland-PIM stets im Fokus, so dass wir hier auf alle Anforderungen unserer Partner sehr gut vorbereitet sind.

PiH: Immer wieder ein Reizthema: Herstellermarke vs. Eigenmarke. Wie positioniert Holzland sich in dieser Fragestellung?

Ridder: Für uns ist die Eigenmarke essentieller Bestandteil des Fachhandelssortiments. Sie unterstützt die Wettbewerbsabgrenzung unserer Händler. Holzland setzt bereits seit vielen Jahren auf eine Drei-Säulen-Strategie mit Herstellermarke, Eigenmarke und No-name-Angeboten im Preiseinstieg. Die Entwicklung geeigneter Fachhandelssortimente ist aus unserer Sicht klare Kooperationsaufgabe.

Holzland führt ja bereits seit den neunziger Jahren eine Eigenmarke. Natürlich beschreiten wir heute, als Ergebnis unserer bisherigen Erfahrungen, andere Wege als in den ersten Jahren mit der Eigenmarke im Bodensegment. Das wird bei dem Konzept der HQ-Gartenwelt, unserer Eigenmarke im Outdoor-Segment, mit der wir 2013 eingestiegen sind, sehr deutlich. Wir haben hier unser Produkt- und Handels-Know-how konsequent eingebracht und ein schlankes Paket aus Produkt und Vertriebsunterstützung geschnürt. Hier sind wir zudem verbindlicher geworden.

Holzland GmbH
Holzland-Geschäftsführer Andreas Ridder:

"Für uns ist die Eigenmarke essentieller Bestandteil des Fachhandelssortiments. Sie unterstützt die Wettbewerbsabgrenzung
unserer Händler."


PiH: Mit der HQ-Gartenwelt sind Sie in diesem Jahr an den Start gegangen - wegen des langen Winters unter denkbar schlechten Bedingungen. Hat die neue Eigenmarkenlinie die Erwartungen erfüllt?

Ridder: Die HQ-GartenWelt startete in der Pilotphase 2013 mit 35 Partnerunternehmen. Wir haben auf ein kompaktes und margenstarkes Sortiment gesetzt, das wir mit Lieferanten und Importeuren unseres Portfolios realisiert haben.

Und nun zu Ihrer Frage: Ja, trotz des witterungsbedingt schwierigen Saisonauftaktes wurden unsere Erwartungen in der Gesamtbetrachtung erfüllt. Die neue Eigenmarkenlinie überzeugte insbesondere im Wachstumssortiment bei den Terrassenbelägen absolut. Hier liegen wir deutlich über Plan. Die kompakte Warenpräsentation, die auf 25 m 190 Artikel inszeniert, wurde sehr gut angenommen.

PiH: Welche Sortimentsergänzungen wird es in der kommenden Saison geben?

Ridder: Hinzu gekommen sind für die Saison 2014 WPC-Breitdielen 200 mm sowie WPC-Sichtschutz jeweils in zwei Farbnuancen. Unser Ansatz, in ausgesuchten Gartensortimenten mit einer straffen Eigenmarke ergänzend zu unseren Herstellermarken einzusteigen, hat sich bestätigt. Entsprechend haben wir uns das kommende Jahr weitere Ziele gesetzt und planen in die überregionale Vermarktung einzusteigen. Neben der Homepage www.hq-garten.de mit allen Produktinformationen, einem Blätterkatalog und dem Print-Katalog bieten wir die Option, kostenfrei einen personalisierten Rundfunkspot in unserer Zentrale abzurufen. Nur die regionalen Schaltkosten werden vom Partner übernommen. Die Vorstellungsphase der HQ-Gartenwelt 2014 sowie des Maßnahmenpaketes ist mit den Präsentationsterminen in unserer Zentrale sowie regionalen Gruppentreffen mit HQ-Gartentagen bereits angelaufen.

PiH: Kurzer Themenwechsel: Dass es unter den Verbundgruppen Wanderungsbewegungen gibt, ist hinreichend bekannt. Wie Sie kürzlich in einer Pressemitteilung darlegten, verlässt Holz-Richter, Lindlar, 'aufgrund unterschiedlicher vertriebsstrategischer Zielsetzungen die Holzland-Kooperation".

Ridder: Dass Holz-Richter, ein langjähriger Holzland-Gesellschafter, mit Jahresende wechselt, bedauern wir natürlich. Dennoch - und dies spricht auch für den intensiven Kontakt zwischen Dr. Markus Richter, unserem Aufsichtsrat und dem Team der Zentrale - ist dieser Schritt nicht damit begründet, dass Holzland nicht überzeugt hätte.

Die Hintergründe liegen vielmehr in speziellen Optionen, die unternehmerisch für Holz-Richter interessant sind. Es ist kein Geheimnis, dass die Eurobaustoff Unternehmen mit dem Potential für Holzhandelssortimente suchte, die quasi die Funktion eines Teil-Zentrallagers übernehmen. Unbestritten hat Holz-Richter hier ein geeignetes Profil und die räumlichen Ressourcen. Holzland setzt demgegenüber - und das Holzland-PIM ist ein weiterer Baustein - auf virtuelle Läger sowie die Vernetzung der Informationen und logistischen Systeme. Wir sind überzeugt, dass es künftig immer weniger entscheidend sein wird, wo sich die Ware befindet. Vielmehr wird der die Nase vorn haben, der in dem vom Kunden akzeptierten Zeitfenster die gewünschten Produkte verfügbar machen kann. Das ist ein völlig anderer Ansatz.

aus Parkett im Holzhandel 05/13 (Wirtschaft)