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Drapilux

Geschickt gestickt


Gestrickte Schals, gehäkelte Mützen, bestickte Accessoires - die traditionelle Handarbeit erlebt derzeit eine Renaissance. Auch Drapilux - bekannt für sein gewebten Dekostoffe - hat nun mit der Stickerei ein altes Handwerk neu entdeckt.

Seit rund einem Jahr tüftelt man in Emsdetten an der Veredelung von Dekorationstextilien mit Stickmustern und setzt dabei auf moderne Technik. Zum Einsatz kommt die Open Reed Weave-Technologie der Firma Lindauer Dornier, die 2011 mit dem Techtextil-Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Anders als bei herkömmlichen Verfahren wird hier nicht zuerst ein Gewebe gefertigt, das dann im zweiten Schritt durch Stickerei veredelt wird. "Die neue Maschine ermöglicht es, das Sticken bereits in den Webprozess zu integrieren, was natürlich eine enorme Zeitersparnis bedeutet", erklärt Miriam Yoo, Textildesignerin bei Drapilux.

Da ein spezielles Webblatt ohne oberen Rietbund verwendet wird, können Zusatzfäden mit Hilfe spezieller Fadenführer in das Gewebe eingebracht werden. Nach dem Eintauchen der Zusatzfäden in das Webblatt erfolgt der Schusseintrag und damit das Abbinden der Zusatz-Stickfäden. Auf der Gewebeoberfläche entsteht ein Schusseffekt, vergleichbar mit Stick- und Scherli-Mustern. Anders als bei herkömmlichen Stickgeweben lässt die neue Herstellungstechnik auf der Unterseite keine Flottierung entstehen, der Stickfaden wird auf der Gewebe-Unterseite fest abgebunden. Auf der Rückseite des Gewebes ist kaum etwas zu sehen und die Dekostoffe weisen eine höhere Stabilität auf.

Schmitz-Werke GmbH & Co. KG
Dank neuer Technik wird das Sticken in den Webprozess integriert. So entsteht dieses Stickdessin in großformatigem Wellenmuster.

Das Ergebnis bei Drapilux sind großrapportige Dessins. "Breitware von 300 cm kann nahezu vollständig bestickt werden - eine optimale Erweiterung unserer bestehenden Kollektion, da wir Muster dieser Dimension mit der Schaftweberei bislang nicht umsetzen konnten", freut sich Vertriebsleiter Dr. Norbert Rehle. Die ersten beiden Stickdessins präsentieren sich einmal im Rautenmuster (Drapilux 129 50er Serie), einmal wellenförmig (Drapilux 129 40er Serie). "Die Designer haben sich vor allem wohnlich-warmer Farben bedient. Durch die Hell-Dunkel-Kontraste der unterschiedlichen Stickfäden erhalten die Artikel ihren besonderen dreidimensionalen Charakter", so Dr. Rehle.

aus BTH Heimtex 01/14 (Sortiment)